Spannung um den Erfinder des Buchdrucks

Anne Scheller am April 13, 2010

Auch wenn der Buchdruck in China schon im 6. Jahrhundert erfunden wurde – als Verwender von modernen Druckerzeugnissen berufen wir uns doch meist auf Johannes Gutenberg, der im ausgehenden Mittelalter den Druck mit beweglichen Lettern erfand. Diese kulturelle und wirtschaftliche Revolution ist spannender Hintergrund eines Romans von Matthew Skelton: Endymion Spring. Die Macht des geheimen Buches.

Der Roman, empfohlen ab 13 Jahren, aber auch für Erwachsene packend zu lesen, spielt an zwei Orten und Zeiten: Im Mainz des Jahres 1452-53 und im heutigen Oxford. Dort entdeckt Blake, ein von seiner Familie ziemlich genervter Junge, in einer Bibliothek ein merkwürdiges Buch: Seine Seiten sind völlig leer. Als Blake das nächste Mal nach dem leeren Buch fahndet, ist es verschwunden.
Parallel dazu wird der Leser in das mittelalterliche Mainz in die Werkstatt von Johannes Gutenberg entführt. Hier beobachtet der junge Gehilfe Endymion Spring, wie Gutenbergs finsterer Geschäftspartner Faust eine schwere Kiste in die Werkstatt bringt. Diese ist mit schrecklichen Symbolen gekennzeichnet und versteckt etwas unvorstellbar Wertvolles: Drachenhaut! Hieraus will Faust ein Buch herstellen, das ihm alle Geheimnisse Gottes und der Erde verrät. Doch Endymion und Fausts Diener Peter wissen, dass dem machthungrigen Faust mit so einem Buch nicht zu trauen ist. Also stiehlt Endymion die Drachenhaut und macht sich auf die beschwerliche Reise nach England, wo er das Buch in einer neuen, großen Bibliothek verbergen will.

In Blakes Leben in Oxford wird derweil alles immer merkwürdiger. Ein Obdachloser schenkt ihm einen Origami-Drachen, der offenbar aus einer Seite des leeren Buches gefaltet ist. Dieses ist, wie Blake mit Hilfe des netten – oder doch nicht so netten? – Professors Jolyon herausfindet, ein Wegweiser zum sogenannten „Letzten Buch“, das alle Geheimnisse der Welt enthält. Doch langsam wird es gefährlich: Eine schwarze Seite im leeren Buch kündigt Blake an, dass er beobachtet wird. Schließlich macht Blake sich auf die Suche nach dem „Letzten Buch“, tief hinein in die unterirdischen Magazine der Oxforder Bodleian Library. Doch er und seine Schwester Duck werden verfolgt und plötzlich ist Duck verschwunden…

Endymion Spring ist eine spannende Lektüre rund um die Magie der Bücher, die viele von uns so gut kennen. Nebenbei ist es ein lehrreiches Buch, das in die Welt des Mittelalters und in die Werkstatt des ersten Buchdruckers entführt. Ein tolles Leseerlebnis für kühle Frühlingstage!


Psychologie der Farben

Manuel Kniepe am März 13, 2010

Psychologie der Farben

Was ist Farbe? Per Definition ist es der Eindruck des Sehens, der ein Objekt ohne sonstige Unterscheidungsmerkmale wie Form, Geschwindigkeit, Helligkeit und Struktur von einem anderen unterscheidbar macht.
Farbe ist aber nicht nur ein Unterscheidungsmerkmal, sondern hat auch teilweise stärkere und teilweise schwächere psychologische Wirkungen auf den Betrachter. Diese sollte man als Designer kennen und auch anwenden, wenn man eine durchgehend zielgerichtete Gestaltung realisieren möchte.

Die Farbpsychologie unterscheidet zunächst vier verschiedene Kategorien der farbpsychologischen Wirkungen:

• Psychologische Wirkung
Aufgrund individueller Erfahrungen und Erlebnisse rufen verschiedene Farben in uns auch verschiedene unbewusste Emotionen und Gedanken hervor.

• Symbolische Wirkung
Diese Wirkung stammt meist aus alten Überlieferungen und Sprichwörtern. Wem die „Schamesröte“ bei überraschenden, unangenehmen oder einfach peinlichen Situationen ins Gesicht steigt, wird von seinem Körper in einen Alarmzustand versetzt: Als eine Folge steigt der Blutdruck und die Gefäße weiten sich aus – die Haut wird rot.

