Fotokunst: BLICKFANG – DEUTSCHLANDS BESTE FOTOGRAFEN 2010

Marc-Michael Schoberer am Juli 21, 2010

Das Jahrbuch „BLICKFANG – Deutschlands beste Fotografen“ geht mit der Ausgabe für 2010 an den Start und präsentiert auch in diesem Jahr wieder den Status-Quo der professionellen Fotografie in Deutschland.

Nach dem Erfolg der letzten Ausgaben wurde das Projekt weiter optimiert und erscheint nun in einem edlen Leineneinband, frischem Design und in einem großzügigeren Format. Alphabetisch geordnet zeigt das aufwendig produzierte Kompendium eine umfangreiche und hochkarätige Auswahl der besten Fotografen Deutschlands (mit unterschiedlichen Schwerpunkten).
Auf insgesamt 704 Seiten präsentieren sich diese mit ihren Arbeiten und einer Kurzbeschreibung.

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100 Quadratmeter Deutschland

„Wir sind Deutschland“, tönte es vor ein paar Jahren durch die deutsche Medienlandschaft. Kontroverse Kampagne damals und will man sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen, stellt sich u.a. auch die Frage: Was ist Deutschland überhaupt?

Keine Ahnung, ob dies in irgendeiner Form in den Überlegungen des Nürnberger Künstlers und Fotografs Uwe Niklas eine Rolle spielte, als er mit den Arbeiten zu seiner Ausstellung “100 Quadratmeter Deutschland” begonnen hatte. Auf jeden Fall zeigen seine Bilder eine ganz besondere Perspektive auf Orte, die entweder kulturell, historisch politisch oder geografisch in irgendeiner Form für Deutschland stehen. Zu sehen sind dabei Ausschnitte bedeutender und interessanter Schauplätze wie der Zugspitze oder dem einstigen Palast der Republik, aber auch ein Quadratmeter vom Sudhaus Weihenstephan, der ersten Braustätte der Welt.

Vom 18. Januar bis Ende Juni 2010 können die Bilder in Fulda betrachtet werden. Einzigartig ist nicht nur das Konzept der Ausstellung, sondern auch der Ort, an dem die Bilder zu sehen sind. “100 Quadratmeter Deutschland” findet man auf dem Bauzaun der Großbaustelle Uniplatz. So wird eine innerstädtische Großbaustelle zu einem Kunsterlebnis – Open Air sozusagen und hier klingt bereits eine der großen Herausforderungen für den Aussteller an – die Wetterbedingungen. Sonne, Regen und Wind tragen in der Regel nicht dazu bei, die Qualität der Bilder zu bewahren. Um dem künstlerischen Anspruch gerecht zu werden, haben die Aussteller mit der Firma Epson zusammengearbeitet. „ Auf einem speziellen Großformat-Drucker, dem Epson Stylus Pro GS6000 wurden die Bilder erstellt. Der Drucker ist in der Lage auf speziellen Bedruckstoffen für den Außenbereich zu arbeiten und druckt mit besonderen Tinten, die UV- und Wasser-resistent sind. Gleichzeitig stellt der Drucker die erforderliche Qualität für künstlerische Projekte sicher“, erklärt Ausstellungsmacher Walter Rammler.

“100 Quadratmeter Deutschland” ist nicht das erste Kunstprojekt unter freiem Himmel, mit dem Epson zeigt, dass künstlerische Qualität und Druck auch unter schwierigeren Außenbedingungen möglich sein können. “Gezeigt haben wir dies bereits unter extremen Bedingungen in der Wüste Dubais mit einem Ausstellungsprojekt von Ralf Baumgarten. In Fulda – in zentraler Lage in Deutschland – kann sich nun jeder selbst von der Qualität unserer Drucke überzeugen”, erklärt Frank Schenk, Senior Business Manager Professional Graphics & Photo bei Epson Deutschland.

Wer nun mehr über die Hintergründe der Ausstellung in Fulda oder etwas über den Künstler erfahren möchte und sich darüber hinaus für die Bilder interessiert, der findet diese und weitere Informationen auf www.rammler.com/100qm.


„Wer macht denn schon noch Handabzüge? Das ist doch Technik aus längst vergangener Zeit!“ Das klingt revolutionär? Ist es aber nicht. Nur die echten Enthusiasten stellen sich heute noch in die Dunkelkammer und schwören auf die intensive Sättigung der Farben. Revolutionäre werfen einfach eine Industriedruckmaschine an und erhalten Fotos von beeindruckender Qualität.

