Jedes noch so kleine, aber ambitionierte Projekt setzt heutzutage auf den Druck von Werbemitteln. Veranstaltungen „wenigstens“ mit Standard-Flyern zu bewerben ist regelrecht zu einer Frage des Prestiges geworden.
Von diesem Trend profitieren in erster Linie Onlinedruckereien. Der Preis stimmt und die Qualität entspricht in der Regel zumindest gut bis sehr gut.
Gut, jeder hat schon unrühmliche Ausnahmen erlebt, trotzdem haben Onlinedruckereien immer häufiger die Nase vorn.
Warum?
Siehe Artikel „Nicht jammern, Service verbessern“.
Flyer und Plakate sind in der Regel keine Meisterwerke der Mediengestaltung, sondern durchschnittliche bis gute handwerkliche Arbeit.
Über die Qualität der Drucksachen lässt sich schon in puncto Gestaltung trefflich streiten, ihr Zweck steht aber außer Frage. Es sollen in der Regel relativ banale Informationen vermittelt werden, nicht mehr und nicht weniger. Die Ansprüche der Kunden bewegen sich deshalb meist in einem gut kalkulierbaren Rahmen. Es braucht keine „großartige“ Planung des Druckvorhabens, keine Meetings und Gespräche. Die Aufgabe ist klar und mit einer entsprechend „hochwertigen“ Druckvorlage schnell und ohne Probleme zu bewältigen.
Das Internet ist die perfekte Schnittstelle für derlei Kundenwünsche. Man informiert sich unverbindlich und so ausführlich, wie man es möchte, der verbindliche Abschluss ist immer nur einen Klick entfernt. So ist das In-Auftrag-Geben von Drucksachen entmystifiziert worden. Es geht schnell, es kostet wenig und mit einiger Unterstützung in Sachen Druckdatenvorbereitung lässt sich auch die Hürde „druckfähige Daten“ (Format, Farbraum, Beschnitt …) überwinden.
Das Netz ist eine extrem gut verschlagwortete Werbeplattform. Deshalb haben sich ja so viele Druckereien auf die neuen Bedürfnisse der Kundschaft eingestellt, sich selbstständig möglichst viele Informationen zu besorgen.
Einige Unternehmen haben diesen Trend leider verpennt.
Die Unterschiede zwischen Online- und Offlinedruckereien liegen sicherlich kaum in der Arbeitsweise, von der viel beschrienen Tatsache, dass man häufig verschiedene Aufträge auf einen Bogen setzt, mal abgesehen. Die Unterschiede liegen in erster Linie im Angebot (Preis) an den und im Umgang mit dem Kunden (näher am Kunden).
Wichtig: Wir sprechen hier vom Normalfall. Das es auch anders laufen kann, können Sie in einem anderen Artikel auf diesem Blog entnehmen!
Onlinedruckereien präsentieren sich auf einem hart umkämpften Markt.
Es geht um Visits, Klickraten, Suchmaschinenoptimierung. Man geht mit der Zeit.
Bei Google mit den wichtigsten Schlagworten vorn zu sein, ist mit Geld kaum zu bezahlen.
Google hat sich zu einer Art Ladentür entwickelt. Das Verhältnis von Interessenten, die diese Tür benutzen, und zahlenden Kunden ist mit dem in einem herkömmlichen Geschäft kaum zu vergleichen. Wer sich diesem Vertriebsweg jedoch versperrt und sich nicht online präsentiert verzichtet auf einen Zugang, der zukünftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Nur ein harter Kern von Offlinern wird Nischen außerhalb des Internets dauerhaft besetzen können.
Dieser Fakt ist jedoch noch nicht zu allen durchgedrungen, wird sich aber weiter etablieren.
Auch wenn das Medium Internet ein sehr effizienter Werbeträger ist, die Anfangsinvestitionen sind relativ hoch (Website, Suchmaschinenoptimierung, Bezahlsystem, Verschlüsselung …). Mit einer ordinären PDF-Preisliste sind Kunden heute nicht mehr zufriedenzustellen. Eine integrierte Onlinekalkulation wird erwartet, gern genutzt und häufig kritisiert. Klar muss die erstmal aufgebaut werden, klar schränkt sie die Angebotspalette ein. Aber die Masse der Aufträge wickelt sie effizient ab.
Für führende Online-Druckereien sind selbst diese Fakten Schnee von gestern, man arbeitet mit professionellen Modsites und Web2Print.
Man kann natürlich dem Kundenberater hinterherweinen, alle sich ergebenden Fragen beantworten ja nun das System und ein ordentliches FAQ. Der Markt entwickelt sich jedoch nun mal in diese Richtung. Gegen den Strom zu schwimmen ist sehr ehrenhaft, erfüllt jedoch nur selten die Erwartungen – die meisten gehen unter. Stattdessen sollte man sich durchaus mit dem Strom bewegen, eben um nicht unterzugehen. Das rettende Plätzchen am Ufer (Alleinstellungsmerkmal!) hat man, wenn man überleben möchte, immer im Auge.
Nicht zu vergessen, die Marktführer bieten mittlerweile tolle Shop-im-Shop Lösungen an. So können auch kleinere Unternehmen profitieren.
Natürlich gibt es schwarze Schafe in der Branche, die auch kompletten Mist einfach ausliefern. Denen ist das Druckvolumen wichtiger als das Renommee. Das sind Auswüchse, die Regel bestätigende Ausnahmen, und die gibt es längst nicht nur im Online-Bereich.
Web 2.0 deckt diese „Schwindler“ auch sehr schnell auf.
Der Kunde ist König (oder sollte es sein!) und der Kunde kommt immer häufiger über Google herein. Der Kunde kann dank diverser Programme Druckdaten inzwischen selbst erstellen und will/wird sie auch verwenden. Mit dieser Arbeitsleistung macht er die günstigen Kalkulationen z. T. erst möglich. Gerade weil die Preise so günstig sind und weil die Kunden im Moment einfach auf Selbstbestimmung stehen, wird sich diese Entwicklung nicht aufhalten lassen.