• Kulturelle Wirkung
Hier ist die Wirkung abhängig von der jeweiligen Geografie oder der Nationalität. Unterschiede sind hier meist einfach nachzuvollziehen: Bei Wüstenvölkern steht Grün für das Paradies und Fruchtbarkeit, dem Islam ist sie heilig – bei uns in Deutschland steht Grün etwas banaler einfach nur für Natur, Pflanzen und Landschaft. Wir sehen, dass eine Farbe in dem einen Land eine ganz andere Bedeutung haben kann, als in einem anderen. Vor allem nationale Unterschiede spielen eine Rolle: Ist man in Deutschland blau, so meint dies „betrunken“. In England ist „blue“ eine melancholische, teils depressive Gefühlsstimmung.

• Politische Wirkung
Schon immer hat die Politik sich verschiedener Farben bedient, die sie auf Flaggen, an Uniformen oder sonstigen Einflussbereichen zur Schau stellt. Schauen wir uns die deutsche Politik an, erkennen wir, dass schwarz Konservatismus, Rot Sozialismus (allgemein in der westlichen Welt etabliert) und Grün Natur- und Umweltschutz symbolisiert. Dies sind nur einige Beispiele und beliebig erweiterbar.

• Traditionelle Wirkung
Diese beruht auf traditionellen Überlieferungen, alten Färbetechniken oder -mitteln . Die Bezeichnung „giftgrün“ für gesättigte und knallige Grüntöne kommt zum Beispiel daher, dass es lange Zeit eine Gegebenheit war, dass schöne und gesättigte Grüntöne nur mit giftigen Pigmenten zu erreichen waren. Meist war dies das hochgiftige Arsen.

Farbwirkungen in unserem Kulturkreis

Hier folgen nun einzelne Farben und einige, häufig genannte Assoziationen mit dieser. Beachtet bitte, dass diese Assoziationen nur für unseren (deutschen) Kulturkreis gelten und entsprechend überprüft werden müssen, falls man diese in anderen Ländern anwendet.

Blau: Sympathie, Harmonie, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Freundschaft, Ruhe, Ferne, Phantasie, Zufriedenheit. Wird als kühl empfunden, beruhigend und entspannend.

Rot: Freude, Leidenschaft, Liebe, Verführung, Glück, Aggressivität, Zorn, Hass. Farbe des Blutes und des Krieges, der Macht, des Mutes und der Erhabenheit. Sie dient oftmals als Warnfarbe. Rot wird als warm und anregend empfunden.

Grün: Frische, Natürlichkeit, Lebendigkeit, Frühling, Hoffnung, Erholung, Jugend, Gesundheit und Leben. Grün ist die ausgleichende Kraft zwischen Rot und Blau. Grün ist im Grunde fast durchgängig positiv besetzt. Grelles Grün kann aber auch giftig wirken. In Kombination mit Schwarz ist es eine dämonische Farbe.

Gelb: Farbe der Sonne. Optimismus, Freundlichkeit, Lebensfreude, Wärme. Negativ besetzt sind Neid, Eifersucht, Geiz, Egoismus, Lüge, Unsicherheit und Gefühllosigkeit. Reines helles Gelb wirkt positiv. Gelb ist aber eine sehr unsichere Farbe, das heißt, durch Zugabe von anderen Farbpigmenten, kann der Eindruck Gelb sehr schnell verschwinden und in eine andere Farbe kippen.

Orange: Spaß, Lebhaftigkeit, Freude, Geselligkeit und Ausgelassenheit. Auch Wärme und Geborgenheit. Orange wird in verschiedenen Quellen als appetitanregend und esslustfördernd bezeichnet.

Violett: Farbe des Mystizismus und des Übersinnlichen, alles Individuellen und Unkonventionellen. Violett war früher sehr aufwendig und teuer herstellbar und gilt deshalb auch als Farbe der Reichen und Mächtigen und steht auch für Extravaganz, Luxus und Eitelkeit. Violett wurde in den 70er Jahren die Farbe der feministischen Frauenbewegung und stellt den Kontrast zum „hilflosen“ Rosar dar.

