Druckgeschichte: Die Punktiermanier

Wolfgang Walenski am Februar 11, 2010

Die Punktiermanier ist eine alte manuelle lithographische Technik des Steindrucks. Sie wurde auch als Federpunktiermanier bezeichnet, da das Zeichnungsbild nicht mit Hilfe von Lithographiekreide auf den Stein gezeichnet wurde.

Vielmehr wurden die Tonwerte des Druckbildes erzeugt durch die „Aneinandersetzung“ von verschiedenen kleinen und großen Punkten mit Hilfe einer lithographischen Feder. Verwendet wurde dabei eine spezielle lithographische Fetttusche die in fester Form geliefert und auf einem Teller gerieben und dann unter Verwendung von Regenwasser oder destilliertem Wasser vom Lithographen selber zubereitet werden musste. Sie musste in der Feder eine gute Fließfähigkeit haben und gleichzeitig auf dem präparierten, gut geschliffenen und sauberen Stein eine sehr gute Deckung jedes einzelnen Punktes zeigen. Vor dem Punktieren erfolgte in der Regel die Übertragung einer Pause- oder einer Abklatsches damit der Lithograph genaue Anhaltspunkte hatte für Positionierung des Zeichnungsbildes. Die Punktiermanier war eine sehr zeitaufwendige und kostspielige manuelle Technik. Auch der Tonwertreichtum war nicht so groß wie bei einer lithographischen Kreidezeichnung. Dafür ließen sich die Arbeiten in Punktiermanier gut umdrucken, da alle Punkte eine stabile Deckung hatten und beim Ätzen nicht in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Das Ätzen des Lithographiesteins erfolgte mit einer Lösung aus Salpetersäure, Gummiarabicum und Wasser.
Patente zur vereinfachten Übertragung von Punktierungen mit Hilfe von Kautschukstempeln, durch Umdruck oder Tangiermanier und auch mit Hilfe einer Punktiermaschine:

DRP Nr. 83006 von F.Neuberger und DRP Nr.110 148, 1898 und Nr. 92064, von 1896, von L.Lesage
Die lithographische Punktiermanier darf nicht verwechselt werden mit der Punktiermanier des druckgraphischen Tiefdrucks. Dort wird vor dem Ätzvorgang mit einer feinen Nadel Ätzgrund durchstochen um bestimmte Tonwerte zu erlangen.
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Die Autographie
Die Eiweiskopie (Negativkopie)