„Value added Printing – Drucken mit Mehrwert“

Stefanie Schaetzler am März 30, 2010

Informationsflut bestimmt unseren Alltag. Tag für Tag überschwemmen uns Unmengen an Neuigkeiten, Nachrichten und Informationen. Hier zu selektieren wird oft schwierig, die schiere Nachricht allein reicht oft nicht mehr aus, um als alleiniges Auswahlkriterium zu fungieren. Desensibilisierung lautet hier das Stichwort. Inhalt allein schafft es nicht mehr, unsere Aufmerksamkeit zu erhalten. Das neue Erfolgsrezept, um Inhalt zu kommunizieren, lautet Emotionalisierung. Trotz Informationsübersättigung lässt sich dank Emotionalisierung Aufmerksamkeit generieren.

Gerade im Printbereich sind diesen Emotionen keinerlei Grenzen gesetzt. Value added Printing geht dabei sogar einen Schritt weiter: Emotionalisierung durch Sinneswahrnehmungen. Haptik und Optik werden angesprochen, auch olfaktorische Wahrnehmungen werden erzeugt. So erlauben z.B. hochpigmentierte Farben eine nie dagewesene Farbraumerweiterung und das Spiel mit den Farben wird zu etwas Neuem und Faszinierendem. Verschiedene Stoffe wie Papier, Karton oder Samt sorgen ihrerseits wiederum für unterschiedliche Sinneseindrücke. Die Materialien werden sowohl erfühlt, gesehen als auch akustisch wahrgenommen. Lackierungen führen zu glänzenden Momenten, Prägetechniken und 3D Effekte sorgen für berühmt-berüchtigte AHA-Erlebnisse. Nicht zuletzt resultieren auch Duftlacke in Eindrücken der besonderen Art.

Die Kombination aus Design, Materialwahl und Veredelung schafft so ein einmaliges Produkt. Vor allem durch die Veredelung entsteht ein Produkt, welches dem Empfänger einen Mehrwert bietet. Denn gerade im Zuge der Emotionalisierung wird bei der Veredelung stark auf die Interessen der Zielgruppen geachtet. So avancieren zum Beispiel besonders aufwändig verarbeitete und veredelte Printprodukte zu wertvollen und einmaligen Sammlerstücken.

Hat man die Aufmerksamkeit des/der EmpfängerIn erlangt, zählt freilich der Inhalt. Doch bis zu diesem Punkt stellt das Value added Printing mit seinen zahlreichen, sinnlichen Veredelungsvarianten und dem umfassenden, greifbaren Erlebnis, einen Garant für Erfolg dar. Lassen Sie uns im wahrsten Sinne des Wortes „begreifen“ was wir da vor uns haben.

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Die Herstellung von Mailings

Wolfgang Walenski am März 29, 2010

Unter dem Begriff “Inline-Finishing” verbirgt sich im Rollenoffsetdruck eine sehr umfangreiche, manchmal aufwendige, aber vor allen Dingen sehr differenzierte Technologie der Weiterverarbeitung der bedruckten Papierbahn zu Fertigprodukten wie z.B. Mailings (Massen-Postsendungen). In der Fachsprache wird manchmal auch von “Endlosveredelung” oder “Web Finishing” gesprochen.

Dazu gehören Produkte, die einerseits eine Falzung aufweisen die über die übliche Standardfalzung eines Falzapparates hinausgehen, aber zusätzlich eine Veredelung oder Bearbeitung erfahren wie sie heute z.B. für die Produktion von Mailings verlangt werden. Diese Arbeiten können aber nur durch zusätzliche Ausbaustufen im Überbau des Falzwerkes einer Rollenoffsetmaschine produziert werden, oder mit Hilfe von speziellen Zusatzaggregaten, die online mit der Rollenoffsetmaschine verbunden sind. “Mailings” (eng. to mail = per Post versenden) sind z.B. typische Produkte, die im Rollenoffsetdruck inline oder online mit zusätzlichen Aggregaten in fast unendlichen Varianten produziert werden. Es sind höherwertige, multifunktionale Produkte wie z.B. personalisierte postversandfähige Kuverts mit einem speziellen Inhalt. Hier wird lackiert, perforiert, gestanzt, aufgeklebt, verleimt, gummiert, angeleimt und Beigaben als Warenproben integriert. Auch Prägungen, Streifleimungen, Duftlackierungen und Aufreissperforationen sind möglich.

