„Think Green!“ – Der Ökokalender

Tom Schoener am Dezember 26, 2009

Ja ja ich weiß – müsste man dem Jahr 2009 eine Farbe zuordnen, grün wäre wohl definitiv unter den Top 3. Und weil es so schön ist, geht es im Jahr 2010 gleich so weiter. Die Designagentur EIGA hat die vierte Ausgabe ihres Designkalenders veröffentlicht. Nach der Designkalender-Triologie der letzten Jahre, “DesignerKöpfe 2007″, “DesignerSchätze 2008″ und “DesignerReisen2009″, geht es den Machern diesmal um die unterschiedlichen Perspektiven der Designer auf das Thema Ökologie. Und so beinhaltet „Think Green!“ neben zeitgenössischer „Eco-Typografie“ besonders „grüne Arbeiten“ von Designern aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Bis zum 20. September hatte man die Möglichkeit seine Arbeiten einzureichen und so zu den über 100 veröffentlichten Designern zu gehören. 53 Designern kam zudem die Ehre zuteil, als Wochenmotiv in gesonderter Weise hervorgehoben zu werden. Eine weitere Besonderheit des Kalenders ist die eigens für dieses Projekt entwickelte Typografie.

Die besten Arbeiten sind gekürt, der Kalender in Produktion gebracht und nun wird dieser auch über den Norman Beckmann Verlag zum Kauf feilgeboten. Unterstützt wird „Think Green!“ dabei von Partnern aus Druck, Handel und Veredlung, wie Römerturm Feinstpapier, Büttenpapierfabrik Gmund, Papierfabrik Scheufelen, Mediadruckwerk Gruppe, Norddeutsche Stahlstichdruck Werkstätten, P.O.P., Papierveredelung Gerson, Designerdock und NBVD. Kostenpunkt liegt bei 15 Euro plus Versand, wobei der gesamte Gewinn aus diesem Projekt gespendet wird.

Die Frage, welche Platzierung die Farbe grün 2010 erreichen wird, ist damit wohl beantwortet.

Designkalender_Oekokalender_Umweltkalender

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Kreatives Recyclingdesign

Manuel Kniepe am Dezember 21, 2009

Recyclingdesign_Ökogestaltung

Unter dieser Überschrift vertreibt das Designbüro „nowakteufelknyrim“ aus Düsseldorf einen besonderen, vielleicht sogar revolutionären Beitrag zur Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Sachen Produktgestaltung.

Neben dem, was ein typisches Designbüro heutzutage so macht um seine Brötchen zu verdienen, hat man bei nowakteufelknyrim ganz offensichtlich auch noch weitere gestalterische Energie um neue, kreative Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen.

Mit dem Ziel Energie und Ressourcen zu schonen, nachhaltig zu gestalten und diese Ziele nach außen zu kommunizieren, entwickelten die Designer eine eigene Geschäftsausstattung, welche vollkommen aus alten Paketen, Briefen und sonstigen „schon gebrauchten“ Papieren besteht. Anstatt immer wieder neue industrielle Umwandlungs- und Herstellungsprozesse zu benötigen, verwirklichen sie so einen Produktionskreislauf. Man muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass das Prinzip des Kreislaufs eines der lebenswichtigen Grundlagen eines natürlichen Ökosystems ist – die Entscheidung die Natur in dieser Hinsicht zu kopieren, kann also keine schlechte sein.

Indem das Designbüro an den gebrauchten Materialien das Branding „recylclingdesign by nowakteufelknyrim“ anbringt, wird dem ganzen wieder eine vollkommen neue und definierte Wertigkeit verliehen. Eventuell wird der Empfänger sogar durch diese kreative Idee ermutigt, auch mal “öko” zu produzieren.

Sicher eine intelligente und nötige Entwicklung was Design angeht. Die Frage die sich mir hier allerdings noch stellt ist: „Wie wirkt diese Geschäftsausstattung tatsächlich nach außen?“
Wie würdet ihr reagieren, wenn euch eine Rechnung auf schon gebrauchten Papierabfällen entgegen flattert oder euch eine Visitenkarte auf altem Verpackungsmaterial überreicht wird?
Ich denke, als eine etablierte und erfolgreiche Agentur darf man diesen mutigen Schritt gehen. Die Kunden wissen doch bereits, dass man auch „normal“ und „gewöhnlich“ kann und das Recyclingdesign nicht auf finanziellen Mängeln oder reinem Querdenken basiert.

Ich würde meine Geschäftsausstattung nicht mit dieser Recyclingform verbinden können – von wollen nicht gesprochen. Gerade junge Unternehmen könnten dann zu leicht in eine Schublade geschoben werden. Gut möglich, dass das Recyclingdesign nicht bei allen Kunden ankommt – immerhin leben wir immer noch in Deutschland und nicht in dem, was ökologische und nachhaltige Entwicklungen angeht, aufgeschlossenerem Norden Europas – somit wären bereits mögliche Kunden von vorneherein ausgeschlossen. Allerdings gibt es sicherlich auch Kunden und Zielgruppen die von dieser “grünen Idee” durchaus angetan sind.

Neben den Fragen über eine universellen Einsatzfähigkeit des Recyclingdesigns, ist doch aber eine Sache klar: In Zeiten in denen sich immer mehr Menschen nach einer nachhaltigen Ideologie sehnen, die Verbraucher immer aufgeklärter und verantwortungsvoller im Umgang mit Material werden, ist diese Kombination von Design und Umweltschutz ein deutlicher Beweis, dass man Gestaltung und Ökologie erfolgreich verbinden kann und hoffentlich ein auffälliger Wegweiser in eine neue Richtung. Vielleicht wird man in 100 Jahren davon sprechen, dass die Postmoderne vom Ökodesign abgelöst und dadurch die Welt gerettet wurde? Ein netter Gedanke oder? Mir jedenfalls gefällt er ;-) .

Wie seht ihr die ganze Thematik des Recyclingdesigns. Wie findet ihr die Idee? Würdet ihr das eurem Kunden empfehlen oder möglicherweise sogar selbst nutzen? Kommentare sind deutlich erwünscht.

Mehr Infos auf: http://www.n-t-k.de/


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