Auch an der Druckindustrie geht die Krise scheinbar nicht spurlos vorüber. So haben die Unternehmen in den letzten Monaten insgesamt einen Rückgang von knappen zehn Prozent zu beklagen.

In diesen -10% fallen vor allem Produktionsentwicklung mit -10% Rückgang und Auftragsentwicklung mit -16% Rückgang ins Gewicht (Zahlen laut Pressemitteilung des Bundesverbands Druck und Medien [bvdm]). Jedoch wird von Seiten der Unternehmen nicht nur die innerdeutsche Lage negative beurteilt sondern auch die Internationale. So werden Auslandsaufträge mit einem Rückgang von -21% beurteilt und auch die Mehrheit der Firmen sieht keine Verbesserung in der nächsten Zeit. Lediglich 28% der Druckfirmen erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage im nächsten halben Jahr, hingegen erwarten 36% eine Verschlechterung. Die restlichen 36% gehen von einer konstanten Entwicklung aus (Zahlen laut Hamburg pressrelations – Herbstprognose 2010).

All diese Zahlen spiegeln auch die Realität im Beispiel der Heidelberger Druck AG wieder, welche laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Bernhard Schneider einen massiven Stellenabbau plant. So soll auf Grund der negativen internationalen Marktentwicklung und der anhaltenden Krise nun doppelt so viele Stellen wie geplant abgebaut werden und auch betriebsbedingte Kündigungen sollen erstmals vollstreckt werden. Es ist dabei von einem Abbau von etwa 5.000 Stellen die Rede, was dem doppelten Volumen als bisher entspricht. Diese Einsparungsmaßnahme bedeutet bis 2011 ein Volumen von 400 Million Euro vor allem in den Sektoren Produktion, Forschung, Verwaltung, Produktentwicklung und Vertrieb. Notwendig geworden seien diese drastischen Maßnahmen durch keine merkliche
Verbesserung des Marktes in absehbarere Zeit und der weiterhin schwierigen Kreditvergabe von Seiten der Banken. So müsse das Unternehmen Kosten und Kapazitäten senken, um weiterhin bestehen zu können. Um den ins Auge gefassten betriebsbedingen Kündigungen nachkommen zu können, ist eine Kündigung des Beschäftigungssicherungsvertrags für Ende Juni geplant.
Dieses Beispiel der Heidelberger Druck AG zeigt deutlich, dass auch die Druckindustrie in der Krise steckt, beziehungsweise durch diese massiv beeinflusst ist und nicht zu vernachlässigen ist.

Weitere detailliertere Zahlen und Fakten finden Sie unter der Herbstprognose 2010.


WINTER&COMPANY ist ein Unternehmen, das weltweit für innovatives Überzugsmaterial für Printprodukte wie beispielsweise Bücher und Drucksachen, aber auch für Verpackungen und edle Displays steht.

Mit der Produktpalette verdeutlicht das Unternehmen die Vielfalt an zu diesem Zweck verfügbaren Farben, Oberflächen und Materialien. Angefangen von außergewöhnlichen farbigen Papieren und Kartons über Gewebe und Leder bis hin zu Hightech-Materialien – das Sortiment ist riesig und die einzelnen Produkte heben sich von der Masse ab. Und das nicht nur optisch, sondern sie wirken zudem noch durch haptische Elemente.

Mit Napura Canvas haben WINTER&COMPANY nun ein Produkt ins Sortiment aufgenommen, das das umsetzt, was man sich unter einem natürlichen Gewebe vorstellt – und das sowohl nach optischen als auch nach haptischen Kriterien.

Der Vorteil gegenüber dem natürlichen Gewebe sind ganz klar die deutlich günstigeren Kosten. Das Material ist speziell als Überzug für Bücher und Verpackungen entwickelt worden und daher besonders strapazierfähig. In Hinsicht auf Gestaltungsmöglichkeiten ist Napura Canvas begrenzt. Der Hersteller empfiehlt zu diesem Zweck das Heißprägen. Generelle Bedruckbarkeit ist nicht gewährleistet und stark motivabhängig, sollte vorher also individuell getestet werden.

Napura Canvas ist in 18 verschiedenen Farben als 130 g/m² – Bogen in 102 x 76 Zentimeter erhältlich.


Logodesign Basics Teil 2

Manuel Kniepe am Januar 30, 2010

Die Technik macht’s

Es gibt eine ganze Reihe technischer Beschränkungen bezüglich der Reproduzierbarkeit von Logos. An manche denkt man zunächst gar nicht, denn es geht nicht nur um traditionellen Druck in Druckereien. Trotzdem ist es wichtig sich dieser bewusst zu werden, diese zu kennen und zunächst als Beschränkung zuzulassen. Sinnvolle Grenzen können die Kreativität in großem Maße fördern und die Gestaltung von Anfang an ins richtige Fahrwasser setzen.