Die Herstellung solcher und ähnlicher Produkte verlangt nach einem speziellen Know-how und einem großen kreativen Ideenreichtum, um durch immer neue Produktvarianten der Werbung “junge” und auffällige Ideen anzubieten. Solche Druckerzeugnisse müssen beim Empfänger durch ihre besondere Inline-Konfektionierung eine besondere Aufmerksamkeit unter der Flut der übrigen Prospekte, Kataloge und Handzettel erwecken. Die Personalisierung, Adressierung und Codifizierung spielt dabei heute eine sehr wichtige Rolle, wobei sehr vorteilhaft die digital gesteuerte Inkjet-Technologie oder Laserdrucker eingesetzt werden. Die Herstellung von Mailings ist eine besondere Spezialität weniger Hersteller, für die sich ein stetig wachsender Markt, nicht nur mit großen, sondern auch mit kleinen und mittleren Auflagen entwickelt hat.

Hinweis: Empfehlenswert sind die  „malingtagtage“ in Nürnberg vom 16.06.2010 – 17.06.2010.
Das ist die Fachmesse für Direkt-und Dialogmarketing. Rund 400 Aussteller präsentieren auf der mailingtage Messe Nürnberg ihre Produkte und Dienstleistungen von A wie Adressen, über E wie E-Mail-Marketing, M wie Mobile Marketing bis zu T wie Telefonmarketing oder Z wie Zustellung. Ein umfassendes Vortrgas- und Weiterbildungsangebot, Foren, zahlreiche Praxisworkshops und der Fachkongress ergänzen das Ausstellungsangebot der mailingtage Nürnberg.


Sappi Printers of the Year: Nominiert sind…

Tom Schoener am März 27, 2010

Es ist mal wieder soweit. Nach dem Einsendeschluss am 31. Januar 2010 hat die Jury aus über 2.000 Einsendungen von Druckerei-Unternehmen aus 34 Ländern, die bei Sappi eingegangen sind, gewählt und nun die Finalisten für den Wettbewerb “Sappi Printers of the Year” bekannt gegeben.

Zum Hintergrund: Alle zwei Jahre werden die besten Drucker und die besten Arbeiten auf Sappi-Papieren in den elf Kategorien ausgezeichnet. Das sind: Geschäftsberichte, Bücher, Magazine, Kataloge, Broschüren, Kalender, Digitaldruck, allgemeine Druckerzeugnisse, Verpackungen und Etiketten sowie Eigenwerbung des Druckers. Teilnehmen können dabei alle Unternehmen, deren Druckobjekte in den letzten beiden Jahren mehrheitlich bis vollständig auf Sappi-Papieren gefertigt worden sind.

Die besten drei einer jeden Kategorie, also insgesamt 49 Unternehmen aus 13 Ländern, dürfen sich nun auf eine Reise nach Prag freuen. Hier werden am 29. Mai im Rahmen einer festlichen Gala die Gewinner in den einzelnen Kategorien von der unabhängigen Jury bekannt gegeben.
Der “Sappi Printers of the Year” kommt 2010 mit einigen Neuerungen daher. Zum einen wurde in diesem Jahr die Kategorie Magazine in Magazine Bogendruck und Magazine Rollendruck unterteilt und mit der Hinzunahme der Kategorie „Digitaldruck“ die Anzahl der Kategorien auf elf erhöht. Zum anderen würdigt Sappi mit dem „Blue Green“-Award erstmals herausragende kreative Leistungen im Kontext eines sozialen beziehungsweise gesellschaftlichen Engagements in Verbindung mit umweltfreundlichem Druck.

