Die Wahl der Schrift

Drewers Steven am Mai 7, 2010

Typographie ist keine Wissenschaft. Typographie ist eine Kunst. Es gibt diejenigen, die daraus eine Wissenschaft machen; diejenigen, die denken, dass eine immense Auswahl an Schriftarten schon irgendwie ein gute Typographie hervrbringt. Typographie und die Auswahl von Schriftarten sind keine Wissenschaft bestimmt von Axiomen und Regeln.

Bevor wir uns dem Wesentlichen im Bezug auf die Auswahl von Schriften widmen, sollten wir kurz über Verantwortung sprechen. Im Grunde ist die Verantwortung die wir tragen zweiseitig: zuerst einmal sind wir es dem Leser schuldig ihn nicht am Lesegenuss zu hindern, sondern ihn in diesem zu unterstützen; zweitens haben wir eine Verantwortung gegenüber den Schriften die wir benutzen. Gute Schriftarten werden für gute Zwecke gestaltet, aber selbst die Besten eignen sich nicht für jeden Zweck.

Was folgt ist keine Auflistung von Regeln, sondern vielmehr eine Sammlung von Prinzipien. → diesen Artikel weiterlesen!


Workshop »Schriftklassifikation DIN 16518«

Manuel Kniepe am April 2, 2010

Gruppe I: Venezianische Renaissance-Antiqua

Historisches:
Die venezianische Renaissance-Antiqua geht aus den humanistischen Minuskeln des 15. Jahrhunderts hervor, welche mit einer schräg angesetzten Bleifeder geschrieben wurden.
Die Kursive der venezianischen Renaissance-Antiquas wird nicht aus dem normalen Schriftschnitt entwickelt, sondern als eigenständige Schrift.

Erkennungsmerkmale:
• Der Querstrich des kleinen Buchstaben e liegt schräg
• Die Schattenachse der Rundungen (beispielsweise beim o, q oder b) ist nach links geneigt.
• Es gibt kaum Unterschiede in den Strichstärken bei Grund- und Haarstrichen
• Die Serifen sind mehr oder weniger ausgekehlt (unterschiedlich je Schriftart)
• Die Serifen besitzen einen zum Grundstrich hin abgerundeten Übergang
• Der Ansatz der Oberlängen ist abgeschrägt

Schriftbeispiele:


Retrofonts und Kalligrafie für lau

Tom Schoener am März 17, 2010

Neben reichlich Infos rund um das Thema Druck und Medien wollen wir hier auf dem Gutenbergblog auch immer wieder Nützliches aus den unterschiedlichsten Bereichen präsentieren, das wir im Zuge unserer Recherchen im World Wide Web gefunden haben.

Und da jeder Grafiker und Layouter über eine adäquate Auswahl unterschiedlichster Fonts verfügen sollte, wollen wir an dieser Stelle auf zwei wunderbare Sammlungen kostenloser Schriften hinweisen, die für die eigenen Projekte frei im Netz zum Download zur Verfügung stehen.

Da wäre zunächst die großartige Sammlung von Retroschriften zu nennen, die die Kollegen von creativefan.com zusammengestellt haben. Und mit insgesamt 25 Fonts handelt es sich hier um eine recht große und vor allem heterogene Auswahl, bei der für jeden etwas dabei sein sollte.

Als zweites will ich auf die Auswahl von Schreibschriften hinweisen, die Paul Viluda auf noupe.com zusammengetragen hat. Gut, mit zehn Schriften ist die Anzahl der Schreibschriften und damit die Auswahl deutlich geringer, aber letztlich zählt doch die Qualität. Und auch hier sind ein paar sehr edle Schriften dabei. Also einfach mal anschauen und die Überschaubarkeit der eigenen Schriftensammlung noch einmal kräftig reduzieren ;) .


Sie klingen alle gleich und werden gerne synonym verwendet: die Begriffe Schriftart, Font und Zeichensatz scheinen alle das selbe zu meinen und werden daher gerne über einen Kamm geworfen. Nicht ganz unschuldig an dieser Misere sind namhafte Hersteller bekannter Betriebssysteme. So sah man sich genötigt, Font einerseits als Zeichensatz, andererseits als Schriftart zu übersetzten. Allerdings sind diese Übersetzungen eher irreführend, bezeichnen alle drei Begriffe doch etwas anderes.