Beachten sollte man dabei, dass all diese Einschränkungen sinnvoll sind, aber keine von ihnen ist dogmatisch. Sollte man also bereits bei der Logogestaltung wissen, für welche Bereiche das Logo eingesetzt wird und vor allem für welche nicht, kann man diesbezüglich sinnlose Einschränkungen auch ignorieren.

Was muss ein Logo im besten Fall aushalten können: Den Druck in verschiedensten Größen und Qualitätsstufen, Prägungen, Stempel, verschiedenste Trägermaterialien, Faxgeräte, Stickereien, Stanzungen, Bildschirme unterschiedlichster Auflösung, etc.
Je unabhängiger und allgemeiner ein Logo gestaltet ist, desto vielfältiger ist sein späterer Anwendungsbereich, ohne dass man es verändern muss, was dann der Wiedererkennung nicht gut tut.

Ich werde hier nun eine kleine „Checkliste“ aufschreiben, an der man sich orientieren kann, wenn es um die technische Beurteilung eines Logos geht:

> Funktioniert das Logo in 20×20 cm und gleichzeitig in 2×2 cm Größe?
> Kann man das Logo negativ bzw. invertiert darstellen?
> Funktioniert das Logo auch als Bitmap/Strichzeichnung (schwarz/weiß)?
> Könnte man das Logo auch plastisch darstellen bzw. konstruieren?
> Kann man das Logo auf verschiedensten Materialien verwenden?
> Treten bei großer Verkleinerung des Logos drucktechnische Probleme auf?
> Erfüllt das Logo die Anforderungen der oben genannten Reproduktionsmittel?

Ein Tipp wie man bereits bei der Gestaltung zu Beginn vieler dieser Vorgaben automatisch erfüllen kann:
Legt euch eine 20×20 mm Arbeitsfläche an.
Füllt diese Gestaltungsfläche mit 80% Schwarz und gestaltet dann das Logo einzig und allein mit Weiß, also negativ.
Wenn das Logo dann fertig ist, und ihr damit zufrieden seid, druckt es in normaler (nicht hoher) Auflösung auf eurem heimischen Drucker auf normales 80g/m2 Korrespondenzpapier.
In den meisten Fällen, wird das gedruckte Logo nicht mehr so gut aussehen, wie ihr es eigentlich am Bildschirm gestaltet habt. Aber das ist okay so. Deshalb druckt ihr es ja aus.
Passt das Logo dann systematisch und mit Hilfe weiterer Testdrucke so an, dass es auch nach diesem schäbigen Druck gut aussieht.
Wenn ihr das geschafft habt, seid ihr im Besitz eines fast schon narrensicheren Logos, denn viel schief gehen kann auf technischer Ebene nun nicht mehr.

Eine weitere Hilfe sind auch Merksätze wie: „Das Logo muss man mit dem großen Zeh in den Sand zeichnen können“ und „Kann man das Logo auf Briefmarkengröße in Stoff sticken?“
– Dies sind sehr sinnvolle Fragen, denn sie verhindern zum Beispiel bereits das Nutzen von Verläufen und einen zu komplizierten und filigranen Aufbau, den sich das menschliches Gehirn nicht so leicht merken kann. Auf das eigentliche Erscheinungsbild abseits der technischen Merkmale gehen wir in der nächsten Stufe unserer kleinen Logodesign-Reihe genauer ein.

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Photoshop-App für iPhone

Peggy Stuber am Januar 28, 2010

Endlich! Photoshop auf dem iPhone – darauf haben wir gewartet.

Warum? Photoshop kann mehr, nicht nur in der Desktopversion, die Photoshop-App schlägt andere Bildbearbeitungs-Applikationen um Längen. Mit Adobe kann man Fotos auf dem iPhone auf die Schnelle drehen oder beschneiden, man kann aber auch Farbe und Helligkeit korrigieren oder zwischen verschiedenen Effekten und künstlerischen Werkzeugen wählen. Natürlich ist eine Undo-Funktion inbegriffen, so dass man ungewünschte Veränderungen auch wieder rückgängig machen kann.

