Wann ist Öko-Druck wirklich Öko?

Marc-Michael Schoberer am Juni 28, 2013

Die Nachfrage nach Produkten, die im ökologischen Druckverfahren hergestellt werden steigt und das Umweltbewusstsein vieler Endverbraucher auch. Ab wann ist Öko-Druck eigentlich wirklich ökologisch? Geht es dabei lediglich um die Verwendung von Öko-Papier? Um die Verwendung von Biofarben? Viele Druckereien werben damit ökologisch zu drucken, doch wie weit sollte man gehen, um behaupten zu können – wir drucken ökologisch und nachhaltig?

Für einige ist ökologisches Drucken die Verwendung von zertifiziertem Papier und die Nutzung von Biofarben. Doch, was ist mit den Maschinen, dem Strom, dem Versand, den umweltbelastenden Chemikalien beim Druck und der Verpackung? → diesen Artikel weiterlesen!

Der Ausstieg aus der Atom-Energie ist ein großes Thema des Jahres, die Mehrheit der Deutschen will ihn. Klar, dass die atomstromfreie Produktion wie auch der klimaneutrale Druck in der Branche diskutiert wird. Bis 2022 müssen Unternehmen dabei gar nicht warten. Die Online-Druckerei Flyerpilot in Franken gehört zu denen, die bereits komplett atomstromfrei produzieren. Vermutlich als erste Online-Druckerei überhaupt.

Ihren Energieversorger können sich die meisten Unternehmen in Deutschland selbst aussuchen. In der Debatte um den Atom-Ausstieg geht die Druckerei Flyerpilot im unterfränkischen Kreis Schweinfurt mit gutem Beispiel voran: Als vermutlich erste Online-Druckerei überhaupt in Deutschland arbeitet das Unternehmen nun seit dem 1. Mai 2011 zu 100 Prozent atomstromfrei und bezieht seinen Strom komplett aus Wasserkraft.

Das ist möglich, weil sich die Franken für einen regionalen Energieversorger als Stromlieferanten enstchieden haben. Der betreibt in der Nähe der Druckerei ein Wasserkraftwerk, zur Erzeugung des grünen Stroms dient das natürliche Gefälle des Mains. Die Druckerei selbst geht in puncto Nachhaltigkeit noch weiter: Papierschneideabfälle werden konsequent recycelt und eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Firmendach liefert 80KW umweltfreundlichen Strom. Zudem will man auch künftig in den Ausbau ökologischer Prozesse investieren. Der Plan: Im Gegenzug verzichtet man bewusst auf großflächige Anzeigenkampagnen, Stadionwerbung und Sponsoring. Ein guter Ansatz, wenn man diese Ideen auch wirklich weitertreibt.

Atomstromfreier Druck und klimaneutrale Produktion sind aktuell und in Zukunft wichtige Instrumente der Kundenbindung. Schließlich zeichnet sich die Ressourcenknappheit als das große zukünftige Problem der Menschheit ab. Nur Unternehmen, die dieses verinnerlichen und demnach nachhaltig wirtschaften, werden ihre Kunden langfristig binden können. Immer mehr Druckunternehmen übernehmen daher Verantwortung, setzen auf Nachhaltigkeit und bieten klimaneutral gedruckte Produkte an. Ein starker Trend, in den Ausbau ökologischer Prozesse wird dabei viel investiert.

Für den Öko-Druck werden ausschließlich Farben verwendet, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Diese Farben enthalten anders als konventionelle Druckfarben kein Mineralöl. Sein Anteil wird hier durch pflanzliche Öle ersetzt, die biologisch abbaubar sind. Gängige Drucksachen wie Broschüren, Flyer, Visitenkarten oder Briefpapier werden dabei von den meisten Unternehmen in Varianten auf Öko-Papier angeboten. Erkennbar ist das für den Kunden häufig an der FSC-Zertifizierung. FSC steht für Forest Stewardship Council, eine Zertifizierung für nachhaltig produzierte Holzprodukte. Produkte zertifizierter Anbieter dürfen mit diesem offiziellen FSC-Logo bedruckt werden. Gleiches gilt für PEFC (nachhaltige Waldbewirtschaftung) oder den Blauen Engel (Recyclingpapier).

Der Prozess einer klimaneutralen Produktion reicht natürlich weit über die verwendeten Materialien und Rohstoffe hinaus. Auch Zulieferer können nach ökologischen Kriterien ausgewählt werden.  Und im Energieverbrauch lässt sich die Umweltbilanz mit Green IT und Wärmerückgewinnung deutlich verbesseren. Etwa durch den Einbau von Wärmepumpen. Mit der Rückgewinnung der Prozesswärme kann die in den Druckmaschinen entstehende Wärme für die Warmwasserversorgung und zum Heizen verwendet werden. Investitionen, die sich für ein Unternehmen auf die Dauer gesehen rechnen. Und Kunden können durch den besonderen Service von Zeugnissen ebenfalls profitieren: So können die CO2-Werte oft individuell für die gedruckten Produkte berechnet werden, ein Emissionszertifikat wird häufig zur Verfügung gestellt.