Die Liste der Nominierten:
Belgien: Blondé Printing
Deutschland: Eberl Print
Deutschland: Mediahaus Biering
Deutschland: Druck Pruskil
Deutschland: Druckstudiogruppe
Deutschland: Appl Druck
Deutschland: Druck Pruskil
Deutschland: Color Offset
Deutschland: Sommer Corporate Media Elanders
Deutschland: ColorDruckLeimen
Deutschland: Eberl Print
Deutschland: Königs Druck
Deutschland: Color Offset
Deutschland: Lechte Medien
Deutschland: RK Medien
Deutschland: Druck- und Verlagshaus Fromm
Deutschland: Silfox Packaging
Deutschland: Benatzky Druck und Medien
Deutschland: DFS Druck Brecher
Deutschland: Druckhaus Cramer
Deutschland: Druckpartner Druck -u. Medienhaus
Deutschland: Eisele-Druck
Griechenland: Macart
Italien: Ditre
Italien: Fontegrafica
Italien: SIZ Industria Grafica
Italien: Poligrafica Mancini
Kroatien: Agencija za komercijalnu djelatnost
Niederlande:Leerdam druk
Niederlande: Direxiondm
Niederlande: Thieme Groep
Niederlande: Drukkerij Tuijtel
Niederlande: EuroFlex
Niederlande: Leerdam druk
Österreich: Paul Gerin Druckerei
Österreich: Ploetz-Druck
Polen: Drukarnia Impresta Tadeusz Rybczyk
Spanien: Artes Gráficas Palermo
Spanien: Cobrhi
Schweiz: Imprimerie Cavin
Schweiz: Heer Druck
Schweiz: Courvoisier
Schweiz: AVD Goldach
Tschechische Republik: Tiskarna Grafico
Türkei: Kurtis Screen Printing Co.
Ungarn: Concard Studió bt.
Ukraine: Novyi Druk
Vereinigte Arabische Emirate: Emirates Printing Press


Die Algraphie

Wolfgang Walenski am März 26, 2010

Die Algraphie war ein Verfahren zur Herstellung von Flachdruckformen für den Steindruck. Es waren gekörnte und speziell vorbehandelte Aluminiumplatten, auf denen sowohl die manuellen lithographischen Techniken direkt auf die Platte ausgeführt werden konnten als auch photomechanische Kopien mit Hilfe mit Chromgelatine. (Photo-Algraphie) möglich waren. Das Verfahren sollte den unhandlichen und schweren Lithographiestein ersetzen.

Es wird deshalb auch von Aluminiumdruck gesprochen oder von Algraphischer Druck. Das Verfahren der Algraphie war der Firma J.Scholz , Mainz, durch die Patente Nr.72 470 ab 18.Sept.1892, und DRP Nr. 84 829 ab 17. Juni 1894 geschützt. Es bestand darin, dass die Aluminiumplatte vor dem Zeichnen oder Umdrucken mit 20 %iger Phosphor- oder Flußsäure behandelt wurde, bis sich ein weißlicher Niederschalg gebildet hat. Danach wurde sie mit einer Alaunlösung behandelt. Nach dem Zeichnen oder Kopieren erfolgte das Ätzen mit einer Lösung aus 25 g Gallussäure, 8 g Phosphorsäure, 130 g Gummi und 837 g Wasser.

Ab 20.August 1896 erhielt auch die Firma „Cornwall Printing Press, New York, das DRP Nr. 103 437 für den ein Verfahren für den Druck von Aluminiumplatten. Hier wurden die Platten in einem Bad von 20% Salpetersäure und einem Zusatz vön 2 % Fluorwasserstoffsäure so lange behandelt, bis die Oberfläche der Aluminiumplatten eine gleichmäßige Körnung angenommen hatte.

