Online-Tool – der MooColorfinder

Tom Schoener am April 28, 2009

Das artViper designstudio (1) hat ein recht interessantes Online-Tool entwickelt, mittels dessen man die Farben einer Webseite herausfiltern kann – nennt sich MooColorfinder und findet ihr hier (2). Funktioniert eigentlich recht einfach: man gibt die jeweilige URL der vom persönlichen Farbinteresse betroffenen Homepage oder des jeweiligen Blogs ein und das Tool durchsucht die CSS Dateien nach deren Farbinformationen. Das ist insbesondere dann spannend, wenn man schnell das Farbschema einer Webseite übernehmen will. Gerade wenn man verschiedene Portale hinsichtlich einer gemeinsamen Corporate Identity angleichen will, kann der MooColorfinder die Arbeit um einiges vereinfachen.

(1) http://www.artviper.net/
(2) http://www.artviper.net/colorfinder.php

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Digitalkamera + Prizmo = Scanner

Tom Schoener am April 28, 2009

Was wäre, wenn es eine Möglichkeit gebe, die Textinformation aus einem Foto herauszufiltern und digital weiter bearbeiten zu können. Genau dies ist mit dem von dem belgischen Softwarehersteller Creaceed (1) entwickelten Programm Prizmo (2) künftig möglich. Die Software erkennt die Textelemente in den Fotos und rückt diese gerade, so dass man im Ergebnis eine Frontalansicht erhält – auch dann, wenn das Bild aus einer anderen Perspektive geschossen wurde. Mithilfe einer Texterkennungssoftware ist es nun möglich, denn so herausgefilterten Text weiter zu bearbeiten und zu digitalisieren.

Der Hersteller sieht die Einsatzmöglichkeiten von Prizmo insbesondere bei den Anwendern, die lediglich ab und zu in die Verlegenheit geraten, ein Dokument digitalisieren zu müssen. Für diese würde sich die Anschaffung eines Scanners kaum lohnen, so die Argumentation. Dies kann aufgrund des Preises von etwa 30 Euro wohl kaum das an erster Stelle zu nennende Argument sein. Zudem gibt es noch ein weiteres kleines Manko. Bisher steht Prizmo nur MacUsern zur Verfügung und auch da bedarf es zumindest Mac OS X 10.5.6. Den Status der Massentauglichkeit kann sich die Software bisher also noch nicht auf die Fahnen schreiben. Der Nutzen von Prizmo ergibt sich primär aus den Einsatzmöglichkeiten, die einem Scanner ohnehin verwehrt bleiben. So kann man nun schnell ein Foto vom Tafelbild oder Flipchart während eines Vortrages machen und die so gewonnene Information im Nachhinein digitalisieren.

Auf welche Weise auch immer man nun Prizmo einsetzt, die Handhabung ist denkbar einfach. Man erstellt das Foto mit dem gewünschten Dokument, importiert es in Prizmo, wählt den Bildbereich aus, der schließlich gescannt werden soll, bearbeitet es mit wenigen sich selbsterklärenden Klicks (bspw. Kontraste, Helligkeit, Größe) und zieht es schließlich in den gewünschten Bildordner. In der aktuellen Version ist eine Texterkennung zwar noch nicht integriert, aber der Scan lässt sich in ein entsprechendes Programm weitergeben.

In puncto Qualität stehen die auf diese Weise erstellten digitalen Bilder den gescannten in nichts nach – vorausgesetzt, die Auflösung der Kamera ist nicht zu gering. Bei den heutzutage üblichen 10 Megapixeln erzielt man ein Ergebnis, dass mindestens so gut ist, wie ein Scan mit 300dpi.

Seit dem 20. April 2009 gibt es eine deutsche Übersetzung des Interfaces und für die Folgeversion soll eine Texterkennung gleich integriert sein. Bleibt nun nur darauf zu warten, dass auch der Windows-Gemeinde bald eine Version zur Verfügung steht.

http://www.creaceed.com/
http://www.creaceed.com/prizmo/reviews_articles.html


Heidelberg Gebrauchtmaschinen

Peggy Stuber am April 21, 2009

Das Prädikat „made in germany“ war ja ursprünglich überhaupt nichts wert. Eigentlich sollte es die Briten vor dem Kauf (minderwertiger) deutscher Ware schützen. Das hat sich radikal geändert. Was in Deutschland produziert wurde, wird heutzutage im Allgemeinen als sehr hochwertig anerkannt. (Sollte es auch sein, bei den hohen Produktionskosten.)

