Thesen auf der Brust. Die T-Shirt-Zeitung.

Birk Grueling am Januar 25, 2011

Dass Printprodukte mit Kreativität und Mut der Medienkrise entkommen können, haben bereits zahlreiche Beispiele gezeigt. Eine der wohl witzigsten Ideen dieser Tage stammt aus Schweden. Dort verbindet die „T-Post“ als erstes Medium zum Anziehen Fashion, Reportagen und Illustration.


Eine Zeitung als T-Shirt? Die Idee klingt verrückt. Doch Erfinder Peter Lundgren will nicht nur T-Shirts verkaufen, sondern sieht das Magazin auch als echten Journalismus. Er und sein Team wollen sich den Geschichten widmen, die sonst keine Zeitung bringt. Alle fünf Wochen erscheint derzeit die T-Post: Auf der Innenseite des T-Shirts gibt es den Leitartikel auf Englisch und auf der Vorderseite findet man als Titelbild eine Illustration. Für diese wird in jeder Ausgabe ein neuer Designer beauftragt, der zu dem jeweiligen Thema eine passendes Bild entwirft. So erhält jede Ausgabe ein ganz einiges Design, mal quietschbunt und mal im dezenten schwarz-weiß. So individuell die Gestaltung, so individuell sind auch die Storys. So berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe über eine Pizzeria in New York, die wegen Steuerhinterziehung für Obdachlose backen muss. Die Storys sind auf der einen Seite herrlich absurd und thematisieren trotzdem gesellschaftsrelevante Themen.

T-Post wird in 50 Ländern gelesen

Nur eine Voraussetzung muss eine Geschichte erfüllen. Sie soll auch für internationale Leserschaft interessant sein. Denn die inzwischen über 2.5000 Abonnenten der T-Post kommen aus 50 verschiedenen Ländern überall auf der Welt.  Angefangen hat die T-Post und ihrer Macher 2004 mit gerade einmal fünf T-Shirts, doch schon bald fand das „Kommunikationsexperiment“, wie die Macher sich selbst verstehen, reißenden Absatz. Die Träger des T-Shirts bekommen immerhin ein sehr exklusives Produkt, denn zu kaufen gibt es die T-Post an keinem Kiosk, die Zeitung zum Anziehen erhält man nur als Abonnent. Das Abo kostet pro Ausgabe 19 Euro plus 7 Euro Versand. Nachbestellt werden können die T-Shirts nicht. Diese Individualität hat einige weitere positive Nebeneffekte, wie die Macher auf ihrer Homepage versprechen.


Statement an die Welt und Gesprächseinstieg

Zum einen sagen die Kleidungstücke von T-Post nicht nur etwas über den Designer und den Träger aus, sondern das T-Shirt erzählt auch noch etwas über die Welt, so das Versprechen. Auch für Singles scheint sich ein Abo zu lohnen, denn die T-Post ist ein wahrer Kommunikationsanreger. „Hübsches T-Shirt“ sei ein Standardkompliment für den Träger, so Lundgren. Um Gesprächsstoff muss man sich nach diesem Einstieg keine Sorgen mehr machen, immerhin ist die Geschichte hinter dem Shirt garantiert nicht langweilig.

Mehr Infos zum Magazin und zum Abo gibt es unter www.tpostmag.com

Erklärvideo:

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