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	<title>Kommentare zu: Druckmaschinenbauer im Absturz &#8211; so schlimm war es noch nie</title>
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	<description>Der unabhängige Blog für die deutsche Druck- und Medienindustrie</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 10:08:07 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Gerhard Märtterer</title>
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		<dc:creator>Gerhard Märtterer</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Mar 2010 13:24:39 +0000</pubDate>
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		<description>Ökonomische Augenwischerei war es schon, als Heidelberg seine Digitaldruck-Zukunft an Kodak verscherbelte. Mit den lumpigen 150 Mio. Erlös konnte man vielleicht zwei Quartalsergebnisse hinbiegen. Mehr aber auch nicht. 

Nun reift auch am Neckar die Erkenntnis, dass eine Digitaldruckmaschine während ihres Lebenszyklus das Fünffache des Kaufpreises an Klickkosten einspielt. Plötzlich sucht man händeringend einen Hauptaktionär aus eben diesem Bereich. Denn im personalisierten Digitaldruck steckt noch Wachstumspotenzial. Nicht im Tiefdruck, nicht im Offset - und sei er noch so energieeffizient.

Die Wirtschaftskrise beschleunigt nur eine Entwicklung, die unausweichlich ist: One-Way-Kanäle wie Print + TV gehen zurück. Interaktive Medien wie Online + Mobile wachsen. iPad + Kindle werden unsere Lesegewohnheiten weiter ändern. 

Der Weltpapierverbrauch geht zurück. Nur noch Verpackungen verbuchen Zuwächse. Dafür braucht man aber immer seltener die superperfekten Werbedruckmaschinen. Für White-Label Massenprodukte bei Penny + Aldi reicht ein Zweifarben-Druck, den auch die einfachsten China-Maschinen beherrschen. 

Bäume wird man immer seltener für die Wegwerf-Medien der Werbung fällen, die bisher 60% des Druckvolumens ausmachten. Zellstoff wird nur noch für hochwertige, langlebige Werke wie Bücher, Fotoalben, Kalender und Dokumente benötigt. Und diese werden in kleinen Auflagen digital gedruckt. Das Printvolumen wird selbst in den Schwellenländern nicht mehr signifikant steigen. Gerade in den BRIC-Ländern und auch in Osteuropa setzt die junge, kaufkraftstarke Mittelschicht auf die interaktiven Medien.

Bernhard Schreier weiß das. Würde er sonst dem Handelsblatt offenbaren, dass er künftig 30% seines Umsatzes mit der Sparte &quot;Service&quot; erwirtschaften will? Nur werden es nicht mehr 30% aus dem Umsatzniveau von 2007 sein, sondern aus dem kargen Rest des Jahres 2017. Frank Romero prophezeit, dass im Jahr 2020 keine einzige Offsetmaschine mehr installiert werden wird. 

Dann werden die Heidelberger stolz verkünden: &quot;Unser Bereich Service hat den höchstmöglichen Anteil am Umsatz: Satte 100%!&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ökonomische Augenwischerei war es schon, als Heidelberg seine Digitaldruck-Zukunft an Kodak verscherbelte. Mit den lumpigen 150 Mio. Erlös konnte man vielleicht zwei Quartalsergebnisse hinbiegen. Mehr aber auch nicht. </p>
<p>Nun reift auch am Neckar die Erkenntnis, dass eine Digitaldruckmaschine während ihres Lebenszyklus das Fünffache des Kaufpreises an Klickkosten einspielt. Plötzlich sucht man händeringend einen Hauptaktionär aus eben diesem Bereich. Denn im personalisierten Digitaldruck steckt noch Wachstumspotenzial. Nicht im Tiefdruck, nicht im Offset &#8211; und sei er noch so energieeffizient.</p>
<p>Die Wirtschaftskrise beschleunigt nur eine Entwicklung, die unausweichlich ist: One-Way-Kanäle wie Print + TV gehen zurück. Interaktive Medien wie Online + Mobile wachsen. iPad + Kindle werden unsere Lesegewohnheiten weiter ändern. </p>
<p>Der Weltpapierverbrauch geht zurück. Nur noch Verpackungen verbuchen Zuwächse. Dafür braucht man aber immer seltener die superperfekten Werbedruckmaschinen. Für White-Label Massenprodukte bei Penny + Aldi reicht ein Zweifarben-Druck, den auch die einfachsten China-Maschinen beherrschen. </p>
<p>Bäume wird man immer seltener für die Wegwerf-Medien der Werbung fällen, die bisher 60% des Druckvolumens ausmachten. Zellstoff wird nur noch für hochwertige, langlebige Werke wie Bücher, Fotoalben, Kalender und Dokumente benötigt. Und diese werden in kleinen Auflagen digital gedruckt. Das Printvolumen wird selbst in den Schwellenländern nicht mehr signifikant steigen. Gerade in den BRIC-Ländern und auch in Osteuropa setzt die junge, kaufkraftstarke Mittelschicht auf die interaktiven Medien.</p>
<p>Bernhard Schreier weiß das. Würde er sonst dem Handelsblatt offenbaren, dass er künftig 30% seines Umsatzes mit der Sparte &#8220;Service&#8221; erwirtschaften will? Nur werden es nicht mehr 30% aus dem Umsatzniveau von 2007 sein, sondern aus dem kargen Rest des Jahres 2017. Frank Romero prophezeit, dass im Jahr 2020 keine einzige Offsetmaschine mehr installiert werden wird. </p>
<p>Dann werden die Heidelberger stolz verkünden: &#8220;Unser Bereich Service hat den höchstmöglichen Anteil am Umsatz: Satte 100%!&#8221;</p>
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