Die Nachfrage nach Produkten, die im ökologischen Druckverfahren hergestellt werden steigt und das Umweltbewusstsein vieler Endverbraucher auch. Ab wann ist Öko-Druck eigentlich wirklich ökologisch? Geht es dabei lediglich um die Verwendung von Öko-Papier? Um die Verwendung von Biofarben? Viele Druckereien werben damit ökologisch zu drucken, doch wie weit sollte man gehen, um behaupten zu können – wir drucken ökologisch und nachhaltig?

Für einige ist ökologisches Drucken die Verwendung von zertifiziertem Papier und die Nutzung von Biofarben. Doch, was ist mit den Maschinen, dem Strom, dem Versand, den umweltbelastenden Chemikalien beim Druck und der Verpackung?

Biofarben – was ist Bio an der Farbe?

Im Gegensatz zu den handelsüblichen Farben auf Mineralölbasis werden für die Herstellung von Bio-Druckfarben pflanzliche Öle und Harze verwendet. In der Regel sind das Lein- oder Sojaöl sowie Kolophoniumharz oder Alkydharz. Auch die Wahl der Pigmente spielt eine wesentliche Rolle bei der Herstellung von Biofarben. Anstelle künstlicher kommen organische Pigmente zum Einsatz. Biofarben werden nach den Richtlinien der DIN ISO 12647-2 gefertigt und kontrolliert.

Um den Druck mit Biofarben durchführen zu können, muss jedoch auch das maschinelle Umfeld an die Gegebenheiten der Farben angepasst werden. Maschinen und Farbmischungen müssen neu eingestellt werden, sodass sie den Qualitätsstandards genügen und im Druck ein optimales Ergebnis erzielt werden kann.

Klimaneutraler Druck – was ist das? Ist das dann Öko-Druck?

Stichwort Emissionsausgleich und klimaneutrale Printprodukte. Dieser werden dann als solche bezeichnet, wenn der Anbieter solcher Druckleistungen zuvor die Treibhausgasemissionen berechnen lassen und für diesen Wert Emissionszertifikate erworben hat. Für den Wert dieser Emissionszertifikate wird dann in anerkannte Klimaschutzprojekte investiert und somit die Emissionen, die für den Druck beansprucht wurden, ausgeglichen.

Umweltfreundlicher Druck mit Öko-Papier

Neben den verwendeten Farben ist natürlich auch der Untergrund, auf dem gedruckt wird nicht nebensächlich. Zertifizierte Recycling – Papiere, die mit Zertifikaten von FSC und dem Blauen Engel gekennzeichnet sind, spielen für viele Druckereien ebenfalls eine bedeutende Rolle.

Anstatt Papiere neu herzustellen, für welche zunächst Bäume abgeholzt werden müssten, ist die Verwendung von Recycling-Papier darauf ausgerichtet, für die Papiergewinnung Altpapier zu verwenden. Das schont vor allem den Baumbestand und steht in der Qualität anderen Papieren in nichts nach.

Strom aus erneuerbaren Ressourcen

Druck mit Öko-Papier, aber Atom-Strom? Das geht irgendwie nicht zusammen. Der klimaneutrale Druck legt Wert auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, wie Wind-, Wasserkraft und Solarenergie.

Es ist also das Gesamtpaket, das stimmen sollte. Biofarben allein machen noch keinen ökologischen Druck. Genau hinschauen lohnt sich also, wenn man Wert auf einen umweltfreundlichen Druckprozess wert legt.

Foto: © Phase4Photography – fotolia

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