Was tue ich, wenn mein Kunde auf ein schlechtes Design besteht?
Boris Stoev am Oktober 23, 2009
“Mach mir doch mal ´n Logo für meinen Laden, du kannst doch so was?! Ich stelle mir da einen grünen Fisch mit lila Hut vor, der an der Angel hängt und…”
Fast alle, die im Grafik- und Webdesign tätig sind, kennen solche Aussagen von Kunden, die sich offenbar selber schaden wollen. Es kommt vor, dass ein Kunde einen guten Designvorschlag abweist und eine Gestaltung entgegen aller Regeln der Kunst verlangt. Nun steht man als Designer vor dem Dilemma: Entweder ein schlechtes Design produzieren, um den Kunden zufrieden zu stellen aber dabei den eigenen Ruf riskieren. Oder ehrlich die eigene Meinung sagen und gegebenenfalls den Kunden enttäuschen und sogar verlieren.
Da ich selbst kürzlich ein ähnliches Erlebenis hatte, habe ich mich mal im Web nach Ratschlägen umgesehen und bin auf folgende Tipps gestoßen:
1. Immer erstmal versuchen, den Kunden von seiner geschmacklosen Idee abzubringen. Dabei damit argumentieren, dass ein Logo für die Allgemeinheit ansprechbar sein sollte!
2. Wenn das nicht funktioniert, den Wunsch des Kunden ausführen, ihm aber die “bessere” Alternative parallel präsentieren. In einigen Fällen siegt die Qualität im direkten Vergleich.
3. Sollte auch das nicht funktionieren hat der schließlich zahlende Kunde gewonnen. Um den eigenen Ruf zu retten sollten im Portfolio dann aber beide Entwürfe aufgeführt werden. Klar, auf diese Weise muss man schon mal den eigenen künstlerischen Anspruch beiseite schieben. Die
Hauptsache ist aber doch, dass man sein Bestes versucht und den Fisch trotzdem an Land gezogen hat!
Oder wir macht Ihr das mit den Fischen?









Hallo lieber Gutenberg Blog, resp. lieber Boris,
ist ja lustig – genau dieses Problem habe ich aktut.
Was tut man also. Ich denke das kommt immer auf den Kunden an, kann man es sich “leisten” ihm von einem schlechten Design abzuraten und ihn zu verlieren. Oder macht man eben dieses bad Design, streicht die Kohle ein und prahlt eben nicht mit dieser Referenz.
Ich bin mir noch nicht sicher – denke aber, ich drücke beide Augen zu und nehme die Scheine!
Es ist ja schließlich ausdrücklich gewünscht!
Wem geht das nicht so. Ich glaube das ist ein Problem mit dem sämtliche Agenturen, Freiberufler usw. kämpfen müssen.
Ganz ehrlich- wenn mein Kunde ausdrücklich dieses “schlechte Design” wünscht, dann soll er´s bitte haben. Wir machen uns doch ohnehin schon mit dem ständigen Preiskampf zu den Lakaien unserer Kunden, oder Agenturen. Von mir aus können sich dann ruhig auch die Kunden “draußen” zum Affen machen.
Was ist schon ein schlechtes Design, im Vergleich zu einem “verlorenen” Auftrag, einem verlorenen Kunden usw.
Ja, ich denke, dieses Problem kennt jeder Kreative.
Als Fotograf versuche ich bei einem Fotoshooting möglichst die Wünsche der Kunden zu berücksichtigen, aber zusätzlich auch meine eigenen Vorstellungen umzusetzen. Wenn ich mich von meinen eigenen Ideen abbringen lasse, haben wir am Ende nur die (evt. nicht so gut geeigneten) Bilder, die der Kunde wollte, aber nicht die, die am Ende doch besser sind.
Bei der Auswahl der Fotos kann sich der Kunde ja immer noch gegen meine Ideen und für seine eigenen entscheiden, oft merkt er aber, dass ich doch Recht hatte …
Gruß Michael
@Michael
Ich bin auch Fotografin und gerade in dieser Branche haben wir finde ich große Probleme mit dem schlechten Geschmack mancher Kunden.
Natürlich versucht jeder “gute seiner Zunft” das Beste herauszuholen.
Klar. Aber es gibt doch eine Menge Kunden die einfach Ihre eigenen Vorstellungen eines guten Bildes haben und dann darauf beharren.
Ich gebe dir Recht, es gibt Leute die dann erkennen, hey – die hatte ja doch Recht. Aber wie immer im Leben gibt es auch viele Unbelehrbare. Und dann “verkaufe” ich auch mal ein “schlechtes Design”. Mit gutem Gewissen!