Das Kreuz mit den Druckdaten – oder Drucken für “Ottonormal-Verbraucher”
Peggy Stuber am April 21, 2009
Auch Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher lassen heutzutage drucken. Klar, Kleinvieh macht auch Mist, aber rechtfertigt der Aufwand die Mittel? Das Hin und Her, weil die Druckdaten überhaupt nicht passen? Früher waren die Hürden enorm hoch, deshalb bestand ein Flyer im Regelfall aus kopierten DIN A4-Seiten, geviertelt oder auf DIN lang gefalzt. Das Höchste der Gefühle war farbiges Papier als Kontrastgeber. Nix Druckerei.
Heute, wo jeder im Netz jederzeit überprüfen kann, dass den Druck, den Beschnitt und das Falzen für verhältnismäßig kleines Geld eine professionelle Druckerei ausführt, gehen dort die merkwürdigsten Druckdateien ein. Die Kunden sind immer seltener Profis.
Wir müssen uns ehrlich zugestehen, dass Programm, dass die meisten Deutschen zumindest in Ansätzen beherrschen ist die Textverarbeitung. Analog zu einer Schreibmaschine kann man Botschaften eintragen, abspeichern, ausdrucken. Mit ein wenig Mühe lassen sich sogar Bilder und Diagramme integrieren, es steht eine kleine Auswahl an grafischen Effekten zur Verfügung und sogar Schriftarten lassen sich integrieren. Reicht das für einen Entwurf?
Im Grunde genommen ja. Wer bestimmt denn wie viele Ebenen eine Drucksache haben muss, ob Farbverläufe in oder out sind? Im Prinzip ist das egal. Nur leider funktioniert das Entwerfen mit Word ungefähr so gut wie das Fahren eines Porsche mit Rasenmähermotor und angezogener Handbremse. Aber wie erklärt man das jemandem der nichts anderes kennt und auch keine Alternative zur Verfügung hat?
Niemand kann verlangen, dass sich ein Normalsterblicher in die Adobe-Produktpalette einarbeitet, schon allein preislich ist das ausgeschlossen. Es gibt zahlreiche, auch kostenfreie, Alternativen, die wir hier in Bälde vorstellen sollten.
Egal ob Word oder von mir aus Paintbrush (auch sehr schön, vielleicht sollte man mal einen Wettbewerb starten?), wichtig ist eine gemeinsame Basis für die Druckdatenausgabe, dann sind Art und Weise der Gestaltung komplett nebensächlich. Schließlich kann man mit viel Geduld auch auf einem Rasenmäher durch Amerika fahren.
Die gemeinsame Basis heißt: Ausgabe der Druckdaten als PDF-Datei, denn dieses Datenformat wurde genau zu diesem Zweck entwickelt. So funktioniert der Datenaustausch reibungslos (nicht nur zwischen Agentur und Druckerei) und das hämische Grinsen über die Qualität des Werkes, das sieht der Kunde zum Glück ja nicht.
Leider hat sich das Format PDF im Laufe der Zeit stark entwickelt und wurde immer wieder modifiziert. So kann man heute nicht mehr einfach sagen, „Schicke es mir doch als PDF“, denn inzwischen gibt es mehrere Standards, hier die beiden, die in unseren Breiten am wichtigsten sind.
PDF/X-1a
Die Farbangaben sind auf CMYK und Schmuckfarben beschränkt. Alle verwendeten Schriften werden eingebettet und alle Bilddaten werden fester Bestandteil des PDF, unauflöslich verbunden. Kommentare, Formularfelder etc. sind ausgeschlossen. Daten zu Endformat und Anschnitt sind natürlich integriert.
PDF/X-3
Abgesehen von CMYK und Schmuckfarben, können weitere Farbräume (beispielsweise RGB) eingebettet werden. So lässt sich ein und dieselbe Datei für verschiedene Verwendungen (Druck oder Veröffentlichung im Netz) gebrauchen.








