Finale Stufe 04: Ausführungen zur grafisch-visuellen Gestaltung eines Logos
Ein gutes Logo …
… besitzt eine klare Formsprache:
Aus einer zielgerichteten, ausgearbeiteten Konzeption heraus, wird ein Logo ohne überflüssige Schmuckelemente kreiert, das auf sich selbst reduziert ist und nicht voller Details steckt. Wenige reduzierte Elemente kann sich das Gehirn viel schneller und effektiver einprägen als dies bei einer komplizierten Grafik möglich wäre. Es muss darauf geachtet werden, dass das Logo nicht kaputt reduziert wird – als finales Ziel gilt immer die ästhetische Gestalt.
… ist ein Original:
Das bedeutet, man kopiert keine anderen Logos! Nicht nur ist dieses eine ethisch nicht vertretbare Haltung eines Designers, darüber hinaus sind damit natürlich auch allerlei rechtliche Schikanen verbunden. Außerdem besteht natürlich immer die Gefahr, dass ein Betrachter das Logo als Kopie erkennt bzw. sich unbewusst an die plagiierte Marke erinnert. Erlaubt ist es natürlich, sich Inspiration an anderen Logos zu holen. Auch das verwenden von vorhandenen Elementen ist möglich, diese sollten dann aber natürlich anders benutzt, abstrahiert oder sonstig abgewandelt werden.
Ein aktueller Fall von Plagiierung findet sich hier: http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1171717&kat=10&man=3
… muss klar kommunizieren können:
Die Aussage des gesamten Logos (Bild + Wortteil) muss klar und deutlich gestaltet werden. Besonders hinsichtlich der Bedeutung der Wort- und Bildelemente in anderen Ländern und Sprachen muss besonders aufgepasst werden. Hier ist es schnell möglich eine vollkommen andere Assoziation hervorzurufen und das ist nicht selten sogar verdammt schlecht! Selbst in unserer Sprache hat ein Wort oftmals mehrere Bedeutungen und die Bedeutung erzeugt die Interpretation. Auch (Un-)Farben muss eine gesonderte Aufmerksamkeit zugesprochen werden, denn die farbpsychologischen Assoziationen ändern sich mit dem kulturellen Hintergrund. Während Weiß in Deutschland immer noch die Farbe der Unschuld und Reinheit ist, verbindet man im asiatischen Raum Weiß mit dem Tod!
… darf und sollte auf sich aufmerksam machen:
Hier muss ich kurz ausholen, welche zwei Arten von Aufmerksamkeit bei Rezipienten vorhanden sind:
Aktive Aufmerksamkeit: Der Kunde sucht gezielt nach Objekten seines Begehrens. Will er etwas essen, sucht er Schilder und Objekte auf denen entsprechende Elemente vorhandne sind.
Passive Aufmerksamkeit: Der Kunde wird unbewusst beim Betrachten des Objektes beeinflusst. Die passive Aufmerksamkeit ist allerdings viel schwächer und muss deshalb öfter und penetranter bedient werden, wenn man über diesen Kanal senden will (Vergleiche Werbung in TV/Radio [penetrant, wiederholend, laut]).
Ein gutes Logo wirkt natürlich auf beiden Ebenen, wobei aber die Gestaltung zielgerichtet auf die aktive Aufmerksamkeitsebene gerichtet werden soll, da hier die Zielgruppe von sich selbst heraus auf der Suche ist und ein entsprechendes Logo viel schneller verstehen und vor allem akzeptieren wird. Letztendlich bedeutet es (finanziellen) Erfolg für einen Auftraggeber, wenn sein Logo von einem suchenden (verbrauchsfreudigen) Kunden gefunden und angesteuert wird.

… ist leicht zu erinnern und einfach identifizierbar:
Die Hauptaufgabe eines Logos ist ja die, alle gewünschten Inhalte, Aussagen und Aufgaben einer Person, einer Firma oder sonstigen Auftraggebern in einem einzigen Signet zu transportieren. Das liegt daran, dass das Erkennen und Aufnehmen eines Bildes für das Gehirn viel schneller von statten geht, als es mit einem ausführlichen Bild-Text-Dokument möglich wäre. Daher ist es besonders wichtig, dass das Logo in den Köpfen der Betrachter haften bleibt. Man sagt, dass ein Logo einem Menschen nach durchschnittlich drei Sichtungen als „bekannt“ vorkommt. Dies ist natürlich nur gegeben, wenn das Logo leicht zu erinnern und zu identifizieren ist. Fortan verbindet der Betrachter während der Sichtung das Logo mit den dazugehörigen Marken, Assoziationen und Emotionen.
Ist ein Logo stark etabliert, reicht es sogar schon nur Teile des Logos zu zeigen, damit ein Betrachter das gesamte Logo erkennt.

… muss an der Zielgruppe orientiert sein und dem Kunden dienen:
Das Logo muss in Gestaltungsstil und –form zur angesprochenen Zielgruppe gesellen um von dieser akzeptiert und positioniert zu werden. Hierbei sollte jeder Designer beachten, dass die Zielgruppe auch unterschiedliche Gestaltungsansprüche besitzt. Eine kleine Pommesbude, ansässig im Wohngebiet des Prekariats, verträgt keine künstlerische, hochseriöse Gestaltung. Es wäre einfach unglaubwürdig und die Kunden würden verstehen, dass die Kommunikation nicht ehrlich wäre. Der Kunde würde eventuell als Blender diffamiert und man selbst als Grafiker wäre der (inoffiziell) Verantwortliche, da es UNSERE Aufgabe ist, einen Auftraggeber, sein Produkt, seine Ziele und auch die Zielgruppe kennenzulernen und daraufhin zu gestalten. Ein Kommunikationsdesigner ist heutzutage nicht mehr nur Grafiker und Pinselschwinger sondern nunmehr auch teilweise Unternehmensberater.
Bietet der Auftraggeber Dienstleistungen und keine Produkte an, ist es besser abstrakte Formen zur Gestaltung zu nutzen, anstatt irgendwelche speziellen Elemente aus den jeweiligen Dienstleistungssektoren zu verwenden.
Schlusswort:
Stufe 04 bildet zunächst den Abschluss der Logodesign Basics Reihe. Zukünftige Artikel in dieser Reihe möchte ich allerdings nicht ausschließen.
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen der Artikel und noch mehr, dass ihr euren Teil aus diesen Artikeln mitnehmen konntet. Ich habe die einzelnen Artikeln nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, mich meiner Erfahrungen, meines Wissens und verschiedensten Online- und Printquellen bedient um somit einen allumfassenden Eindruck über das Logodesign zu bieten. Denkt aber immer daran, auch immer selbst zu denken. Glaubt mir am besten kein Wort, bevor ihr nicht selbst darüber sinniert und euch schlau gemacht habt. Hinterfragt die Texte und diskutiert darüber – Die Kommentare sind dazu ein geeigneter Platz. Ein allgemeiner Ratschlag am Ende: Schaut weniger fern, dann schaut ihr mehr durch!