40 Kilometer Bücherregal

Tom Schoener am September 27, 2009

Ob man tatsächlich von der größten Revolution des Buchdrucks seit Gutenberg reden kann, sei an dieser Stelle offen gelassen. Das es sich auf jeden Fall um eine neue Etappe des Buchdrucks handeln wird, ist jedoch “möglich”.

Die Rede ist von der Espresso Book Machine (EBM) 2.0, welche von dem amerikanischen Unternehmen On Demand Books entwickelt worden ist. Um es vorweg zu nehmen, nein, diese Maschine ist keine Kombination aus einem Kaffeeautomaten und einer Buchdruckmaschine. Die Komponente „Espresso“ im Namen steht sinnbildlich für die Geschwindigkeit, in der nun Bücher gedruckt und gebunden werden können – nämlich innerhalb von knapp fünf Minuten für 300 Seiten. Noch während des Drucks der Seiten wird ein Farbumschlag des gewünschten Buches hergestellt. Der Papierstoß wird schließlich geleimt, in das Cover gepresst und die Ränder beschnitten. Fertig ist das Buch.

Das Revolutionäre an dieser neuen Buchdruckmaschine ist, dass theoretisch nun kein Buch mehr als vergriffen oder nicht lieferbar gelten muss. Gerade für kleinere Buchhandlungen, die ein kleineres Sortiment und somit kaum Chancen gegenüber den großen Buchhäusern oder Amazon haben, kann die Espresso Book Machine eine interessante Option werden, um sich auf dem Markt zu behaupten, zumal das Gerät kaum mehr als ein High-End-Kopierer kosten soll, wenn es denn in Serie gehen sollte.

In der Londoner Filiale der Buchhandelskette Blackwell steht eine von weltweit drei EBM 2.0, die bis Ende Juli getestet wurden. Da die Bücher identisch mit den Auflagen der klassischen Druckereien sind und den gleichen Preis haben, liegt der Vorteil für den Kunden primär darin, immer das gewünschte Buch zu bekommen, so es als PDF-Vorlage im Angebot beinhaltet ist. Im Frühjahr waren es gut eine halbe Million Titel, mit denen der Hersteller in Großbritannien an den Start ging. Dieses Angebot wurde und wird kontinuierlich erweitert. Ziel von Blackwell ist natürlich, die magische Millionengrenze zu erreichen, was dem Fassungsvermögen von 50 Buchhandlungen entspricht oder anders ausgedrückt: ein 40 Kilometer langes Bücherregal. Mehrheitlich handelt es sich dabei um Werke, für die niemand mehr ein Verlagsrecht besitzt.
Um das Sortiment attraktiver zu machen, spricht Blackwell zudem mit verschiedenen britischen Verlegern. Schließlich ist die englische Buchhandelskette vom Erfolg der High-Speed-Druckmaschine überzeugt und will insgesamt 60 Filialen mit der EMB 2.0 ausstatten.


Print-on-demand: MagCloud publiziert DEINE IDEEN

Sebastian M. Hoffmann am September 16, 2009

Alles was MagCloud will sind deine PDFs.

Kreativ genug um ein Magazin zu lancieren?
Angst vor der Druckkoordination?
Keine Ahnung vom professionellen Versand und der Abo-Verwaltung? 
Kein Problem – konzentriere Dich auf das Wesentliche – MagCloud macht den Rest!

So ein Service kostet sicherlich eine Menge Geld?
Auch hier Entwarnung! Es kostet nichts. Das publizieren von eigenen Magazinen ist kostenlos.
Käufer zahlen als Basis-Preis 20¢ pro Seite (bisher nur in englisch). Ist man jedoch der Meinung, dass eigene Werk ist mehr Wert, kann man die Preisschraube ganz individuelle drehen. Alles was über dem Basis-Preis liegt, ist deine Gewinnmaximierung.

Wie wird das gedruckt?
Es wird nach dem HP Indigo Verfahren gedruckt. Hochwertiges Premium Papier kommt zum Einsatz. Alle produzierten Magazine haben eine Rückstichheftung und sollen laut MagCloud brillante Farben aufweisen.
Welche Sparten von Magazinen gibt es?
Das Portfolio reicht von A wie Art bis W wie Women´s. Die meisten Magazine fanden wir beim Stöbern in den Bereichen „Art“ und „Photography“.

Wie kann ich mitmachen?
„Verleger“ müssen sich registrieren und brauchen einen PayPal-Account. Schließlich muss ja auch die Kohle überwiesen werden.
Vorraussetzung für das Erstellen des Magazins sind lediglich High-Res PDFs.
Diese übermittelt man anschließend direkt an MagCloud.

Käufer/Abonnenten benötigen eine Kreditkarte oder eben auch einen PayPal-Account und können direkt und ohne Anmeldung stöbern und kaufen.

Fazit: Derzeit leider nur in Englisch verfügbar. Dennoch eine imposante Präsentation zum Thema Print-on-demand in Verbindung mit kommerziellen und verlegerischen Grundgedanken. Außerdem mal eine klare Ansage an Verlage: Denkt über flexible Informationsaufbereitung nach!