Ein Font ist der älteste der drei Begriffe und existiert schon lange vor heutigen Computertechniken. Man geht davon aus, dass sich der Wortursprung im französischen fonte, ‚der Guss’ , finden lässt. Man bezeichnete damit einen zusammengehörenden Satz Bleilettern einer bestimmten Schriftgröße. Font bezieht sich also auf das Material, womit Schrift gedruckt wurde. Inzwischen werden zum Druck von Schriften natürlich keine Bleilettern mehr verwendet. Moderne Fonts sind Dateien, welche in digitaler Form Träger einer Schrift sind. Fonts bieten unseren Computern also das Hintergrundwissen, um Schrift überhaupt in druckbarer Form auf unserem Computer entstehen zu lassen.

Die Schrift oder Schriftart hingegen ist ein eine Menge von Zeichen, welche gleiche Strukturen aufweisen. Eine Schriftart bezeichnet also das konkrete, visuelle Erscheinungsbild einer Schrift. Schriftarten sammeln also Zeichen gemäß einem zusammengehörigen Formprinzip. Formprinzipien sind so unter anderem Arial, Arial Narrow, Times New Roman, etc. All diese Schriftarten weisen in sich gleiche Merkmale auf, gleiche Formen auf.

Der Zeichensatz wiederum sammelt grafische Zeichen und ordnet diese zu einem System. Konkret geht es beim Zeichensatz aber nicht um ein Abbild, sondern lediglich um Bedeutungsrepräsentationen. Ein Zeichensatz fügt bestehende Zeichen zu einem Ordnungsprinzip zusammen, ist somit der Überbau, welcher Sachverhalte darstellt. Der bekannteste Zeichensatz ist dabei Unicode. Der internationale Standard sammelt digitale Codes für alle sinntragenden Textelemente aller Schriftkulturen.


Font-Tipp im September: Mouse Deco

Marc-Michael Schoberer am September 22, 2009

Diese wunderschöne Schrift erinnert mich ein bisschen an die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Schwungvolle Linien mit einem Hauch extravaganter Eleganz.

Mir persönlich gefällt diese Schrift unglaublich gut und ich kann Sie euch natürlich nicht vorenthalten.
Zudem ist Mouse Deco natürlich wieder kostenlos zu haben.

Mouse Deco by Steve Ferrera

kostenose-font_mouse-deco_gutenbergblog


Link-Tipp: rechtlicher Schutz von Schriften

Sebastian M. Hoffmann am September 21, 2009

Auf dem juristischen Weblog Telemedicus wurde ein interessanter, umfangreicher Beitrag zum Thema „rechtlicher Schutz von Schriften“ am 7. September veröffentlicht.

Link-Verweis:
Telemedicus: Schriften – Wie sind sie rechtlich geschützt?

Die Autorin Anja Assion behandelt dort sehr fundiert, welche Aspekte es zu beachten gilt und in wie weit Urheberrecht und Schutzfähigkeit der Schrift auf europäischer und internationaler Ebene zu verstehen sind.

Wichtig für alle, die sich tagtäglich mit Schriften beschäftigen!
Denn: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

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Typedia – Schmelztiegel der Schriften

Marc-Michael Schoberer am September 20, 2009

„We love type, and we have a burning desire to learn as much as possible about typefaces”.

Typedia ist eine englisch-sprachige Enzyklopädie für Schriften. Zusammengetragen und editiert von Usern und Autoren. Wir finden diesen Schmelztiegel an Schriften ( Wikipedia, Google-Bildersuche und Internet Movie Datatbase ).

Ziel von Typedia ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der jeder sein Wissen einbringen und mit einer großen Gemeinschaft an Usern teilen kann. Der Spaß an der Typographie sollte natürlich auch nicht zu kurz kommen.
Alle erbringen Input, jeder einzelne erhält Output.

Der Aufbau dieser Plattform ist durchaus sinnvoll, teilweise spannend.
Die Startseite „Home“ versorgt den Suchenden mit kürzlich hinzugefügten Inhalten.
Unter „Explore“ wird nach Popularität, Trends, Tags, Aufrufen und sogar nach Designern gelistet – eine interessante Möglichkeit Schriften auch mal nach nicht alltäglichen Kriterien zu filtern.

Abgerundet wird der Auftritt mit der Kategorie „Learn“. Hier gibt es wirklich alles zum Thema Typographie. Die „Anatomie einer Schrift“ wird von A-Z behandelt. Wissen pur, teilweise sogar zu viel.

Für Vollblut-Profis sicherlich nichts Neues, aber eine sehr spannende und gelungene Quelle der Inspiration. 
Empfehlenswert für Studenten, Newbies und Schrift-Affine.

Quelle: www.typedia.com