Ich muss zugeben, folgendes typografische Fundstück lässt sich nicht zwingend mit dem Attribut neu bezeichnen. Nun wage ich einmal die Behauptung, dass dieses Kleinod nicht nur mir entgangen sein dürfte und weil ich es ganz persönlich ganz hervorragend gemacht finde, möchte ich es den Lesern des Gutenbergblogs auch keineswegs vorenthalten.

Im Juni 2006 hat der Grazer Multimedia Student Philipp Strahl sich auf, wie ich finde, äußert kreative Art und Weise dem Thema Fonts angenommen und einen unterhaltsamen Sachfilm produziert. Zu Beginn des Videos gibt es eine kurze Einführung in die Konstruktion einer Schrift – und wenn man bisher glaubte, dass dies ein eher trockenes Thema sei, so lehrt uns das Filmchen von Philipp Strahl eines besseren.

Dem schließt sich eine Benefiz Gala an, bei denen die Schriften wie auf einer Modenschau präsentiert werden. Auf diese Weise werden im Film die unterschiedlichen Stile innerhalb der Typografie sehr anschaulich erklärt.

Ein kleiner inhaltlicher Fehler hat sich dann wohl doch in den Film eingeschlichen. Bei der Präsentation der Caslon wird scheinbar eine Baskerville verwendet – ein Fehler, der nach Angabe von Philipp Strahl auf eine falsch beschriftete Schriftart zurückzuführen sei und der auf dem Fontblog eine kleine Diskussionslawine heraufbeschworen hat, ohne dass letztlich dabei die Beurteilung des Filmes negativ ausfiel – im Gegenteil. Dem schließe ich mich, wie bereits erwähnt, gerne an. Aber machen Sie sich am besten selbst ein Bild:

Anmerkung: Im Film sind kurz politisch negativ konnotierte Symbole sichtbar, die jedoch nicht dazu verwendet werden, eine politische Meinung auszudrücken. Vielmehr geht es darum zu zeigen, wie ein solcher Missbrauch einer Schrift ein schlechtes Image bewirken kann. Da weder der Urheber oder die Videoplattform YouTube Grund für Zensur sehen, sehen auch wir dafür keine Veranlassung.


Retrofonts und Kalligrafie für lau

Tom Schoener am März 17, 2010

Neben reichlich Infos rund um das Thema Druck und Medien wollen wir hier auf dem Gutenbergblog auch immer wieder Nützliches aus den unterschiedlichsten Bereichen präsentieren, das wir im Zuge unserer Recherchen im World Wide Web gefunden haben.

Und da jeder Grafiker und Layouter über eine adäquate Auswahl unterschiedlichster Fonts verfügen sollte, wollen wir an dieser Stelle auf zwei wunderbare Sammlungen kostenloser Schriften hinweisen, die für die eigenen Projekte frei im Netz zum Download zur Verfügung stehen.

Da wäre zunächst die großartige Sammlung von Retroschriften zu nennen, die die Kollegen von creativefan.com zusammengestellt haben. Und mit insgesamt 25 Fonts handelt es sich hier um eine recht große und vor allem heterogene Auswahl, bei der für jeden etwas dabei sein sollte.

Als zweites will ich auf die Auswahl von Schreibschriften hinweisen, die Paul Viluda auf noupe.com zusammengetragen hat. Gut, mit zehn Schriften ist die Anzahl der Schreibschriften und damit die Auswahl deutlich geringer, aber letztlich zählt doch die Qualität. Und auch hier sind ein paar sehr edle Schriften dabei. Also einfach mal anschauen und die Überschaubarkeit der eigenen Schriftensammlung noch einmal kräftig reduzieren ;) .


