Das Kunstmuseum 2.0

Birk Grueling am Februar 18, 2011

In Zusammenarbeit mit 17 bedeutenden Kunstmuseen hat Google das „Art Project“ ins Leben gerufen. Es ermöglicht den virtuellen Rundgang durch berühmte Kunstsammlungen, wie die des Amsterdamer Van Gogh Museums oder des New Yorker Metropolitan Museum of Art.

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Nachdem wir uns beim letzten Mal Cuil und Kartoo gewidmet haben, kommen wir mit Limmz nun zu einer weiteren Meta-Suchmaschine.

Fast hätte ein Link zu der Website ausgereicht, um einen Überblick über verfügbare Suchmaschinen zu bieten. Nach den Kategorien Web, Image, Video, Music, News und More sind hier die wichtigsten Suchmaschinen und Portale aufgelistet. Ich habe mir wirklich eingebildet, die relevanten Seiten zum Thema Musik im Netz zu kennen – Limmz belehrt mich da auf jeden Fall eines Besseren.
Eigentlich ein ganz schlaues Modell. Man gibt sein Suchbegriff in die Maske ein und kann dann durch anklicken einer Kategorie seine Suchergebnisse zielgenau eingrenzen. Nun gut, einen Haken hat dieses System natürlich dann doch. Wenn man jetzt beispielsweise aktuelle Nachrichten zum Thema Digitaldruck sucht und hoffnungsfroh auf News klickt, werden dann eben auch nur die Ergebnisse der Newsseiten angezeigt. Sprich, wenn der Suchbegriff mal etwas spezifischer ist, wird man an der aufwendigeren Allgemeinsuche wohl kaum vorbeikommen.

Im Wissen, hier nicht alle Suchmaschine einer etwas ausführlicheren Betrachtung würdigen zu können, ist dies nun der Moment für die letzte Kurzvorstellung eines Google-Konkurrenten.
Und was wäre ich für ein Schreiberling, wenn ich mir da nicht ein edles Kleinod als krönenden Abschluss aufgehoben hätte. Um genau zu sein, es sind zwei, allerdings mit vergleichbarer Philosophie.

Die Rede ist von Forestle und Ecocho, die beiden „grünen Suchmaschinen“.
Lassen wir mal ausnahmsweise Betrachtungen was Funktionalität und Design betrifft beiseite. Letztlich soll hier eine Idee vorgestellt werden, die sich von jener der anderen Suchmaschine abgrenzt und klar im Trend von Green IT steht.
Das Prinzip ist eigentlich vergleichbar.
Während bei Forestle mit jeder Suchanfrage 0,1 Quadratmeter Regenwald gerettet werden, pflanzt Ecocho für 1.000 Suchanfragen zwei Bäume. Finanzieren soll sich dies über Werbeeinnahmen, speziell über Klicks bei den Sponsoren Links.

Hinter beiden Suchmaschinen steht jeweils Yahoo, so dass die Suchergebnisse über die bekannte Technologie angezeigt werden. Dass aber auch hier nicht alles Baum ist, was grünt, ist im letzten Jahr deutlich geworden. Damals arbeitete Forestle noch mit Google zusammen und hat sich über deren Werbeeinnahmen finanziert. Da Forestle seine Anwender jedoch durch den Hinweis auf seine Abhängigkeit von Klicks auf die Sponsoren Links hingewiesen hat, wurde die Partnerschaft von Google wegen Verstoßes gegen die Adsense-Richtlinien beendet. Diese Probleme scheinen nun behoben zu sein und schließlich ist es eine wirklich gute und vor allem einfache Möglichkeit, mal wieder Gutmensch zu sein.

Kurzes Resümee: Die Liste der Suchmaschinen hätte hier durchaus deutlich länger sein können. Ob Bing, Ixquick, Ask, Clusty oder MetaGer, ganz zu schweigen von Yahoo oder Lycos – es gibt neben Google noch zahlreiche andere Möglichkeiten, die gewünschten Suchergebnisse im Netz zu finden. Welche Suchmaschine man verwenden möchte, entscheidet dann das eigene Nutzungsverhalten und bleibt daher jedem selbst überlassen. Es macht aber durchaus Sinn, sich mit dem Thema Suchmaschine etwas intensiver auseinanderzusetzen und zu schauen, was es da noch so auf dem Markt gibt. Selbst wenn man, sei es aus Gewohnheit oder Überzeugung, weiterhin auf die Dienste von Google zurückgreift, ein wenig mehr über die Suchmaschine seines Vertrauens zu erfahren, kann ja nicht schaden.
Oder wer kennt alles den Google Übersetzer bzw. nutzt den Google Reader auch wirklich aktiv?


Ich suche also google ich.
So lautet das Credo der meisten Internetuser. Schätzungsweise 80 Prozent aller Suchanfragen laufen über den Marktführer. Wenn man mit der Transparenz seiner Internetnutzung leben kann, ist daran natürlich keineswegs etwas auszusetzen. Gerade in puncto Benutzerfreundlichkeit ist Google natürlich ganz weit vorn. Aber in gleicher Weise, wie es Menschen gibt, die den Dauermeister Bayern München deshalb nicht mögen, weil der dauernd Meister wird, oder man sich von einer Band abwendet, die der Erfolg zur Mainstream-Pop-Kapelle mutieren ließ, kann man sich von Google (braucht hier wirklich jemand einen Link?) ab- und einer kleinen beschaulichen „Independent-Suchmaschine“ zuwenden.
Ob man das auf Dauer tut, lasse ich mal im Raum stehen.