Rosa: Gilt als das „kleine Rot“ und war früher vor dem ersten Weltkrieg die Farbe der Jungen. Mädchen wurden in Hellblau gekleidet. Die Farbe steht für Sanftmut, Zärtlichkeit und Zartheit.

Grau: Grau ist eigentlich kein Farbton sondern eine sog. unbunte Farbe. Sie ist neutral und trostlos. Sie bezeichnet Sachlichkeit, Unaufdringlichkeit und Nüchternheit, aber auch Elend, Kraftlosigkeit, und Trauer. Einen eintönigen Alltag bezeichnen wir als grauer Alltag.

Braun: Sinnlichkeit, Zuverlässigkeit, Bodenständigkeit. Symbolisiert Erde und Natur. Dunkels Braun ist seriöser, wärmer und freundlicher als Schwarz.

Schwarz: (unbunte) Farbe des Todes. Dunkelheit, Trauer, Leere, Einsamkeit und Schmutz. Wirkt gleichzeitig funktional, sachlich und modern. In westlichen Kulturen ist schwarz meistens eine negative Farbe, in anderen Kulturen – vor allem Afrika – ist schwarz eine schöne und edle Farbe.

Weiß: Bildet den unbunten Gegenpol zu schwarz. Als solche steht sie für Reinheit und Sauberkeit. Weiß symbolisiert Friede, Vollkommenheit, Frömmigkeit und Unschuld. Auch Wahrheit und Klugheit wird mit weiß assoziiert. Weiß ist die Farbe der Engel und des göttlichen Lichts.


Ein neues Design- und Wirtschaftsevent nimmt Kurs auf Konstanz. Mit dem am 26. März erstmalig stattfindenden Corporate Identity Gipfel wird der internationalen Kommunikationsbranche eine interessante Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Universitätsprofessoren, Führungskräften aus Unternehmen und zukünftigen Corporate-Design-Fachkräften hinsichtlich Bedürfnissen, Trends und Möglichkeiten der Branche geboten.

Der Event hat sich das Aufspüren von Zukunftstendenzen und die Bekanntmachung des Nutzens erfolgreicher CI-Strategien zum Ziel gemacht. Zu den international anerkannten Speakern der Veranstaltung gehören unter anderem der bekannte britische CI-Experte Wally Olins, Autor von The Brand Book und On Brand. Er wird über seine außergewöhnlichen Herangehensweisen an eine nachhaltige Marken- und Unternehmensentwicklung berichten. Der Grafiker und Typograf Prof. Kurt Weidemann referiert über die Entwicklung von Corporate Identity der letzten Jahrzehnte. Weidemann, Jahrgang 1922, hat bereits für große Marken wie Daimler-Benz, Deutsche Bahn oder Porsche gearbeitet. Weitere namhafte Sprecher werden in Kürze veröffentlicht.

„Was mich beim Thema Corporate Identity immer fasziniert, sind visionäre Denkansätze und deren Umsetzung in realen Projekten. Während meines gesamten Studiums habe ich versucht, mehr über Inhalte von vorausschauenden CI-Strategien und Entwicklungen innerhalb der Branche zu erfahren. Hierfür gab es wirklich wenige Gelegenheiten. So kam mir die Idee zur Organisation des Corporate Identity Gipfels“, sagt Patrick Weber, Initiator der Konferenz. „Generell gibt es wenig Fachevents für diesen Bereich. Da der Süden seine Agenturdichte aktuell ausbaut, ist der Bodensee im Dreiländereck aus meiner Sicht ein idealer Veranstaltungsort für dieses internationale Ereignis“, so Weber weiter.

Nach dem Studium des Kommunikationsdesign an der HTWG Konstanz und verschiedenen Stationen bei anerkannten Brand-Design- und Brand-Strategie-Unternehmen entschloss sich der aufstrebende Markendesigner und -stratege Patrick Weber im Frühjahr 2009 zur Gründung von frische identitäten, einem Büro rund um den Bereich Corporate Identity. Mit der Identity Design Box, seinem eigens entwickelten Markenentwicklungstool, erarbeitet Weber identitätsorientierte Markenstrategien und Markenerscheinungsbilder für Unternehmen und Produkte.

