3D-Drucker – die Zukunft?

Marc-Michael Schoberer am April 13, 2013

Eine im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom durchgeführte repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 81 Prozent aller ITK-Unternehmen damit rechnen, dass 3D-Drucker bestimmte Wirtschaftszweige nachhaltig beeinflussen werden. Nur drei Prozent gingen sogar soweit, dass 3D-Drucker die Wirtschaft revolutionieren werden. Acht Prozent der Befragten sprachen 3D-Druckern keine große Bedeutung zu, sechs Prozent hielten die Geräte insbesondere für Privatverbraucher interessant. Insgesamt wurden 320 Unternehmen der ITK-Branche durch das Meinungsforschungsinstitut Aris zum Potenzial von 3D-Druckern befragt.

Ein Ausblick in die nahe Zukunft: 3D-Drucker haben Potenzial

Zum Start der Hannover Messe sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder, dass die Geräte das Potenzial hätten, binnen weniger Jahren zahlreiche Branchen dauerhaft und grundlegend zu verändern. Vor allem Wertschöpfungsketten sowie der Markenschutz werden große Neuerungen erfahren.

Nahezu grenzenlose Möglichkeiten bei privater und gewerblicher Nutzung

Diese Annahme, dass 3D-Drucker die Wirtschaft nachhaltig beeinflussen kann, liegt darin begründet, dass 3D-Drucker vielseitigste Möglichkeiten bieten, zu Hause Gegenstände des täglichen Gebrauchs selbst herzustellen zu können. 3D-Drucker sind in der Lage, nahezu jeden dreidimensionalen Gegenstand aus Kunststoff, Keramik, Gips oder Metall zu produzieren. So können etwa Geschirr, Vasen, Lampen, Figuren und Modelle kreiert werden. Im Internet finden sich schon Plattformen, auf denen Nutzer Datensätze zu entsprechenden Gegenstände austauschen – Datensätze von Modellen berühmter Sehenswürdigkeiten, Design-Vasen oder kleinen Figuren können heruntergeladen und gedruckt werden. Für den Privatverbraucher stellen lediglich die der Bauweise von 3D-Druckern geschuldete limitierte Gegenstandsgröße und der noch recht hohe Kaufpreis von rund 2.000 Euro pro Gerät (ohne Grundstoffe) ein Hindernis dar. Mit zunehmender Verbreitung der Drucker ist aber zu erwarten, dass entsprechende Geräte bezahlbarer werden. Kleine und mittelständische Unternehmen könnten beispielsweise Werkzeuge oder Ersatzteile selbst produzieren, sind so weniger auf Zulieferer angewiesen. Auch in der Medizin könnten 3D-Drucker eine wichtige Rolle spielen, von der Zahnfüllung bis zur Prothese ist vieles realisierbar.

Vom virtuellen Datensatz zum dreidimensionalen Objekt: Wie funktioniert ein 3D-Drucker?

Beim 3D-Drucker wird die konventionelle Formgebung von Objekten umgekehrt. Bei der klassischen Produktion wird Material abgetragen, das Ausgangsmaterial – zum Beispiel Holz oder Metall – wird durch entsprechende Bearbeitung verändert, so entsteht etwa durch fräsen, schleifen, drehen oder drechseln ein Gegenstand. Der 3D-Drucker allerdings formt ein Objekt, indem es Material wie Kunststoff, Keramik, Gips oder Metall schichtweise auf eine Grundfläche aufträgt. Ein 3D-Drucker kann also prinzipiell mit einem Töpfer oder Gießer verglichen werden. Die Informationen, wie dies im Detail geschehen soll, erhält das Gerät durch einen virtuellen Datensatz. Mit Hilfe einer Spritzdüse entsteht dann schichtweise das gewünschte Objekt.

Zukunftsprognose: Wann werden sich 3D-Drucker durchsetzen können?

Auch wenn 3D-Drucker noch eine Nische besetzen, ist das Potenzial der noch relativ jungen Technologie nicht von der Hand zu weisen. Für viele Privatanwender sind 3D-Drucker mit einem Preis ab rund 2.000 Euro wohl noch zu teuer, um gelegentlich ein paar Objekte herzustellen – hier werden noch ein paar Jahre vergehen, bis die Geräte bezahlbar werden. In der Wirtschaft sieht das schon jetzt anders aus: Designer verwenden schon jetzt 3D-Drucker, um beispielsweise Designmöbel herzustellen, Architekten können Modelle ihrer Projekte produzieren. Auch die Fertigung von kleinen Bau- oder Ersatzteilen kann in der Industrie schon jetzt Zeit und Kosten einsparen. Allerdings muss auch bei der Produktion mittels eines 3D-Druckers das jeweilige Urheberrecht streng beachtet werden, schließlich darf nicht einfach alles blind kopiert werden, wofür es Datensätze gibt.

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