Die Aluminiumplatten konnten sich in der damaligen Zeit allerdings nicht durchsetzen. Erst wesentlich später, nämlich 1956 kam für den Offsetdruck eine Aluminiumplatte wieder unter dem Markennamen Eggen-Mikralplatte auf dem Markt. Es war eine mikrogekörnte Platte zur einmaligen Verwendung. 1962 folgte dann die Eggen-Elanplatte mit einer anodisierten Oberfläche. Bis zum heutigen Tag ist Aluminium das bevorzugte Material für Offsetplatten in allen Variationen


Der 8. Mai 2010 dürfte zum Pflichttermin für Designer und Druckspezialisten werden. Die Reise geht nach Leipzig ins Museum für Druckkunst, denn hier finden bereits zum 16. Mal die Leipziger Typotage statt. Die zehn Referenten werden sich an diesem Tag voll und ganz dem Thema „Druckkunst 2.0“ und damit den alten und neuen Rivalitäten in Druck und Typografie widmen.

Mit diesem thematischen Rahmen will der Veranstalter, die Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst, auf die Veränderungen innerhalb der Druck- und Gestaltungsbranche eingehen, wie beispielsweise die zunehmende Bedeutung digitaler Prozesse. Gerade dieser Aspekt verdeutlicht, dass der Wandel innerhalb der Branche zum einen ganz neue Herausforderungen mit sich bringt, zum anderen aber auch unglaubliche Möglichkeiten für Kunst, Design und Produktion entstehen.
Die Welt der klassischen Printerzeugnisse verändert sich zunehmend. Auf welche Weise sie das tut, beleuchten nun die einzelnen Referenten aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Buchkunst, Typografie, Verlagswesen und Kunstdruck, aber auch Hochschulen. So werden der Berliner Verleger Robert Klanten von „Die Gestalten“, die Schriftdesigner Veronika Elsner und Günther Flake von Elsner+Flake (Hamburg), der Leipziger Typograf Erhard Kaiser, Wolfgang Schubert vom Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V. , Nina Schütte und Jörg Petri von der Edition Kopfnote (Berlin) und Marc Mittelstaedt von Giesecke & Devrient aus München ihre jeweilige Perspektive den Besuchern vorstellen.

Als ein Höhepunkt der Leipziger Typotage wird das Streitgespräch zwischen Prof. Jay Rutherford und Prof. Frank Hartmann von der Bauhaus-Universität Weimar angekündigt. Die beiden Professoren werden ihre kontroversen Ansichten zum Thema „Schrift versus Bild“ diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Ulrike Stoltz von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Die Teilnehmer der Leipziger Typotage können sich auf eine spannende Mischung aus Vorträgen und Diskussion freuen, in denen ein Blick auf die Trends der Branche geworfen werden wird.

Hier noch einmal alle Referenten mit ihren Vorträgen im Überblick:

• Veronika Elsner und Günther Flake „Vom Blei zum Bit – Bedeutet digitalisieren manipulieren?“ (Elsner+Flake)
• Erhard Kaiser „Schrift: nach wie vor anders oder nicht?“ (freier Typograf)
• Nina Schütte und Jörg Petri „Digilog – ein Dialog von Tinte und Toner, Korrex und Kopierer“ (Edition Kopfnote)
• Prof. Jay Rutherford und Prof. Frank Hartmann „Streitgespräch Schrift versus Bild“ (Bauhaus-Universität Weimar)
• Robert Klanten „Digital denken, analog speichern“ (Die Gestalten)
• Marc Mittelstaedt „Kunst und Druck im Wertpapier“ (Giesecke & Devrient)
• Wolfgang Schubert „Lichtdruck-Kunst in digitaler Zeit“ (Lichtdruck-Kunst Leipzig e. V.)


Die richtige Richtung zählt!

Stefanie Schaetzler am März 24, 2010

Generell beschreibt man mit der Laufrichtung eine Positions- oder Richtungsangabe, welche sich aus –mitunter nur gedachten – Bewegungen ergeben. Bezogen auf Papier beschreibt die Laufrichtung die Ausrichtung und Anordnung der Zellstofffasern innerhalb des fertigen Produktes. Im Prozess der maschinellen Papierherstellung schwimmen die Fasern frei und werden dann parallel zur Laufrichtung der Papierbahn angeordnet. Das fertige Papier lässt sich später in Faserrichtung leichter biegen als entgegen der Faserrichtung.

