Wirtschaftskrise gleich Medienkrise?
Tom Schoener am März 25, 2009
Man hatte schon immer das Gefühl, nun ist es amtlich: das Internet hat im letzten Jahr die Printmedien als Hauptquelle für Nachrichtenangebote verdrängt. Dies geht zumindest aus dem US-Medien-Jahresbericht 2009 des Pew Research Centers hervor. Der zunehmende Verlust an Relevanz von Zeitungen und Magazinen ist dabei keineswegs ein amerikanisches Phänomen. Auch in Deutschland zeichnet sich ein Zeitungssterben ab. Betrachtet man die momentane Situation in der hiesigen Medienlandschaft, sind optimistischere Prognosen kaum zu erwarten. Denn auch hier werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und dem damit einhergehenden einstürzenden Werbemarkt unübersehbar. So könnte sich das Jahr 2009 für die Verlage “zum schlimmsten Jahr überhaupt” entwickeln.
Die Tendenz geht klar in Richtung webbasierte Nachrichtenquelle. Denn trotz des weiterhin bestehenden Bedürfnisses der Menschen nach Information, schwindet die Bereitschaft der Verbraucher, für diese Nachrichten auch zu zahlen. Damit wird die Wirtschaftskrise gewissermaßen zum Beschleuniger eines sich ohnehin abzeichnenden Medienwandels. Die Online-Angebote sind die großen Gewinner der aktuellen Entwicklung. In puncto Aktualität und Schnelligkeit gibt es ohnehin kein besseres Medium. Welche Auswirkungen dies für den Qualitätsjournalismus letztendlich hat, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.
(Quelle: pressetext deutschland vom 19.03.2009)