Für die Konferenz erwarten wir rund 300 Interessierte der Kommunikationsbranche. Eingeladen sind Studenten, Fortgeschrittene und Professionelle, die an einem tiefgründigen Einblick in die Entwicklung der Corporate-Identity- und Corporate- Design-Branche interessiert sind. Neben den namhaften Vortragenden werden Führungskräfte verschiedener Unternehmen aus der Design- und Kommunikationsbranche anwesend sein. Teilnahmegebühr für Professional: 80€ Teilnahmegebühr für Studenten: 20 € Verfügbare Karten: Insgesamt noch rund 200 von 300 Plätzen Anmeldungen: http://www.corporate-identity-gipfel.de/anmeldung-preise.php

Für das Pilot-Event konnten bis jetzt die M-real-Zanders GmbH, die Troi GmbH, FontShop AG und Linotype GmbH als Sponsoren gewonnen werden. Potential ist also vorhanden!

Interessierte aus der Kommunikationsbranche können sich auf der Homepage http://www.corporate-identity-gipfel.de/ noch bis zum 26. März 2010 umfassend informieren und zur Teilnahme anmelden. Tagesaktuelle News und weitere Hintergrundinformationen können zudem über die Social-Media-Kanäle http://twitter.com/CIGipfel und http://www.facebook.com/corporate-identity-gipfel verfolgt werden.


Ausstellung: 100 Jahre Kiepenheuer-Verlage (1910-2010)

Marc-Michael Schoberer am Februar 22, 2010

Verlagsgeschichten im deutsch-deutschen Spannungsfeld

Museum für Druckkunst Leipzig
28. Februar – 9. Mai 2010, Eröffnung: 26. Februar 2010, 19 Uhr

1910 von Gustav Kiepenheuer gegründet, avancierte der Verlag in der Weimarer Republik mit Autoren wie Anna Seghers, Bertolt Brecht, Georg Kaiser und Joseph Roth zu einem kulturellen Leitverlag des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg spaltete auch den Verlag. Eine spannende Geschichte erzählt die parallele Entstehung und Entwicklung des Gustav Kiepenheuer-Verlags in Weimar und Kiepenheuer & Witsch (KiWi) in Köln.
Der KiWi-Verlag war in der DDR kaum bekannt, obwohl die Bücher seiner berühmten Hausautoren Heinrich Böll, Gabriel Garcia Márquez oder J.D. Salinger als Lizenztitel geradezu Kultstatus genossen. Hingegen avancierte der im Westen längst vergessene, von der Verlegerwitwe Noa Kiepenheuer weitergeführte Weimarer Privatverlag in den 1970er Jahren zum Zentrum der Leipziger „Verlagsgruppe Gustav Kiepenheuer“, dem u.a. die Verlage List, Dieterich und Insel angehörten.
Hundert Jahre nach der Gründung sind die beiden im geteilten Deutschland mehr oder weniger feindlichen Brüder in großen Verlagsgruppen aufgegangen. Gustav Kiepenheuer gehört zum Aufbau-Verlag und seit Anfang 2003 befindet sich in Leipzig nur noch das Archivgut, das im Staatsarchiv Leipzig verwahrt wird. Kiepenheuer & Witsch gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, das Verlagsarchiv wurde mit dem Kölner Stadtarchiv 2009 vom Erdboden verschluckt.
Die Ausstellung ist in zehn Themenbereiche gegliedert, die die wechselvolle Geschichte der Kiepenheuer-Verlage vom Kaiserreich bis zur Auflösung in der Nachwendezeit nachzeichnen. Sie bietet Einblicke in das Wirken der beiden Verlegerpersönlichkeiten Gustav Kiepenheuer sowie Joseph Caspar Witsch und stellt legendäre Lektoren und auch Schriftsteller vor, die die Kiepenheuer-Geschichte auf besondere Weise prägten.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Museums mit der Buchwissenschaft der Universität Leipzig, dem Staatsarchiv Leipzig, der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig sowie der Pavillon-Presse Weimar und wird u.a. gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Kiepenheuer_Druckkunst in Leipzig

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr, samstags geschlossen
Sonderöffnungszeit zur Leipziger Buchmesse am Samstag, 20. März 2010, 11 bis 17 Uhr
Schließtage: 2. und 4. April 2010 (Karfreitag und Ostersonntag)

Führungen:
Jeden Sonntag, 12 Uhr (außer 4. April, dafür 5. April 2010).