Heidelberger Druckmaschinen sind „made in germany“. Sie sind nicht billig und heutzutage überlegt jeder dreimal, ob er investieren kann. Deshalb verkauft Heidelberger auch Gebrauchtmaschinen.

Natürlich arbeiten nicht nur die neuen Maschinen effizient und auf hohem Niveau, sondern Heidelberger hält den hohen Standard schon seit Jahrzehnten und führt dementsprechend gute Gebrauchte. “Remarketed Equipment” steht für die fachgerechte und professionelle Aufarbeitung der Maschinen. Nur speziell ausgewählte Maschinen durchlaufen in speziellen Aufarbeitungszentren das zertifizierte Heidelberger Aufarbeitungsverfahren und erreichen so ein zweites Mal den von Heidelberg bekannten Qualitätsstandard. Nur deshalb können aufgearbeitete Maschinen mit einer Gewährleistung versehen werden.

Um eine solche Maschine zu erwerben, muss man sich nicht in einem dunklen Hinterhof anstellen und eine Katze im Sack kaufen, man geht einfach auf die Homepage und sucht sich das entsprechende Angebot heraus. Die Kundenbetreuung übernimmt im Übrigen das Vertriebs- und Serviceteam, das auch die neuen Maschinen vertreibt, die Qualität der Kundenbetreuung ist also identisch.


Auch Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher lassen heutzutage drucken. Klar, Kleinvieh macht auch Mist, aber rechtfertigt der Aufwand die Mittel? Das Hin und Her, weil die Druckdaten überhaupt nicht passen? Früher waren die Hürden enorm hoch, deshalb bestand ein Flyer im Regelfall aus kopierten DIN A4-Seiten, geviertelt oder auf DIN lang gefalzt. Das Höchste der Gefühle war farbiges Papier als Kontrastgeber. Nix Druckerei.

Heute, wo jeder im Netz jederzeit überprüfen kann, dass den Druck, den Beschnitt und das Falzen für verhältnismäßig kleines Geld eine professionelle Druckerei ausführt, gehen dort die merkwürdigsten Druckdateien ein. Die Kunden sind immer seltener Profis.

Wir müssen uns ehrlich zugestehen, dass Programm, dass die meisten Deutschen zumindest in Ansätzen beherrschen ist die Textverarbeitung. Analog zu einer Schreibmaschine kann man Botschaften eintragen, abspeichern, ausdrucken. Mit ein wenig Mühe lassen sich sogar Bilder und Diagramme integrieren, es steht eine kleine Auswahl an grafischen Effekten zur Verfügung und sogar Schriftarten lassen sich integrieren. Reicht das für einen Entwurf?

Im Grunde genommen ja. Wer bestimmt denn wie viele Ebenen eine Drucksache haben muss, ob Farbverläufe in oder out sind? Im Prinzip ist das egal. Nur leider funktioniert das Entwerfen mit Word ungefähr so gut wie das Fahren eines Porsche mit Rasenmähermotor und angezogener Handbremse. Aber wie erklärt man das jemandem der nichts anderes kennt und auch keine Alternative zur Verfügung hat?

Niemand kann verlangen, dass sich ein Normalsterblicher in die Adobe-Produktpalette einarbeitet, schon allein preislich ist das ausgeschlossen. Es gibt zahlreiche, auch kostenfreie, Alternativen, die wir hier in Bälde vorstellen sollten.

Egal ob Word oder von mir aus Paintbrush (auch sehr schön, vielleicht sollte man mal einen Wettbewerb starten?), wichtig ist eine gemeinsame Basis für die Druckdatenausgabe, dann sind Art und Weise der Gestaltung komplett nebensächlich. Schließlich kann man mit viel Geduld auch auf einem Rasenmäher durch Amerika fahren.