Einen interessanten Artikel über alle gängigen ÖKO-Labels im Papierbereich, findet ihr hier.


Für Printprojekte mit grüner Seele

Marc-Michael Schoberer am Februar 15, 2011

Arjowiggins Graphic bietet seinen Online-Service seit Kurzem auch in deutscher Sprache. Mit neuen Website informiert der Konzern nicht nur über umweltfreundliche Wege der Papierstellung, sondern bietet auch einen Umwelt-Rechner zur Planung von nachhaltigen Printprojekten an.

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„Value added Printing – Drucken mit Mehrwert“

Stefanie Schaetzler am März 30, 2010

Informationsflut bestimmt unseren Alltag. Tag für Tag überschwemmen uns Unmengen an Neuigkeiten, Nachrichten und Informationen. Hier zu selektieren wird oft schwierig, die schiere Nachricht allein reicht oft nicht mehr aus, um als alleiniges Auswahlkriterium zu fungieren. Desensibilisierung lautet hier das Stichwort. Inhalt allein schafft es nicht mehr, unsere Aufmerksamkeit zu erhalten. Das neue Erfolgsrezept, um Inhalt zu kommunizieren, lautet Emotionalisierung. Trotz Informationsübersättigung lässt sich dank Emotionalisierung Aufmerksamkeit generieren.

Gerade im Printbereich sind diesen Emotionen keinerlei Grenzen gesetzt. Value added Printing geht dabei sogar einen Schritt weiter: Emotionalisierung durch Sinneswahrnehmungen. Haptik und Optik werden angesprochen, auch olfaktorische Wahrnehmungen werden erzeugt. So erlauben z.B. hochpigmentierte Farben eine nie dagewesene Farbraumerweiterung und das Spiel mit den Farben wird zu etwas Neuem und Faszinierendem. Verschiedene Stoffe wie Papier, Karton oder Samt sorgen ihrerseits wiederum für unterschiedliche Sinneseindrücke. Die Materialien werden sowohl erfühlt, gesehen als auch akustisch wahrgenommen. Lackierungen führen zu glänzenden Momenten, Prägetechniken und 3D Effekte sorgen für berühmt-berüchtigte AHA-Erlebnisse. Nicht zuletzt resultieren auch Duftlacke in Eindrücken der besonderen Art.

Die Kombination aus Design, Materialwahl und Veredelung schafft so ein einmaliges Produkt. Vor allem durch die Veredelung entsteht ein Produkt, welches dem Empfänger einen Mehrwert bietet. Denn gerade im Zuge der Emotionalisierung wird bei der Veredelung stark auf die Interessen der Zielgruppen geachtet. So avancieren zum Beispiel besonders aufwändig verarbeitete und veredelte Printprodukte zu wertvollen und einmaligen Sammlerstücken.

Hat man die Aufmerksamkeit des/der EmpfängerIn erlangt, zählt freilich der Inhalt. Doch bis zu diesem Punkt stellt das Value added Printing mit seinen zahlreichen, sinnlichen Veredelungsvarianten und dem umfassenden, greifbaren Erlebnis, einen Garant für Erfolg dar. Lassen Sie uns im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ was wir da vor uns haben.

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Die Karl Knauer KG hat sich auf innovative Verpackungen, Werbemittel und Präsentverpackungen aus Karton, Wellpappe und Papier spezialisiert. Mehrfach wurde das mittelständische Unternehmen aus dem badischen Biberbach bereits für seine Vielfältigkeit und Innovationskraft ausgezeichnet. So erhielt der Verpackungsspezialist u.a. den Deutschen Verpackungspreis, den WorldStar, den Druck&Medien Award als innovativstes Unternehmen, den iF communication design award 2009 sowie den T-Systems/T-Mobile Innovationspreis. Nun wurden der Karl Knauer KG zudem die Umwelt- und Nachhaltigkeitszertifikate des Forest Stewardship Council (FSC) und des Programm for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) verliehen. Durch diese Zertifikate wird eine lückenlose Dokumentation der verwendeten Materialien ermöglicht. Angefangen vom Holzanbau über die Verwertung bis hin zur fertigen Verpackung ist nun die Umweltfreundlichkeit der Produkte nachvollziehbar, so dass der Verpackungsdrucker künftig die entsprechenden Logos verwenden darf.

Für die Karl Knauer KG gehört die Verantwortung für die Umwelt zur Firmenphilosophie. So gewinnt das Unternehmen seine Energie u.a. aus eigenen Fotovoltaik-Anlagen, druckt alkoholreduziert und verzichtet durch das chemielose Belichten aller Druckplatten auf den Einsatz von umweltbelastenden Stoffen. Doch dabei will es der badische Verpackungsspezialist keineswegs belassen. So ist der Einsatz von Geothermie zur Kühlung und Klimatisierung von Produktionsteilen in Planung.


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