Die App arbeitet komplett mit Gestensteuerung und ist seit Dezember weltweit verfügbar. Dieses must have für iPhone-Verrückte ist freundlicherweise kostenlos. Wirklich gebrauchen kann man es nicht, aber spielt das eine Rolle?

http://mobile.photoshop.com/iphone/


Was wurde im vergangenen Jahr in allen Branchen über Krisen, Umsatzeinbrüche, Massenentlassungen und dergleichen gesprochen. Die unterschiedlichsten Szenarien wurden an die Wand gemalt – und mit welchem Ergebnis nun eigentlich?

Der Bundesverband Druck und Medien hat jetzt erstmalig in Form eines Buches, die „Jahreskonjunkturanalyse 2009 Deutsche Druckindustrie“ veröffentlicht, in dem, wie es der Name ja bereits verspricht, ein Gesamtbild zur konjunkturellen Lage der deutschen Druckindustrie abgebildet werden soll. Darüber hinaus finden sich neben dieser Analyse, Überlegungen zu den langfristigen Marktchancen der Branche und Untersuchungen zum Strukturwandel sowie innovative Ideen aus dem Bereich der Drucktechnik.

Neben dem recht umfangreichen Tabellenteil enthält die Jahreskonjunkturanalyse Deutsche Druckindustrie 2009 weitere nützliche Informationen wie z.B. ein Glossar oder ein Veröffentlichungskalender statistischer Ergebnisse für die Druckindustrie. Das Werk befasst sich mit den unterschiedlichen volkswirtschaftlichen Bereichen der Druckbranche und verdeutlicht Entwicklungstendenzen und Perspektiven auf den einzelnen Gebieten.

Themen des Kompendiums sind u.a. ein Überblick über die Konjunkturbedingungen der deutschen Druckindustrie aus dem vergangenen Jahr, Angaben über deren Produktions- und Investitionsvolumen sowie Aussagen über den Arbeitsmarkt mit Personalbestand, Betriebsgrößenstruktur, Beschäftigtenstruktur nach Sparten und Bundesländern, Personalkostenanteil und Arbeitsproduktivität.

Ein Buch also voll mit Zahlen, Daten und Fakten. Vermutlich nicht jedermanns Bettlektüre, aber für diejenigen, die sich mit der Analyse der deutschen Druckindustrie befassen wollen oder müssen, ein nützliches Hilfsmittel.

Hier also noch einmal alle wichtigen Informationen gebündelt:
Nora Lauterbach
Jahreskonjunkturanalyse Deutsche Druckindustrie, Ausgabe 2009
68 Seiten, mit zahlreichen Tabellen und Grafiken,
DIN A4, Artikel-Nummer 82000,
Preis (Mitglieder): 
49 Euro zzgl. 7% MwSt. und Versand
Preis (Nichtmitglieder):
 79 Euro zzgl. 7% MwSt. und Versand.


Neues Führungsteam für „grüne“ Druckerei

Marc-Michael Schoberer am Januar 26, 2010

Die für ihr Umweltengagement und innovativen Ressourceneinsatz bekannte Druckhaus Berlin-Mitte GmbH im Herzen Berlins hat zum Beginn dieses Jahres ihre Führungsstruktur neu geordnet.

Ab 1. Januar ist der bisherige Vertriebsleiter Martin Lind alleiniger Geschäftsführer des Unternehmens. Ihm zur Seite stehen Christiane Krolewski und Ole Jach für die Produktionsleitung, sowie die Assistenten Jennifer Meister (Marketing und Vertrieb) und Christian Elbert (Technik).

Martin Lind sagte zur neuen Struktur: „Die Aufstellung der Geschäftleitung als Team von erfahrenen Spezialisten und die frühzeitige Einbeziehung junger Mitarbeiter in die Führungsarbeit erscheint uns im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung notwendig und sinnvoll“.

Ein weiterer wichtiger Schritt wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2009 getan. Sämtliche Firmenanteile wurden auf die gemeinnützige Sonja Röder Stiftung übertragen. Mit diesem ungewöhnlichen und besonders nachhaltigen Schritt werden die bisherigen Aktivitäten der Gesellschafter untermauert.

Seit Jahren verbinden die Gesellschafter der Druckhaus Berlin-Mitte GmbH, Hans und Sonja Röder sowie Ronald Krögler ihre wirtschaftlichen Aktivitäten mit einem Engagement für die Gesellschaft.

Aus dem Verständnis heraus, gerade als mittelständischer Unternehmer Teil der Gesellschaft zu sein und in besonderer Weise Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung zu tragen, wurde das Druckhaus Berlin-Mitte zu einer der umweltfreundlichsten Druckereien in der Region und in ganz Deutschland ausgebaut.

Mit der Übertragung der Firmenanteile auf die Stiftung stehen zukünftige Erträge der Gesellschaft ausschließlich dem Stiftungszweck, Tier- und Naturschutzprojekte in Deutschland, zur Verfügung.

