Apenberg + Partner mit düsterer Prognose für die deutsche Druckindustrie
Tom Schoener am April 28, 2010
Regelmäßig treffen sich Entscheider der Druckindustrie mit den Hamburger Unternehmensberatern Apenberg + Partner, um in dieser Runde über Trends und Strategien zu diskutieren. 40 Manager, Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder aus den Bereichen Weiterverarbeitung, Akzidenzdruck, Etikettendruck und aus der grafischen Weiterverarbeitung kamen nach Stuttgart, um sich mit der Zukunft der Druckbranche auseinanderzusetzen.
An Michael Apenberg, Geschäftführer von Apenberg + Partner, war es an diesem Tag, die Entwicklungen der kommenden Jahre aufzuzeigen. Und die Prognose der Unternehmensberater ist zunächst erst einmal wenig erfreulich. Um drei Milliarden Euro, so die Einschätzung von Apenberg + Partner, wird das Volumen für Druckleistungen auf dem deutschen Markt in den kommenden fünf Jahren geringer werden.
Gründe für diese rückläufige Branchenentwicklung sind nach Meinung der Berater ein verändertes Kommunikationsverhalten, die stete Verdrängung durch digitale Medien und das bei der Beschaffung von Werbemitteln zunehmend versucht wird, Redundanzen zu vermeiden. Des einen Leid ist in der Regel eines anderen Freud und so gibt es auch hier Gewinner innerhalb der Branche. Zu nennen sind an erster Stelle die Internetdruckereien, der Digitaldruck und Web-to-Print. Gerade die Internetdruckereien schaffen es gegen den Trend der Branche, ihre Umsätze jährlich zu verdoppeln. Allerdings ist wird diese Entwicklung früher oder später beendet sein, da der Großteil der Branchenleistungen, so die Einschätzung der Berater, für den Workflow einer Internetdruckerei eher ungeeignet sind. Das prognostizierte Marktpotenzial für Internetdruckereien läge daher bei rund fünf Milliarden Euro.
Aus der Einschätzung von Apenberg + Partner wird deutlich, dass die Druckindustrie vor einem Strukturwandel steht. So wird es in den nächsten fünf Jahren zu einer weiteren Konzentration der Unternehmen kommen. Gemäß der Prognose der Hamburger Unternehmensberater werden etwa 3.500 Firmen aufgeben oder fusionieren. Erstmalig betroffen sind diesmal auch Zeitungsdruckereien. Hierzu erklärt Michael Apenberg: “Die meisten Zeitungsverlage produzieren im Vergleich zu ihren Kollegen aus dem Heatset-Rollenoffset viel zu teuer, so dass die Neuinvestition in eine Druckmaschine nach alten und festgefahrenen Kosten- und Tarifstrukturen keinen Sinn ergibt.”
Nach der Krise ist vor der Krise, oder wie muss man diese düsteren Prognosen deuten? Fakt ist, dass es auch in den nächsten Jahren für die Druckindustrie nicht einfach werden wird. Zu groß sind die Veränderungen im Mediennutzungsverhalten der Menschen, zu verführerisch die neuen technologischen Möglichkeiten. iPad & Co. stehen natürlich in Konkurrenz zu den tradierten Kommunikationsmitteln. Dies muss von der Branche heute erkannt werden, um so früh wie möglich darauf reagieren zu können.
Es heißt also wieder: “Nicht jammern, Service verbessern und nah am Kunden sein!”









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