Veer ist ein Hersteller und Anbieter preisgünstiger visueller Elemente und designbezogener Produkte und hat nun in sein umfangreiches Portfolio zahlreiche neue Schriften aufgenommen, darunter exklusive Fonts wie zum Beispiel die aktuellste Scriptfont von Alejandro Paul, Business Penmanship. Zur Einführung dieser Schriftarten will das Unternehmen seine Kunden nun „ auf den guten Geschmack“ mit sechs Schriften-Kostproben aus dem „Online-Schriften-Imperium bei Veer.com “ bringen. Drei Schritte sind notwendig, um das kostenlose Type-Transfer-Set zu bekommen:
Zunächst muss man sich bei Veer registrieren beziehungsweise mit Benutzernamen und Kennwort einloggen. Dann wieder zurück auf die Ausgangseite und nur noch den hier abgebildeten Anweisungen folgen. Fertig. Und schon ist man im Besitz von:

- MELLOTRON – futuristische Eleganz und dekorative Retro-Geometrie
- HOOLIGAN – eine verspielte Sans-serif mit harmonischer Grundlinie
- SUGAR PIE – eine Zierschrift für Verpackungen
- COMPENDIUM – eine visuelle Geschichtsstunde
- GRANT AVENUE BOLD – monumentale Buchstaben
- PILO REGULAR – vintage, aber trotzdem modern mit dynamischer Ästhetik
Diese Schriftproben kann man dann auf einer Vielzahl von Oberflächen nutzen und so die von Veer angebotenen Schriften genau prüfen. Allerdings ist das Angebot begrenzt und es empfiehlt sich, die Teilnahmebedingungen zu studieren, da bestimmte Einschränkungen zu beachten sind.

Weitere Information hierzu gibt es natürlich auf veer.com.


Sammlung exzellenter Schreibschriftarten

Tom Schoener am Februar 4, 2010

Die Erfinder von Schriftnamen haben schon immer eine Neigung zu recht ungewöhnlichen Bezeichnungen. Die Namen der Klassiker wie Times New Roman, Verdana oder Arial klingen für uns wohl mittlerweile nur deshalb nicht sonderlich abstrus, da sie eben Klassiker sind.

Ich weiß, man muss dies jetzt als eine zirkuläre Argumentationskette empfinden . Aber in der Tat ist es doch so, dass man diese Schriften in der Regel wohl mehrheitlich nutzt, dann darüber spricht und sich schließlich gar keine Gedanken mehr über diese Bezeichnungen macht – im Gegenteil: Times New Roman könnte doch eigentlich gar nicht anders heißen.

Auf webtoolkit4.me findet sich nun eine Sammlung von „5 excellent calligraphic fonts“ und „Jellyka – Gare de Chambord“, „Scriptina“, „Jane Austen“ „Windsong“ und „Fely“ bleiben zumindest schon einmal der Tradition ungewöhnlicher Namen treu. Jede dieser fünf Schriftarten steht für wunderbare Schreibkunst und sollte eigentlich in keiner Schriftensammlung fehlen. Ein Link für den kostenlosen Download findet sich natürlich auch im Post von webtoolkit4.me. Allerdings kann es sein, dass die eine oder andere Schrift nur für private Zwecke frei ist. Aber hierzu gibt es dann ja weitere Angaben auf den jeweiligen Seiten.

Besonders toll wirken die Schriften durch den Oldpaper-Hintergrund. Der steht übrigens auch auf webtoolkit4.me als Download zur Verfügung.


