Porto mit Herz – Wohlfahrtsmarken 2010
Tom Schoener am Februar 21, 2010
Früher, als man sich noch die Zeit nahm, einen Brief zu schreiben, also, damit wir uns richtig verstehen, einen auf Papier, ging man zur Post und erwarb sich die zum Versenden der Zeilen notwendige Briefmarke. Gut, diese Zeiten gehören wohl eher der Vergangenheit an. Aber die Briefmarke als solche hat durchaus heute noch ihren optischen Reiz.
Der Einfallsreichtum hinsichtlich der Motivik dieser Postwertzeichen hat diese seit jeher zu Kunst- und Sammelobjekten werden lassen. Keine Ausnahme werden hier wohl auch die Wohlfahrtsmarken 2010 sein. Gut die Thematik der Serie, nämlich Obst, ist jetzt nicht zwingend als einzigartig zu bezeichnen – die Umsetzung allerdings schon. Erstmals seit dem 2. Januar 2010 ist es in Deutschland möglich, Briefmarken zu erhalten, die neben Auge auch den Geruchssinn ansprechen werden. Käufer und Empfänger einer Marke dieser Sonderreihe werden je nach Motiv entweder ein Apfel-, ein Erdbeer-, Zitronen oder Heidelbeerduft um die Nase wehen.
Bevor die aufwendige Produktion jedoch umgesetzt werden konnte, mussten zunächst verschiedene Test vollzogen werden. So wurden z.B. die Duftproben der Obstsorten sowie die Aufbringungsverfahren untersucht. Natürlich musste auch geprüft werden, ob sich die auf diese Weise hergestellten Briefmarken für den postalischen Einsatz eignen und ob die Duftmarken gesundheitlich unbedenklich seien. Eine weitere Herausforderung war zudem die Haltbarkeit des Duftes, damit dieser nicht bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Um dem entgegenzuwirken, wurde auf die Marken der Sonderreihe ein Höchstmaß an Duftstoffen aufgebracht.
Herausgeber der Wohlfahrtsmarken ist das Bundesfinanzministerium, welches die Sonderreihe am 7. Januar 2010 im Schloss Bellevue an den Bundespräsidenten Prof. Dr. Horst Köhler, dem Schirmherrn des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken, übergeben hat.
Erhältlich sind die Duftmarken natürlich bei der Post, bei allen Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und auf www.wohlfahrtsmarken.de.
Der durch den Verkauf der Marken entstehende Erlös kommt den Wohlfahrtsverbänden AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zugute. Wem also bisher kein guter Grund eingefallen ist, sich wieder einmal an seinen Schreibtisch zu setzen, die Gedanken zu sammeln und einem lieben Menschen mal einen Brief (wie gesagt, den auf Papier
) zu schreiben, vielleicht ist es ja dieser…