Die gemeinsame Basis heißt: Ausgabe der Druckdaten als PDF-Datei, denn dieses Datenformat wurde genau zu diesem Zweck entwickelt. So funktioniert der Datenaustausch reibungslos (nicht nur zwischen Agentur und Druckerei) und das hämische Grinsen über die Qualität des Werkes, das sieht der Kunde zum Glück ja nicht.

Leider hat sich das Format PDF im Laufe der Zeit stark entwickelt und wurde immer wieder modifiziert. So kann man heute nicht mehr einfach sagen, „Schicke es mir doch als PDF“, denn inzwischen gibt es mehrere Standards, hier die beiden, die in unseren Breiten am wichtigsten sind.

PDF/X-1a

Die Farbangaben sind auf CMYK und Schmuckfarben beschränkt. Alle verwendeten Schriften werden eingebettet und alle Bilddaten werden fester Bestandteil des PDF, unauflöslich verbunden. Kommentare, Formularfelder etc. sind ausgeschlossen. Daten zu Endformat und Anschnitt sind natürlich integriert.

PDF/X-3

Abgesehen von CMYK und Schmuckfarben, können weitere Farbräume (beispielsweise RGB) eingebettet werden. So lässt sich ein und dieselbe Datei für verschiedene Verwendungen (Druck oder Veröffentlichung im Netz) gebrauchen.


Der bdvm hat für die Druck- und Medienbranche einen speziellen Ratgeber zur Kurzarbeit veröffentlicht.
Die Wirtschaftskrise macht vor der Druckindustrie nicht halt. Bei Colordruck gehen die Lichter aus. Heidelberger Druckmaschinen und Koenig & Bauer reduzieren Arbeitsplätze, Kurzarbeit wird immer häufiger ein Thema. Im ersten Augenblick klingt das nach Untergang, doch die Kurzarbeiterregelungen sind für viele Betriebe ein wirksamer Rettungsanker.
Mithilfe des Kurzarbeitergeldes können wirtschaftlich gesunde Betriebe eine vorübergehende Auftragsflaute überbrücken, ohne die Belegschaft grundsätzlich reduzieren zu müssen.
Der Leitfaden für die betriebliche Praxis erläutert alle notwendigen Schritte für den Ernstfall auch unter Berücksichtigung der Änderungen des Bundestages zum Bezug von Kurzarbeitergeld im März 2009.
 
Die Voraussetzung für die Gewährung von Kurzarbeitergeld wird genauso ausführlich behandelt, wie beispielsweise die Berechnung von der Sozialversicherungsbeiträgen. Ein gesondertes Kapitel gibt Hinweise zu Sonderfällen wie Mutterschutz, Krankheit oder Urlaub.

Die Broschüre “Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld – Leitfaden für die betriebliche Praxis in der Druck- und Medienindustrie” kann den Druck- und Medienverbänden für 78 Euro bezogen werden.


Colordruck Pforzheim vor der Pleite

Peggy Stuber am April 18, 2009

Das Pforzheimer Druckunternehmen Colordruck zerbricht unter der Wirtschaftskrise. 1959 wurde das Unternehmen gegründet und beschäftigte zur Hochzeit 350 Menschen. Nun verlieren die letzten 80 Mitarbeiter ihren Job.
Bereits seit Oktober 2007 führte ein Insolvenzverwalter die Geschäfte, nachdem die damalige Geschäftsführung den schweren Weg in die Insolvenz nicht mehr abwenden konnte.
Bis zum 30. Juni 2009 werden bestehende Verpflichtungen abgearbeitet, dann gehen bei Colordruck allem Anschein nach die Lichter aus.


Welche Klebebindung für welchen Einsatz?