Mit der von Dieter Kirchner entwickelten Drucktechnik „Skia Photography“ gibt es eigentlich keinen Grund mehr, sich mit zahlreichen Fotoschalen bewaffnet in die Dunkelheit zu verziehen, denn Skia Photography stellt Reproduktionen, wie wir sie bisher kennen, deutlich in den Schatten. Die Abbildungen sind so naturgetreu, dass die menschliche Wahrnehmungsgrenze erreicht wird. Die liegt nämlich bei einem Bildumfang von 3,0 optischer Dichte, die Skia Photography erreichte Werte bis zu 2,8. Damit erkennt man ohne Hilfsmittel beispielsweise einzelne Barthaare.

Gedruckt wird auf der Heidelberger Speedmaster XL 162 direkt vom Negativ auf normales Offsetpapier. Vermutlich gibt es also bald einen Run auf Fotobücher, weil die neue Qualität die Welt plötzlich ganz verändert aussehen lässt. Außerdem ist die Speedmaster ja auf tausende Bögen pro Stunde ausgelegt und mit dem Druck von Unikaten vollkommen unterfordert.


Das Städtebild der Superlative

Wir leben in einer Welt der Superlative. Alles muss so groß oder so klein, so schnell, so hoch, so komplex wie möglich sein. Hauptsache die Grenzen des Extremen werden erreicht.

Mit einer Auflösung von 297.500 x 87.500 Pixel, umgerechnet also 26 Gigapixel, findet sich auf www.dresden-26-gigapixels.com das nach aktuellen Stand größte Bild der Welt und zeigt die komplette sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Aufgenommen wurde das Foto mit einer Canon 5D mark II mit einem 400mm-Objektiv. Aber was heißt hier das „Foto“. Das Bild setzt sich aus insgesamt 1.655 Vollformatbildern mit je 21,4 Megapixeln zusammen, die ein Foto-Roboter in knapp drei Stunden aufgenommen hat und die von einem Computer nahtlos aneinander gefügt worden sind. Um die Dimension des Ganzen ein wenig zu verdeutlichen: für die Verarbeitung der 102 GB Rohdaten benötigte ein Computer mit 16 Prozessoren und 48 GB Hauptspeicher 94 Stunden.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist beeindruckend. Das Bild ist im Internet zu sehen und so detailreich, dass man selbst aus kilometerweiter Entfernung die Uhrzeit am Hausmannsturm ablesen kann. Nahezu jedes Detail von Dresden kann man sich mittels Zoom anschauen. Allerdings ist dafür schon eine Breitband-Internetverbindung notwendig. Da ein so riesiges Bild den Betrachter natürlich völlig überfordert, haben die Betreiber der Seite dem User eine kleine Hilfe an die Hand gegeben, um sich auf dem überdimensionalen Foto zurechtzufinden. Unterhalb des Großbildes befinden sich vergrößerte Ausschnitte von einzelnen Motiven und Schauplätzen von Dresden. Beim Anklicken öffnet sich dabei nicht ein neues Einzelbild, vielmehr wird genau an die exakte Stelle des Fotos gezoomt. Ein ganz pragmatischen Grund hat diese Unterteilung zudem auch noch: das Betrachten des vollständigen Bildes würde jeden Heimcomputer vollkommen überfordern.

Wie gesagt, ein wirklich beeindruckendes Ergebnis und wer Lust auf eine kleine virtuelle Dresdentour hat, der wird hier wohl Stunden verbringen können.

Wer von Dresden noch nicht genug haben sollte, der setzt seine virtuelle Städtetour weiter in Richtung Osten fort und besucht auf www.360cities.net/prague-18-gigapixels kurzerhand Prag. Hierbei handelt es sich um ein 360-Grad-Panorama ohne Bildgrenze, so dass man im Kreis drehend die tschechische Hauptstadt erkunden kann. Für die Erstellung des 18 Gigapixel-Bildes hat der Fotograf über einen Monat benötigt. Ebenfalls ein im wahrsten Sinne des Wortes sehenswertes Projekt.


Kurztipp: ROMKA 3 für Kreative

Peggy Stuber am August 1, 2009

Die dritte Ausgabe des Fotomagazins ROMKA ist erschienen.

Darin werden nicht unbedingt preisverdächtige, publikumswirksame Arbeiten vorgestellt, sondern der Fokus liegt auf „Lieblingsbildern“, auch privater Natur. Die erzählen oft viel kleinere Geschichten, die es die großen Magazine nie schaffen.

Zum Credo der Bilder: “… those that make you laugh or cry or the ones you can’t even remember taking.”

ROMKA begreift sich nicht als Style-Magazin und ist vielleicht gerade deshalb eins. Unbedingte Empfehlung!

http://romkamagazine.com


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