Ronald Krögler sagte hierzu: „Mit der Sonja Röder Stiftung als neuer Eigentümerin, können die bisherigen Aktivitäten des Druckhaus Berlin-Mitte noch konsequenter fortgeführt werden.“

Der Gutenberg-Blog wünscht alles Gute!


Espresso Book Machine – next generation

Tom Schoener am Januar 26, 2010

Nachdem die erste Version der Espresso Book Machine im Jahre 2006 neue Maßstäbe in punkto Print-On-Demand gesetzt hat und vom „Time Magazine“ sogar zur „Best Innovation 2007“ gekürt wurde, geht es nun mit der digitalen Buchdruckmaschine in die zweite Runde.

Hierfür hat sich der Erfinder der Espresso Book Machine nun einen Partner ins Boot geholt und mit Xerox die Buchdruckmaschine weiterentwickelt. Diese ist nun in der Kombination mit dem Drucker Xerox 4112 erhältlich. Damit kann ein 300-seitiges Buch in den unterschiedlichsten Formaten in weniger als vier Minuten produziert werden. Parallel werden hierbei die Buchseiten und der farbige Umschlag gedruckt, dann geleimt und dreiseitig beschnitten. Auch die Anzahl der verfügbaren Titel ist im Vergleich zu den Anfängen der Espresso Book Machine deutlich größer geworden. Über die proprietäre Software besteht derzeit ein Zugang zu etwa 3,3 Millionen Titel.


Achim Schaffrinna, grimmepreisgeschmückter Grafik-Designer, hat sich mal daran gesetzt, seine Blog-Leser nicht nur über den neuesten Trends zu informieren und zum Teil heiße und sehr fruchtbringende Diskussionen auszulösen, sondern mal ein bisschen Basiswissen zu vermitteln. Erste Lektion: Typografie.

Im Mittelpunkt steht die Schrift mit ihren Grundelementen, also nicht Satzspiegel und Schriftgröße, sondern Cauda, Fähnchen und Schattenachse … Basiswissen, das längst nicht jeder draufhat. Nur für die wenigsten ist das Entwerfen von Schriften ein geliebter Zeitvertreib, obwohl ich solche Menschen für ihre Ruhe sehr bewundere.

Mit der bereitwilligen Hilfe seiner Leser hat Achim im Dezember eine umfangreiche Liste von Begriffen und ihren Definitionen zusammengestellt. Offenbar lag ihm der Weihnachtsbraten nicht sehr schwer im Magen, denn nun, vier Wochen später, präsentiert er die Ergebnisse seiner Sammlung in einem schönen DIN-A1-PDF, für Lehrlinge oder Ästheten zum Ausdrucken.

Der Download ist kostenlos. Der Zuwachs an Wissen ist enorm.


Das Städtebild der Superlative

Wir leben in einer Welt der Superlative. Alles muss so groß oder so klein, so schnell, so hoch, so komplex wie möglich sein. Hauptsache die Grenzen des Extremen werden erreicht.

Mit einer Auflösung von 297.500 x 87.500 Pixel, umgerechnet also 26 Gigapixel, findet sich auf www.dresden-26-gigapixels.com das nach aktuellen Stand größte Bild der Welt und zeigt die komplette sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Aufgenommen wurde das Foto mit einer Canon 5D mark II mit einem 400mm-Objektiv. Aber was heißt hier das „Foto“. Das Bild setzt sich aus insgesamt 1.655 Vollformatbildern mit je 21,4 Megapixeln zusammen, die ein Foto-Roboter in knapp drei Stunden aufgenommen hat und die von einem Computer nahtlos aneinander gefügt worden sind. Um die Dimension des Ganzen ein wenig zu verdeutlichen: für die Verarbeitung der 102 GB Rohdaten benötigte ein Computer mit 16 Prozessoren und 48 GB Hauptspeicher 94 Stunden.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist beeindruckend. Das Bild ist im Internet zu sehen und so detailreich, dass man selbst aus kilometerweiter Entfernung die Uhrzeit am Hausmannsturm ablesen kann. Nahezu jedes Detail von Dresden kann man sich mittels Zoom anschauen. Allerdings ist dafür schon eine Breitband-Internetverbindung notwendig. Da ein so riesiges Bild den Betrachter natürlich völlig überfordert, haben die Betreiber der Seite dem User eine kleine Hilfe an die Hand gegeben, um sich auf dem überdimensionalen Foto zurechtzufinden. Unterhalb des Großbildes befinden sich vergrößerte Ausschnitte von einzelnen Motiven und Schauplätzen von Dresden. Beim Anklicken öffnet sich dabei nicht ein neues Einzelbild, vielmehr wird genau an die exakte Stelle des Fotos gezoomt. Ein ganz pragmatischen Grund hat diese Unterteilung zudem auch noch: das Betrachten des vollständigen Bildes würde jeden Heimcomputer vollkommen überfordern.

