Innovative Plakatwerbung

Birk Grueling am Dezember 19, 2011

Aufwendige Zeitungskampagnen, TV-Spots oder Google-Adsense – all diese Dinge haben nichts an dem Status der Plakatwerbung geändert. Immer noch bezahlen Unternehmen viel Geld für diese überdimensionale Werbeform. Damit das auch so bleibt, gibt man sich in der Druckindustrie viel Mühe bei der Suche nach innovativen Ideen.

„Print wirkt“ mit dieser Kampagne wird seit Jahren für Anzeigen in Printmedien geworben. Dieser griffige Slogan würde bei der Plakatwerbung wohl noch besser passen. Laut einer Studie des Fachverbands Aussenwerbung e.V ist der Einfluss von Plakaten auf den Absatz fünf Mal höher als der durchschnittliche Anteil im Media-Mix. Plakate erzielen damit den höchsten Return-on-Investment Wert aller klassischen Medien. Kein Wunder, das kaum eine Media-Mix-Kampagne ohne diese Werbeform auskommt. Doch bei aller positiven Zahlen will eine solche Stellung auch verteidigt werden und das geht bekanntlich am besten mit Kreativität und Innovation. Wie das aussehen kann, zeigen zwei Beispiele aus den letzten Jahren.

Plakate mit Tiefenwirkung

Dreidimensional ist nicht nur die Zukunft im Kino, sondern vielleicht auch bei der Werbeanzeige. Dank einer Erfindung am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik in Freiburg könnte das 3D-Plakat bald Teil des Straßenbildes werden. Clou dabei: die Bildansicht ändert sich je nach Blickwinkel des Betrachters. Vergleichbar ist das Ganze mit den Wackelbildern, wie man sie von Postkarten kennt. Statt der Rillenfolie verwenden die Forscher jedoch ein Linsenarray, das aus mehr 250.000 Einzellinsen von nur zwei Millimeter Durchmesser besteht. Damit bleiben die Plakatmotive auch aus großer Entfernung noch gut erkennbar. Das Verfahren dazu ist einfach genial. Die Linsenfolie wird zuerst auf ein Plakatpapier geklebt und dann mit dem Bild bedruckt. Dafür hat man in Freiburg eine spezielle Software entwickelt. Anhand des 3D-Modells des Motivs berechnet das Programm für jede einzelne Linse ein Abbildung des gesamten Bildes. Am Ende liefert das Display 30.000 Betrachtungswinkel auf die dargestellte Szene. Diese Methode ist leider noch etwas aufwendig. Pro Quadratmeter wird nämlich eine Datenmenge belichetet, die sonst einem ganzen Kinofilm entspricht. Trotz der aufwendigen Leistung sollen die ersten Plakate mit dieser Technologie bald auf der Straße zu sehen sein.

Schnupperwerbung

Schnupperabos oder Schnupperpreise kennen wir alle, seit letzten Jahr ist auch die Schnupperwerbung dazugekommen. 2000 parfümierte Plakate haben im vergangenden August für Hundefutter geworben. Die Idee dahinter ist simpel und gut: Wenn der Vierbeiner an dem Plakat schnuppert, liest das Herrchen automatisch die Werbung. Wer über solche Aktionen nur den Kopf schüttelt und über eine mögliche Geruchsbelästigung durch Hundefuttergestank in der Innenstadt schimpfen möchte, kann beruhigt sein. Der Duft war nur für Hunde wahrnehmbar, kaum für Menschen.
Egal ob nun in 3D oder mit Geruch – durch solche guten Ideen lassen sich auch alte Medien wie Plakate ordentlich aufmöbeln.

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