Logodesign Basics Teil 2
Manuel Kniepe am Januar 30, 2010
Die Technik macht’s
Es gibt eine ganze Reihe technischer Beschränkungen bezüglich der Reproduzierbarkeit von Logos. An manche denkt man zunächst gar nicht, denn es geht nicht nur um traditionellen Druck in Druckereien. Trotzdem ist es wichtig sich dieser bewusst zu werden, diese zu kennen und zunächst als Beschränkung zuzulassen. Sinnvolle Grenzen können die Kreativität in großem Maße fördern und die Gestaltung von Anfang an ins richtige Fahrwasser setzen.
Beachten sollte man dabei, dass all diese Einschränkungen sinnvoll sind, aber keine von ihnen ist dogmatisch. Sollte man also bereits bei der Logogestaltung wissen, für welche Bereiche das Logo eingesetzt wird und vor allem für welche nicht, kann man diesbezüglich sinnlose Einschränkungen auch ignorieren.
Was muss ein Logo im besten Fall aushalten können: Den Druck in verschiedensten Größen und Qualitätsstufen, Prägungen, Stempel, verschiedenste Trägermaterialien, Faxgeräte, Stickereien, Stanzungen, Bildschirme unterschiedlichster Auflösung, etc.
Je unabhängiger und allgemeiner ein Logo gestaltet ist, desto vielfältiger ist sein späterer Anwendungsbereich, ohne dass man es verändern muss, was dann der Wiedererkennung nicht gut tut.
Ich werde hier nun eine kleine „Checkliste“ aufschreiben, an der man sich orientieren kann, wenn es um die technische Beurteilung eines Logos geht:
> Funktioniert das Logo in 20×20 cm und gleichzeitig in 2×2 cm Größe?
> Kann man das Logo negativ bzw. invertiert darstellen?
> Funktioniert das Logo auch als Bitmap/Strichzeichnung (schwarz/weiß)?
> Könnte man das Logo auch plastisch darstellen bzw. konstruieren?
> Kann man das Logo auf verschiedensten Materialien verwenden?
> Treten bei großer Verkleinerung des Logos drucktechnische Probleme auf?
> Erfüllt das Logo die Anforderungen der oben genannten Reproduktionsmittel?
Ein Tipp wie man bereits bei der Gestaltung zu Beginn vieler dieser Vorgaben automatisch erfüllen kann:
Legt euch eine 20×20 mm Arbeitsfläche an.
Füllt diese Gestaltungsfläche mit 80% Schwarz und gestaltet dann das Logo einzig und allein mit Weiß, also negativ.
Wenn das Logo dann fertig ist, und ihr damit zufrieden seid, druckt es in normaler (nicht hoher) Auflösung auf eurem heimischen Drucker auf normales 80g/m2 Korrespondenzpapier.
In den meisten Fällen, wird das gedruckte Logo nicht mehr so gut aussehen, wie ihr es eigentlich am Bildschirm gestaltet habt. Aber das ist okay so. Deshalb druckt ihr es ja aus.
Passt das Logo dann systematisch und mit Hilfe weiterer Testdrucke so an, dass es auch nach diesem schäbigen Druck gut aussieht.
Wenn ihr das geschafft habt, seid ihr im Besitz eines fast schon narrensicheren Logos, denn viel schief gehen kann auf technischer Ebene nun nicht mehr.
Eine weitere Hilfe sind auch Merksätze wie: „Das Logo muss man mit dem großen Zeh in den Sand zeichnen können“ und „Kann man das Logo auf Briefmarkengröße in Stoff sticken?“
– Dies sind sehr sinnvolle Fragen, denn sie verhindern zum Beispiel bereits das Nutzen von Verläufen und einen zu komplizierten und filigranen Aufbau, den sich das menschliches Gehirn nicht so leicht merken kann. Auf das eigentliche Erscheinungsbild abseits der technischen Merkmale gehen wir in der nächsten Stufe unserer kleinen Logodesign-Reihe genauer ein.









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