Da gibt es beispielsweise Cuil. Die Suchmaschine, die vom einstigen IBM-Manager Tom Costello und Anna Patterson, die bei Google für die Architektur von „TerraGoogle“ verantwortlich war, wurde vor ziemlich genau einem Jahr öffentlich zugängig gemacht. Nach eigenen Angaben verfüge man über einen 124.426.951.803 Webseiten umfassenden Suchindex und damit über einen dreimal so großen Umfang wie Google. Sieht Google selbst etwas anders und gibt einen Suchindex von rund 1 Billion Webseiten an. Die Oberfläche ist noch minimalistischer als jene des Branchenprimus. Schwarzer Hintergrund, Suchfenster, Mininavigationsleiste für Einstellungen und Infos zu cuil – fertig. Probleme gibt es hin und wieder bei der Relevanz der Suchergebnisse. Wobei man dies keineswegs in SEO-philen Zeiten überhöhen sollte. Oder ist irgendwer der Meinung, dass bei Google die obersten Plätze automatisch die wichtigsten für den jeweiligen Suchbegriff sind? Ende August soll auf jeden Fall ein Feature gestartet werden, welches den Usern weltweit ermöglichen soll, soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook zu durchsuchen – natürlich nur unter freundlichster Erlaubnis des Accountinhabers. Mit Timeline und Mapline verfügt clui zudem über zwei interessante Tools. So werden mit Timeline die Ergebnisse zum Suchbegriff auf einem Zeitstrahl chronologisch aufgeführt. Will man beispielsweise zu einer bestimmten Stadt historische Daten erfahren, muss man sich nicht mehr durch die zahlreichen Ergebnisse klicken, sondern nutzt einfach diese Zeitleiste. Mapline ist ein Feature, das seit Juni den Nutzern der Suchmaschine zur Verfügung steht. Hier werden alle Orte, die für den jeweiligen Suchbegriff von Relevanz sind oder waren auf einer Karte angezeigt und erklärt. Gefällt.

Als nächstes fällt nun der Blick auf die französische Mega-Suchmaschine Kartoo. Eigentlich wollte ich zunächst mit der Selbstbeschreibung der Suchmaschinen-Betreiber beginnen, aber das Design der Website ist zu offensiv, als dass man daran vorbei gehen könnte. Seit Anfang 2003 ist Kartoo über ein deutschsprachiges Interface erreichbar und stellt einen klaren Gegenentwurf zum minimalistischen Design von Google dar. Die Suchmaschine strahlt den User im wahrsten Sinne des Wortes an. Eigentlich ist das Webdesign mit seinen blau-schwarzen Farbverläufen ganz chic. Hinzu kommen noch ein paar Effekte, wenn man mit der Maus über die Navigationsleiste oder bestimmte Button scrollt. Mag subjektiv sein und man stößt im Netz natürlich auf zahlreiche Sympathisanten, die sich bei einer Suchmaschine an aufwendigen Flashanimationen erfreuen. Mir ist das im Sinne der Usebility ein wenig zu viel der Ablenkung. Schließlich will man so schnell wie möglich zu seinen Informationen gelangen. Auffällig sind dann auch noch ein paar technische Mängel. Wenn man Kartoo dazu verwendet, wozu es gedacht ist, nämlich der Suche nach relevanten Seiten, kann es schon mal passieren, dass man den Button zu den nächsten Suchergebnissen nicht findet. Interessant ist auch die Selbstbeschreibung von Kartoo: Anzahl und Relevanz der Resultate: doppelt so viele wie bei einer x-beliebigen Suchmaschine – da wohnen Logik und Paradoxie doch recht nah beieinander. Für eine Mega-Suchmaschine, die nicht auf einen eigenen Datenbestand zurückgreift, sondern die anderen Suchmaschinen nach Ergebnissen abfragt, sollte eine größere Quantität selbstredend sein. Inwieweit dann aber eine gesteigerte Quantität sich nicht mit der proklamierten erhöhten Relevanz widerspricht, wird mir ein Rätsel bleiben. Aber natürlich gibt es auch ein paar hervorzuhebende Tools. Extrem praktisch sind die News, die in der linken Sidebar zum jeweiligen Begriff angezeigt werden. In der Ergebnisdarstellung zeigt Kartoo dann noch thematische Verbindungen zum Suchbegriff auf, so dass man ein spezifischeres Ergebnis erhält, das sich aus den Teilmengen der angeklickten Schlagwörter ergibt. In den Einstellungen kann man sich dann noch eine individuelle Oberfläche kreieren und ein paar zusätzliche Widget einbauen. Kartoo grenzt sich optisch definitiv vom Rest der Konkurrenten ab, aber wie gesagt, lenkt doch eigentlich viel zu sehr von einer effektiven Suche ab.

Teil 2 folgt


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