Eine Tatsache, welche für Buchhandel und Co nicht unerheblich ist. Denn Bücher oder Zeitschriften, bei denen die Laufrichtung des verwendeten Papiers nicht parallel zum Buchrücken ausgerichtet ist, lassen sich anschließend nur schwer umblättern bzw. kann sogar an der Bindung abbrechen.

Da man zwischen zwei Laufrichtungen unterscheidet, werden Papierpackungen entsprechend gekennzeichnet, um so dem Verbraucher die Richtung anzuzeigen. Differenziert wird dabei zwischen Schmalbahn und Breitbahn. Schmalbahn (SB) bezeichnet diejenige Laufrichtung, bei welcher die Fasern des Papiers parallel zur langen Seite des Blattes verlaufen. Breitbahn (BB) hingegen bezeichnet Papiere, bei denen die Fasern parallel zur kurzen Seite des Blattes verlaufen. Sowohl für den Druckbereich als auch alle anschließenden Arbeitsschritte bzw. jegliche Weiterverwendung von Papier ist diese Einteilung entscheidend.

Um besonders stabile und beständige Papiere zu erhalten, werden oftmals mehrere Blätter in abwechselnder Laufrichtung übereinander geklebt. Ähnlich dem Sperrholz entsteht so ein recht standhaftes Papier, welche auch Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit etwas weniger ausgesetzt ist, wie normales, einlagiges Papier. Die so entstandenen Papierarten sind bei uns unter dem Begriff Karton bekannt, wobei für einige Kartonarten neben Papier noch zusätzliche Stoffe zum Einsatz kommen.

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Das Gautschen

Wolfgang Walenski am März 23, 2010

1. Der alte Ausdruck „Gautschen“ stammt aus der Handschöpferei bei der Herstellung von Büttenpapier. Dabei wird der feuchte Bogen nach dem manuellen Schöpfvorgang in der Bütte und dem Ablaufen des Wassers vom Sieb des Schöpfrahmens auf ein Trockenfilz durch ganz leichten Druck abgelegt d.h. gegautscht. Ein Stoß Papier und Filze wurde „Pauscht“ genannt und bestand aus 181 Bogen zwischen 182 Filzen. Zur weiteren Entwässerung wurde dieser Stapel dann in einer Gautschpresse entwässert. Danach erst wurden die einzelnen Bogen aufgehängt und an der Luft getrocknet.

2. Auch bei der industriellen Papierherstellung auf einer Papiermaschine erfolgt am Ende der Siebpartie ein Gautschen, eine erste mechanische Entwässerung der Papierbahn vor Überführung in die Pressenpartie der Maschine. Ein Abriss der feuchten Bahn wird Gautschbruch genannt wobei sie zur Wiederverwendung in die sogenannte Gautschbruchbütte geleitet wird.

3. Unter „Gautschen“ wird auch die Vereinigung mehrerer noch nasser, meist stofflich verschiedener Papierbahnen zu einer einzigen, mehrlagigen bei der Herstellung von Karton. Es wird dann von gegautschtem Karton gesprochen.

4. Das Gautschen ist aber auch ein uralter Buchdruckerbrauch der sich bis in un- sere Zeit erhalten hat. Dabei werden am Ende der Ausbildungszeit heute kaum noch Buchdrucker, aber Offsetdrucker, Tiefdrucker, Buchbinder, Reproduktionsfachleute und Mediengestalter nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildungszeit durch einen traditionellen Gautschprozess (Sitzen auf einem Stuhl mit nassen Schwämmen und Eintauchen in eine Bütte/Bottich) mit Waser zum Gesellen (Schwarzkünstler) gekürt. Für dieses feierliche, aber auch feucht-fröhliche Ereignis wird ein „Gautschmeister“ aus der Druckerei ernannt, der von einem „Schwammhalter“ und vom ersten und zweiten „Packer“ unterstützt wird. Symbolisch bedeutet dieser Brauch auch, dass der neue Geselle von allen schlechten Gewohnheiten seiner Ausbildungszeit gereinigt wurde. Dokumentiert wird diese nasse „Lossprechung“ durch feierliche Überreichung eines künstlerisch gestalteten und kalligraphisch auf Pergament geschriebenen Gautschbriefes als Erinnerung.

