Was sind gestrichene und gussgestrichene Papiere?
Wolfgang Walenski am März 11, 2010
Glänzend, halbmatt (seidenglänzend) und matt gestrichene Papiere sind spezielle Naturpapiere (Trägerpapiere/Streichrohpapiere), die durch einen Veredelungsprozess (Streichmaschine) außerhalb, manchmal auch innerhalb, der Papiermaschine ein- meist beidseitig mit einem Strich versehen wurden. Das Streichen dient einer Verbesserung sowohl der optischen und vor allen Dingen auch der drucktechnischen Eigenschaften. Durch eine sich anschließende Satinage (Kalandrierung) erhalten gestrichene Papier nach dem Streichen ihren eigentlichen Glanz. Die optische und drucktechnische Qualität eines gestrichenen Papiers wird bestimmt durch:
die Qualität des Trägerpapiers (Rohpapier)
die Strichmenge (Schichtdicke; Einfachstrich, doppeltgestrichen)
das Streichverfahren (Rollrakel; Blade-Coater; Luftrakel; Walzenstreichmaschine)
durch die sich nach dem Streichen anschließende Glättung durch eine Satinage (Kalandrierung)
Gussgestrichene Papiere und Kartone haben eine mathematisch ebenere Oberfläche als gestrichene Papiere und sie haben damit verbunden einen ausgesprochenen fast spiegelnden Hochglanz. Die Herstellung erfolgt in einem sogenannten Gussstreichverfahren bei dem der Hochglanz im Kontakt mit einem heißen Chromzylinder erzielt wird. Es erfolgt also keine Satinage (Kalandrierung). Damit verbunden ist auch eine hohe Steifigkeit und ein hohes Volumen dieser Produkte, die sich vor allen Dingen für den Druck von hochwertigen Verpackungen und Etiketten einen festen Platz geschaffen haben.
Die Sortenstruktur gestrichener und gußgestrichener Papiere und Kartone:
1. Einseitig gestrichen:
glänzend
matt
farbig (matt/glänzend)
2. Beidseitig gestrichen
glänzend
halbmatt (seidenglänzend)
matt
farbig glänzend oder farbig matt
3. Einseitig gussgestrichen
spiegelglänzend weiß
spiegelglänzend farbig
glänzend mit Metalleffekten
matt
4.Beidseitig gussgestrichen weiß








