Heidelberger Druck in freiem Fall

Marc-Michael Schoberer am Oktober 14, 2009

Laut einschlägiger Medienberichterstattung steht es um das Heidelberger Traditionsunternehmen Heidelberger Druck sehr schlecht.
Auch die zahlreichen Versuche der Konzerleitung, endlich den ersehnten Befreiungsschlag zu schaffen, bleiben weiterhin leider ohne Erfolg. Der Aktienkurs deutet ebenso steil nach unten.
Es fehlen einfach die Aufträge.
Dann am vergangenen Montag eine erneute Hiobsbotschaft, der Konkurrent Manroland ließ die geplante Fusion platzen.
Die weiteren Prognosen für das Gesamtjahr 2009 sehen leider auch alles andere als rosig aus.

Wir hoffen das dieses tolle Traditionsunternehmen nicht Opfer der Weltwirtschaftskrise wird, sondern die Trendwende geschafft wird. Denn Heidelberger Druck steht für Qualität “Made in Germany”.


Exlibris wieder im Kommen

Peggy Stuber am Mai 17, 2009

Ein kleines, längst totgesagtes Druck-Erzeugnis erlebt zwischen Flyern, Broschüren und Visitenkarte seine Wiederauferstehung.
Es gibt offenbar tatsächlich noch Leute, die sich ein Exlibris in das neueste Werk von Sarah Kuttner oder in Richard David Prechts die Bestsellerlisten stürmende Philosophie-Schwarten kleben. Nach dem Krieg scheinbar in Vergessenheit geraten werden diese Kleinode des individuellen Ausdrucks nun wiederentdeckt und neu und faszinierend interpretiert. Vielleicht liegt es an der Wirtschaftskrise? Lesen die Leute jetzt wieder mehr? Markieren sie ihre Bücher, bevor sie sie verleihen?

Wer am Niederrhein lebt, kann sich noch bis zum 14. Juni über die Geschichte des Exlibris informieren und genauso von neueren Exponaten inspirieren lassen. Und Schloss Moyland ist ja sowieso eine Reise wert.


Colordruck Pforzheim vor der Pleite

Peggy Stuber am April 18, 2009

Das Pforzheimer Druckunternehmen Colordruck zerbricht unter der Wirtschaftskrise. 1959 wurde das Unternehmen gegründet und beschäftigte zur Hochzeit 350 Menschen. Nun verlieren die letzten 80 Mitarbeiter ihren Job.
Bereits seit Oktober 2007 führte ein Insolvenzverwalter die Geschäfte, nachdem die damalige Geschäftsführung den schweren Weg in die Insolvenz nicht mehr abwenden konnte.
Bis zum 30. Juni 2009 werden bestehende Verpflichtungen abgearbeitet, dann gehen bei Colordruck allem Anschein nach die Lichter aus.


Wirtschaftskrise gleich Medienkrise?

Tom Schoener am März 25, 2009

Man hatte schon immer das Gefühl, nun ist es amtlich: das Internet hat im letzten Jahr die Printmedien als Hauptquelle für Nachrichtenangebote verdrängt. Dies geht zumindest aus dem US-Medien-Jahresbericht 2009 des Pew Research Centers hervor. Der zunehmende Verlust an Relevanz von Zeitungen und Magazinen ist dabei keineswegs ein amerikanisches Phänomen. Auch in Deutschland zeichnet sich ein Zeitungssterben ab. Betrachtet man die momentane Situation in der hiesigen Medienlandschaft, sind optimistischere Prognosen kaum zu erwarten. Denn auch hier werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und dem damit einhergehenden einstürzenden Werbemarkt unübersehbar. So könnte sich das Jahr 2009 für die Verlage “zum schlimmsten Jahr überhaupt” entwickeln.

Die Tendenz geht klar in Richtung webbasierte Nachrichtenquelle. Denn trotz des weiterhin bestehenden Bedürfnisses der Menschen nach Information, schwindet die Bereitschaft der Verbraucher, für diese Nachrichten auch zu zahlen. Damit wird die Wirtschaftskrise gewissermaßen zum Beschleuniger eines sich ohnehin abzeichnenden Medienwandels. Die Online-Angebote sind die großen Gewinner der aktuellen Entwicklung. In puncto Aktualität und Schnelligkeit gibt es ohnehin kein besseres Medium. Welche Auswirkungen dies für den Qualitätsjournalismus letztendlich hat, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

(Quelle: pressetext deutschland vom 19.03.2009)


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