Der Text auf einem Gautschbrief lautet z.B. :

Packt an! Lasst seinen Corpus posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durst’gen Seele ein Sturzbad gebet obendrauf- Das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Taufe“.
Von Gottes Gnaden, wir Jünger Gutenbergs, des heiligen römischen Reiches tun an mit jedermännlich Kund und zu wissen, dass der Jünger der wohl edlen Buchdruckerkunst nach altem Brauch und Herkommen heute mit Zuziehung des Herrn Gesellen…… die Wassertaufe ad posteriora erhalten hat und damit in sämtliche uns von Kaiser FriedrichIII. Verliehenen Rechten und Previlegien eingesetzt ist. Kraft dieses Briefes gebieten wir allen unseren Kunstgenossen, obengenanten Jünger Gutenbergs als echten Schwarzkünstler anzuerkennen und aufzunehmen.
Unterschriften des Gautschmeister, des Schwammhalters, erster Packer, zweiter Packer und Zeugen.

Nach altem Brauch und Sitte wird die traditionelle Gautschzeremonie begleitet mit Essen, Trinken (Freibier) und fröhlichen Liedern.


Von iPad bis XML – das Forum Media Publishing

Tom Schoener am März 23, 2010

Der Verkaufsstart des viel besungenen iPad in Deutschland rückt zusehends näher, doch was genau kann dieses Wundergerät denn eigentlich? Viele Details und Funktionen sind noch immer nicht hinlänglich bekannt. Und die Frage, die man sich als Publisher stellen muss: Was bringt mir dieses neue Apple-Tablet? – bleibt vorerst unbeantwortet.

Vorerst! Denn am 24. März wird es in Frankfurt am Main das Forum Media Publishing geben, welches die Trends und Techniken für das Publizieren von Morgen zum Thema haben wird. Der Apple-Experte Christian Hieber, Buchautor im O’Reilly-Verlag zu Apples Lifestyle-Produkten sowie Autor der Websites ifun.de und iPhone-Ticker.de, wird an diesem Tag die Chancen und Anwendungsmöglichkeiten des Apple iPad vorstellen. Das Forum soll der Rahmen für eine Diskussion sein, in der die Techniken und Verlagskonzepte des iPad zur Sprache kommen sollen. Darüber will das vom Bundesverband Druck und Medien organisierte Forum Einblicke in die Bereiche des Multi-Channel-Publishing und des automatisierten Publizieren geben sowie Plattform zum Austausch über die neuen Märkte und Medien wie Digital Content Distribution, Mobil-Publishing und Mobil-Marketing sein.

Das große Thema des Forum Media Publishing ist aber das sich immer mehr zum Universalformat entwickelte XML und die sich in diesem Kontext für die Publisher ergebenden Fragen. So wird man auf dem Forum erörtern, ob XML der Weg für das Publizieren der Zukunft sei und wie die Qualitätssicherung von XML-Dokumenten erfolgreich realisiert werden könne? Auch Ausführungen zum Thema Crossmedia-Publishing werden nicht fehlen.

Das Forum richtet sich dabei an alle Akteure der Druckbranche, die sich mit dem Thema Zukunft des Publishings auseinandersetzen wollen – von Druck- und Mediendienstleistern, über Werbeagenturen bis hin zu Hersteller- und Medienentscheidern aus Verlagen und Industrie. Namhafte Referenten und Praktiker werden sich einen Tag lang komplett dem Thema XML widmen und die neuesten Verlagsanwendungen und Projekte vorstellen.