Wie gesagt, ein wirklich beeindruckendes Ergebnis und wer Lust auf eine kleine virtuelle Dresdentour hat, der wird hier wohl Stunden verbringen können.

Wer von Dresden noch nicht genug haben sollte, der setzt seine virtuelle Städtetour weiter in Richtung Osten fort und besucht auf www.360cities.net/prague-18-gigapixels kurzerhand Prag. Hierbei handelt es sich um ein 360-Grad-Panorama ohne Bildgrenze, so dass man im Kreis drehend die tschechische Hauptstadt erkunden kann. Für die Erstellung des 18 Gigapixel-Bildes hat der Fotograf über einen Monat benötigt. Ebenfalls ein im wahrsten Sinne des Wortes sehenswertes Projekt.


Print ist tot, es lebe der Print!

Tom Schoener am Januar 20, 2010

San Francisco Panorama Magazine

Wie oft wurde in den letzten Jahren das Ende des Printjournalismus beschrien. Schuld sei die übermächtige Konkurrenz in Form der kostenlosen World-Wide-Web-Kultur. Schließlich stellt sich zugegebernermaßen nicht zu Unrecht die Frage, warum man für die tägliche Nachrichtendosis überhaupt die warme Wohnung verlassen sollte. Und dann verkündet dieses analoge Medium Informationen, die praktisch schon gar nicht mehr aktuell sind. Die heutige Gesellschaft lebt schnell, isst schnell und möchte am liebsten auch heute schon die Schlagzeilen von morgen auf´s iPhone.

„San Francisco Panorama“, das neuste Projekt des amerikanischen Autors Dave Eggers, zeigt diesem Trend die kalte Schulter. 320 Seiten, davon 112 auf hochwertigem Papier. Eine in jeder Hinsicht einmalige Ausgabe. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Dave Eggers mit diesem Projekt gewissermaßen auf die Potenziale und die Vorzüge einer Zeitung hinweisen will. Wenn man so will ist er der Kontrapunkt zum Internet.

„San Francisco Panorama“ glänzt da, wo andere Zeitungen am kräftigsten sparen. Angefangen von Lokalgeschichten geht es in die weite Welt hinaus. Und so findet hier man mit ausführlichen Reportagen, Hintergrundberichte und Kurzgeschichten einen investigativen Journalismus wieder. Kunst-Journalismus wie er in der heutigen Medienlandschaft praktisch so gut wie gar nicht mehr anzutreffen ist. Was einen weiteren signifikanten Unterschied zu Mitbewerbern ist, ist u.a. ein intensiver Fokus auf das Feuilleton. Allein die Book-Review umfasst etwa hundert Seiten und beinhaltet neben den erwartbaren Kritiken, Interviews, frisch erdachte Erzählungen und Essays. Darüber hinaus gibt einen üppigen Comicteil, für den u.a. Comic-Legende Art Spiegelmann gewonnen werden konnte. Ohnehin glänzt die Zeitung mit reichlich prominenter Autorenschaft. So finden sich unter den Journalisten Pulitzerpreisträger sowie klangvolle Schriftstellernamen wie Nicholson Baker, William T. Vollmann oder Stephen King, der z. B. für den Sportteil geschrieben hat.

„San Francisco Panorama“ erfreut sich noch immer größter Beliebtheit und das trotz der 16 Dollar, die das Magazin mittlerweile kostet. Und die Leser finden sich innerhalb der Zielgruppe, die man doch eigentlich im Internet beheimatet glaubt – die unter Dreißgjährigen, die Kreativen, die Ex-Generation-Golf-Herrschaften. Dave Eggers wollte ein Ausrufezeichen setzen. Print lebt und ist noch ange nicht ein verstaubtes Relikt vergangener Tage. Print kann mit der Geschwindigkeit des Nachrichtentransfers im Internet nicht mithalten. Aber es kann da punkten, wo das Internet auf die Grenzen der eigenen Schnelllebigkeit stößt – Reportagen, ausführliche Hintergrundberichte, ein opulentes Layout und Essays. Für den Erhalt des Prints müssen sich die Verleger also auf die Anfänge dessen besinnen, was Zeitung einmal war.
Es lebe der Print!


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