Der klassische Weihnachtskalender ist gefüllt mit Naschwerk oder kleinem Spiddelkram. Aus dem Alter wachsen wohl leider die meisten irgendwann einmal heraus. Dies liegt primär darin, dass mit der Zeit der Inhalt seinen Reiz zusehends verliert. Jetzt könnte man sich die Frage stellen, was hinter dem Türchen verborgen sein müsste, damit unsereins das Aufstehen kaum noch Erwarten kann. Die Antworten darauf sind mannigfaltig. Eine ziemlich gute hat der Verlag Hermann Schmidt gefunden und einen Adventskalender auf den Markt gebracht, der anstelle von Schokolade FreeFonts und anstelle von Glitzerbildchen Linkempfehlungen verborgen hält. Erstaunlich ist die Assoziationskette, wie man auf die Idee des Typo-Adventskalenders gekommen ist. Weihnachten wird auch als X-Mas bezeichnet. X ist wiederum der 24. Buchstabe des Alphabets, sprich es gibt genauso viele Buchstaben wie ein Adventskalender Türchen hat. Nicht nur mit dem Inhalt durchbricht der Verlag Hermann Schmidt das klassische Muster eines Adventskalenders sondern auch numerisch. Und so wird der Kalender glatt um zwei extra Türchen aufgestockt. Bis zum zweiten Feiertag kann man jeden Morgen zum Kalender eilen und eine neue Schrift entdecken, die man sich gratis aus dem Netz laden kann. Den Typografischen Adventskalender gibt es einmal in von Judith Schalansky gestaltet und einmal in der von Geum-Hee Hong.
Schöne Idee. Jetzt kann Weihnachten kommen.


20 Script Fonts for free

Tom Schoener am Oktober 18, 2009

Eigentlich sollte man denken, Schreibschrift ist Schreibschrift – aber weit gefehlt. Es gibt natürlich nicht annähernd so viele digitale wie analoge Varianten, aber die Palette an derartigen Fonts ist riesig. Eine wunderbare Sammlung von 20 kostenlosen Script Fonts hat nun Nick Pagano auf thinkdesignblog.com zusammengestellt. Darunter finden sich Handschriftarten sowie Fonts mit Grunge-Elementen. Damit man sich sofort ein Bild machen kann, wie die Schriften aussehen, die sich hinter Namen wie „Ballpark“, „Creampuff“, „Monika“ oder „Androgyne“ verbergen, gibt es jeweils eine Vorschau sowie einen Direktlink zu den Seiten, von denen man sich die gewünschten Fonts downloaden kann. Alle Schriftarten sind dabei, laut Pagano, selbst für kommerzielle Zwecke frei nutzbar. Aber sicherheitshalber sollte jeder, der auf thinkdesign seine neue Lieblingsschrift gefunden hat, einen Blick in die jeweiligen Lizenzbestimmungen werfen – man weiß ja nie.
Insgesamt aber eine wirklich schöne Sammlung, die auf jeden Fall deutlich macht, dass Schreibschrift eben doch nicht immer Schreibschrift ist.


Myfonts.de – Schriften en masse

Marc-Michael Schoberer am August 28, 2009

Myfonts.com ist eine der ganz heißen Adressen, wenn es um coole Fonts geht.
Nachteil: Diese „Typoseite“ gab´s nur in Englisch.
Die weltweit größte Plattform für Schriften hat nun einen deutschen Ableger – Myfonts.de
Wir sagen „Merci“!
Ganz bequem können wir nun in Deutsch mehr zu unseren Lieblingsschriften erfahren.

Im Archiv findet man alle Schriften, schön kompakt – prima! Unter der Rubrik „Fontschau“ werden uns die Highlights präsentiert.

Gesucht werden kann nach 3 recht sinnvollen Kategorien:

MyFonts-Kategorien: Der direkteste Weg, Merkmale einer Schrift zu definieren. Anhand dieser Charakteristika werden die jeweiligen Schrift-Familien angezeigt.
Schlagwortsuche: Ein Tagfilter lässt uns (meist) schnell die gewünschte Schrift finden.
What the Font: Ein automatisches Schrifterkennungssystem. Abbildungen, Wörter oder Sätze lassen sich direkt uploaden. Nach einem Abgleich mit der Datenbank bekommen wir Fontnamen, oder ähnliche Schriften geliefert.

Geheimtipp: What the Font gibt es auch als Apple-App

Fazit: Die Verknüpfung der deutschen und englischen Seite ergibt ein einziges sinnvolles und gutes Tool für die erste Inspiration beim scribbeln. Es ist eine Planungsgrundlage für das Zusammenstellen der benötigen Schriften. Myfont.de gewährt uns sowohl eine Schrift-Testphase, als auch – klar – die Kaufoption.
Fontastisch!