Wer sich online anmelden möchte oder auf der Suche nach weiteren Informationen zu Programm oder den Referenten ist, findet dies unter www.forum-mediapublishing.de.


Papyrus, der erste beschreibbare Stoff, war bereits zu antiken Zeiten bei den Ägyptern, den Römern und den Griechen bekannt. Man geht davon aus, dass es die alten Ägypter waren, welche die Herstellung des papierähnlichen Gewebes erfanden und dies auch anwandten. Seit etwa 2800 v.Chr. ist Papyrus in Ägypten nachweislich in Verwendung gewesen. Die Griechen kannten und nutzen Papyrus wahrscheinlich seit ca. 600 v. Chr. Als ältestes, noch erhaltenes, griechisches Dokument, welches auf Papyrus zu finden ist, gilt das Werk „Persai“ von Timotheos aus Milet. In diesem Gedicht beschreibt er die Schlacht von Salamis – 250 Verse davon sind auf diesem Schriftstück aus Papyrus erhalten geblieben.

Sowohl Griechen wie auch Römer nutzten diese Gewebe noch bis ca. 400 n.Chr. Ungefähr zu dieser Zeit wurde der Stoff durch Pergament abgelöst. Dennoch verschwand dieser Schreibstoff nicht von der Bildfläche. Bis ins 9.Jahrhunder nach Christus wurde Papyrus vor allem für private Dokumente und offizielle Briefe genutzt.

Die Herstellung dieses Geflechts ist zeitaufwendig und von Handarbeit bestimmt. Ausgangspunkt ist die Papyrusstaude, auch Cyperus papyrus genannt. Dieses grasartige Gewächs kam ursprünglich aus den tropischen Gefilden rund um Zentralafrika. Doch sie wurde schon recht bald auch in anderen Gegenden als Zier- und Nutzpflanze eingeführt. Unter anderem benutzte man sie zur Herstellung eben jenes Naturproduktes. Zuerst musste dafür der Stängel der Staude auf die Länge gekürzt, welche das spätere Blatt haben sollte. Die Außenhaut wurde entfernt und das innere Mark für 14 Tage gewässert und eingeweicht. Anschließend wurden die Markteilchen plattiert und dünn ausgerollt. Danach wurden die gewalzten Stängel schachbrettartig übereinandergelegt und fest ineinander gepresst. Nachdem die so bearbeiteten Seiten getrocknet waren, konnten sie beschriftet oder bemalt werden.

Als größte Widersacher dieses mitunter feinen Gewebes gelten Wurmfraß, Feuchtigkeit und mechanische Beanspruchung. Wie auch beim heutigen Papier zu finden gab es bei der Herstellung von Papyrus ebenfalls verschiedenen Qualitätsstufen. Die edelsten Blätter blieben wichtigen Dokumenten vorbehalten.

Heute sind Papyrusrollen, wenn sie denn noch gut erhalten sind, ein wichtiger Zeitzeuge und ein Bindeglied zu unserer Geschichte. In Museen und Ausstellungen kann man sich immer wieder von der Faszination Papyrus berauschen lassen.


Gemeinsam mit dem Veranstalter verlosen wir eine Eintrittskarte zum DDF Congress in Mainz im Wert von über 350 €.

Wie bereits auf dem Gutenberg Blog berichtet, findet das Event am 18. April 2010 statt und bietet jede Menge relevante Informationen, interessante Anregungen, neue Ideen und lohnende Begegnungen.
Lest hier nochmals den ganzen Artikel zum DigitaldruckForum.

Wie ihr teilnehmen könnt? Ganz einfach!
Folgt den Twitter-Accounts @gutenbergblogde und @ValueCommAG und retweetet folgenden Satz:

Jetzt mitmachen und eine Eintrittskarte zum DDF Congress im Mainz gewinne.

Das Gewinnspiel endet am 26.04.2010.
Unter allen Teilnehmern ermitteln wie den Gewinner per Zufalssgenerator. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen.

Das Team Gutenberg Blog wünscht euch viel Glück!


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