„Crayonmanier oder Kreidemanier“

Stefanie Schaetzler am März 4, 2010

Die Crayonmanier, Kreidemanier, Krayonstich, Kreidetechnik oder Pastellstich ist eine Sonderform der Radierung. Die Radierung ist ein Verfahren aus dem künstlerischen, grafischen Druckverfahren. Dabei werden mit Hilfe von Radiernadeln oder ätzenden Mitteln, Vertiefungen in eine Druckplatte gestochen bzw. geätzt. Die Crayonmanier stellt hierbei ein spezielles Verfahren der Ätzradierungen dar.

Hierfür wird eine Druckplatte mit einem Ätzgrund überzogen und anschließend mit raspelartigen Instrumenten bearbeitet. So verwendet man beispielsweise kleine Hämmerchen, deren Oberfläche mit punktförmigen Erhebungen ausgestattet ist. Diese Werkzeug nennt sich Moulette und wird wie ein Pinsel verwendet. Damit werden die Zeichnungen bearbeitet und durch die vielen kleinen Punkte ergibt sich so später der Eindruck, es handle sich um eine Kreidezeichnung. Weitere Werkzeuge nennen sich Roulette und Mattoir. Diese erzeigen ebenfalls punktförmige Vertiefung und sorgen, genau wie das Moulette, für den Eindruck, es handle sich um Kreidestriche. Beim Kreidestich werden also alle Linien in Punkte umgewandelt, um das visuelle Erscheinungsbild einer Kreidezeichnung nachzuahmen.

Vor allem im 18.Jahrhundert war dieses Verfahren allseits geschätzt, da sich so beliebte Kreidezeichnungen beliebig oft reproduzieren ließen. Als Erfinder dieses Druckverfahrens gilt der Franzose Jean-Charles Francois. Die Ergebnisse, welche sich bei diesem Verfahren erzielen ließen, waren mehr als verblüffend und täuschend echt. Die dabei erreichte Perfektion wurde noch dadurch an die Spitze getrieben, dass der Druck mit Farbtönungen vollzogen wurde. Man verwendete Farbkombinationen aus gebranntem Satinober, eine Farbton der Sorte Ocker, und Mohnöl und erhielt eine realistische Farbtönung, wie sie auch bei Kreide zu finden ist. Bis heute werden solche Drucke gerne mit den Originalen verwechselt.