Informationen und Begleitprogramm:
www.druckkunst-museum.de


Das Verlagshaus Books on Demand (BoD) war an dieser Stelle bereits schon einmal Thema.

Viele Unser monieren die doch eher laienhaften Gestaltung vieler, der über diese Plattform vertriebenen Bücher. Abhilfe für dieses Problem könnte ein neuer Service sein, den BoD von nun an seinen Kunden anbietet. Mit der neuen Grafiksoftware „BoD Easy Book“ wird potentiellen Publizisten ab sofort die Möglichkeit geboten, schnell und einfach ein personalisiertes Buch zu erstellen. Den Autoren werden mit dieser neuen Anwendung verschiedene Layoutvorlagen angeboten, die andere Grafikprogramme überflüssig machen. Insbesondere eignet sich „BoD Easy Book“ für die Integration sowie Bearbeitung von Bildern oder Illustrationen. Die Vorlagen sind zudem mit zahlreichen Effekten und Elementen ausgestattet, so dass man dem Layout eine individuelle Note verleihen kann.

Kurz zur Erklärung für all´ jene, die sich bisher nicht mit dem Thema „Book-on-Demand“ (hier ist das Publikationsverfahren als solches und nicht das sehr ähnliche klingende Verlagshaus gemeint) auseinandergesetzt haben. Book-on Demand ist wie gesagt ein Druckverfahren, welches insbesondere bei Kleinstauflagen eingesetzt wird. Aufgekommen ist dieses Verfahren in den 1990ern und basiert, wie könnte es auch anders sein, auf der Digitaldrucktechnik. Book-on-Demand ist daher eben auch für die vielen angehenden Buchautoren aller Begabungsklassen spannend, um einmal die Freude zu erfahren, das selbstverfasste Buch in den Händen zu halten. Bücher fühlen!

Wo es einen Markt gibt, finden sich alsbald auch Anbieter, die diese Bedürfnisse bedienen wollen. Einer davon ist nun Books on Demand (und hier ist nun eben das Unternehmen gemeint).
BoD bietet den Autoren und denen die es werden wollen nun eine Plattform, auf der diese ihr Buch „bequem, schnell und kostenlos!“ veröffentlichen können. Gut, kostenlos ist dies nur dann, wenn man sich mit der Standardvariante zufrieden gibt, die allerdings neben der digitalen Druckvorlage immerhin auch den Verkauf im BoD-Buchhandel beinhaltet.
Das eigene Exemplar hat man hier natürlich noch nicht in der Hand.

Der Name dieser Variante der Publikation ist dann doch bezeichnend: BoD Fun. Zunehmend professioneller wird es schließlich mit anderen Paketen, die BoD seinen Kunden anbietet.
So erhält die künftige Erscheinung bereits bei der mit 39 Euro durchaus preislich noch sehr hinnehmbaren BoD Classic-Variante einen Barcode, wird mit ISBN ausgestattet und ist somit flächendeckend im deutschen Buchhandel vertreibbar.

Da aber wohl die wenigsten Autoren zugleich auch noch Meister der Setztechnik sind, bietet das Layoutprogramm „BoD Easy Book“ die Möglichkeit, die selbst veröffentlichen Bücher nun unter gestaltungstechnischem Blickwinkel aufzuwerten.
Schließlich liest das Auge ja mit.


Book-on-Demand spooky

Peggy Stuber am April 9, 2009

Ich hatte neulich mal wieder das Vergnügen ein Exemplar aus dem unerschöpflichen Fundus des Norderstedter Verlagshauses BoD in Händen zu halten. Es handelte sich um einen Lyrikband – was man ihm auf den ersten Blick nun überhaupt nicht ansah.
Ich möchte keinesfalls eine Lanze brechen, weder über der langsam unüberschaubar werdenden Zahl an On-Demand-Anbietern, noch über ihrer ebenso stetig wachsenden Kundschaft. Nur eine kleine Anmerkung in Sachen Ästhetik gestatte ich mir.
Die Bücher sehen nach wie vor, ich sage jetzt mal, handgemacht aus. Den Kunden reicht das offenbar. Das Wunder das eigene Buch in der Hand zu halten wiegt offenbar deutlich mehr als eine ansprechende Gestaltung. Halten die layout- und satztechnische Schwächen mich vom Lesen ab? Vom Kaufen allemal.