Peggy Stuber am April 18, 2009

Dass Polyurethanleim die Grundlage einer stabilen Klebebindung ist, steht außer Frage. Die Klebekraft ist hervorragend und das Aufschlagsverhalten mit dem von Kaltleim durchaus vergleichbar. Doch die PUR-Verbindung braucht teuere Technik, deshalb werden oftmals die günstigeren Kalt- oder Heißleim-Klebebinder angeschafft.
Wer lediglich die Wahl zwischen Heißleimbindung und Kaltleimbindung hat, dem helfen die folgenden Tipps, sich für die richtige Bindung zu entscheiden.
Kaltleim bildet eine gute Basis für gestrichene Papiere im Digital- und Bilderdruck. Für aufwendige Broschüren beispielsweise, die eine gewisse Haltbarkeit haben sollen, stellt die Kaltleimbindung das Optimum dar. Kaltleim hat die besseren Klebeeigenschaften, weil er langsam trocknet und so in das Papier eindringen kann, er bleibt über Jahre hinweg elastisch.
Heißleim eignet sich hingegen insbesondere für stark holzhaltige Papiere, die Haltbarkeit ist jedoch insgesamt deutlich geringer. Die Handhabung von Heißleim ist dafür aber besonders unkompliziert. Heißleim trocknet sehr schnell direkt auf der Papieroberfläche. Er dringt nicht in die Fasern ein, sondern klammert den Rücken des Buches oder der Broschüre. Um eine Heißleimverbindung komplett zu öffnen, muss der Rücken gebrochen werden, weil die große Rückstellkraft das Buch sonst wieder zuklappen lässt.


80g-Flyer sind wieder in

Peggy Stuber am April 18, 2009

Je ausgefeilter die Möglichkeiten für jedermann sind, sich einen Flyer zu entwerfen und ihn nach eigenem Gusto drucken zu lassen, um so größer wird die Anzahl kreischbunter Flyer, gedruckt auf (mindestens) 250 g Papier.
Heimlich, still und leise schleicht nun Understatement durch die Hintertür. Immer öfter sieht man wieder, ich sage jetzt mal, Flugzettel, in schwarz-weiß und kaum mehr als Kopierqualität. Erst auf den zweiten Blick und nur für das geschulte Auge offenbart sich die aufwendige Gestaltung. Die bestechende Einfachheit eines scheinbar ausgestorbenen Produkts ist werbewirksam und wirklich begeisternd.


Einen starken Holzanteil hätte ich bitte gern und einen leichten Grünstich. Wer das richtige, virtuelle Papier als strukturelle Basis für seine Gestaltung sucht, wird gern auch mal bei flickr fündig. Es gibt viele freundliche Zeitgenossen, die ihre Arbeiten unter CC-Lizenz ins Netz stellen und Nutzung und auch Bearbeitung erlauben.

Es heißt aber immer die Lizenzen genau zu überprüfen, das Netz ist ein Abmahndschungel und auch flickr ist nicht frei von der Gefahr.

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Auftragsflaute? Dann wartet jetzt ein ganz besonderes Projekt auf Dich, denn Du musst Dich selbst verkaufen – Deine Kreativität, Deine Zuverlässigkeit, Deine rundherum gute Arbeit. Das sagt sich leicht. Wer zu wenige Aufträge hat, kämpft jedoch oft mit seinem Selbstbewusstsein und verkriecht sich gern hinterm eigenen Rechner.

Dabei hilft meist ein einfacher Weg heraus aus der Flaute und der heißt „kreativ bleiben“. Um den Spaß an der Arbeit nicht zu verlieren, suche man sich eigene, gern auch verrückte Non-Profit-Aufgaben und gestalte den Eingangsbereich des Altersheims um die Ecke oder den vor Fehlern strotzenden Flyer des Bäckers mit den besten Brötchen weltweit. Gegen einen Unkostenbeitrag schafft man es so vielleicht sogar in die regionale Presse und der Bäcker freut sich und nimmt den Flyer für 50 Euro (auch nicht mehr als die Unkosten deckend) gern ab.

Frei von Auftraggebern arbeiten zu können, ist ja schließlich ein Privileg. Man kann sich ausprobieren, Trend und Themen und vor allem das eigene Potenzial erkunden. War es eine solche Art von Langeweile, welche die Menschen hinter dem Flickr-Profil wandaaaa dazu trieb, das Photoshop-Programmfenster in 3D nachzubauen?