Zeitschriften mit neuen Konzepten gibt es immer wieder, auch in diesen Tagen. Bemerkenswert ist der Weg, den in Düsseldorf das integrative Bildmagazin ‘AugenAuf’ geht. Menschen mit und ohne Behinderung produzieren es gemeinsam, und bilden darin das Leben in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt mit ihren Kameras ab. Ausgabe Nr. 7 erscheint bald, wir haben die Medienmacher besucht.

Mit einer Ausstellung in der Kneipe des Düsseldorfer Kulturzentrums zakk zeigt die Redaktion des Magazins ‘AugenAuf’ aktuell Beispiele ihres Schaffens, gleichzeitig wird mit den Fotos für das Erscheinen von Ausgabe Nr. 7 geworben, die das Oberthema „Wasser“ hat. 3 Monate Arbeit stecken in diesem edel aufgemachten Heft, das im Querformat erscheint und in einer Auflage von 1.000 Exemplaren ganz auf die Bildersprache setzt.

Fotograf Ralph Klein ist als Initiator gemeinsam mit seinem Berufskollegen Achim Bartel für das Layout zuständig; Simone Flattich, Sabrina Kerner, Fee Temme und Mihael Petrovic sind vier der Medienprofis, die aktuell mit insgesamt 13 Menschen mit Behinderungen die Konzeption und Produktion der Ausgaben übernehmen. Themenhefte wie „Kälte“, „Stadtleben“, „Begegnung“,„Helden“ oder  „Action“ sind bereits entstanden – mit Bildersammlungen, die Geschichten über das Leben am Rhein erzählen, und das gerne abseits ausgetretener Pfade. Der Weg dahin: Teamwork, bei dem die kleinen Gruppen mit ihren Kameras auf Entdeckungsreisen durch Düsseldorf gehen.

Kunstvoll: Bildserien bringen Bewegung. Foto: Thomas Backs

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Modernes Projektmanagement und Zeiterfassung

Marc-Michael Schoberer am März 1, 2013

Inzwischen sind Projekte mit vielen Beteiligten – Freiberuflern und Festangestellten keine Seltenheit mehr. Die Arbeitszeiten im Blick zu haben wird jedoch auch mit zunehmender Anzahl der Mitwirkenden teilweise sehr unübersichtlich. Todos, Zeiterfassung, Projekt-Budgets, Auswertungen und CRM-Daten zentral zu erfassen und auf einen Blick sehen und auswerten zu können ist nicht nur Zeitersparnis, sondern auch effektives Arbeiten mit modernster Technik.

Mitarbeiter und Aufgaben im Blick

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Wohin fahren, wenn der Frühling kommt und neue Wege erkundet werden wollen? Leipzig mit seinem Museum für Druckkunst lockt ab dem 10. März mit einer Ausstellung, die ganz vorzüglich klingt. „Schrift im 21. Jahrhundert“ lautet der Titel, Einblicke in die zeitgenössische Schriftgestaltung werden versprochen. Dann mal fix die Bahn-Tickets sichern.

Jonathan Barnbrook_Hopeless Diamond (c) Künstler

Eine kaum überschaubare Menge an neuen Schriften ist seit den Anfangstagen der digitalen Medienwelt entstanden, auch in der Typografie verläuft der Wandel mit einem unheimlichen Tempo. In Leipzig wird mit „Schrift im 21. Jahrhundert“ eine zweiteilige Ausstellung präsentiert, die Schriftdesigns aus vielen Ländern vereint.

Part 1:  Die von Will Hill (Anglia-Ruskin-Universität, Cambridge, UK) kuratierte Ausstellung „Types for the New Century – An Exhibition of Contemporary Type Design“. Nach Stationen in London, Bristol, Birmingham und Newcastle präsentiert die Ausstellung 90 Schriftdesigns von renommierten Gestaltern wie Matthew Carter, Gerard Unger, Jonathan Barnbrook und Martin Majoor, dazu auch Font-Beispiele bisher weniger bekannter Gestalter. Die Ausstellung blickt auf die erste Dekade unseres Jahrtausends und stellt aktuelle Tendenzen in der internationalen Typografieszenevor.

Part 2:  Im Blickpunkt steht das Schriftschaffen in Mitteldeutschland mit Arbeiten von Studenten und Absolventen der Kunsthochschulen Burg Giebichenstein Halle/Saale (Sachsen-Anhalt), Bauhaus-Universität Weimar (Thüringen) sowie Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (Sachsen). Fonts von 15 Schriftgestaltern werden vorgestellt und durch Anwendungsbeispiele aus der Praxis von Schrift ergänzt.

Friedrich Althausen_Vollkorn (c) Künstler

Parallel läuft im Museum für Druckkunst vom 10. März bis 30. Juni 2013 die Ausstellung „Mario Derra. Holzschnittzyklus ‘Peter Schöffer und die Entfaltung der beweglichen Letter’“. Der Gernsheimer Künstler und Drucker Mario Derra hat von 2003 bis 2010 einen umfassenden Holzschnittzyklus geschaffen, der sich der Geschichte der Drucktechnik widmet. Einen besonderen Fokus legt Derra dabei auf das Leben und Wirken Peter Schöffers, der wie er aus Gernsheim (Hessen) stammte und Drucker war.

Das Thema der Ausstellung „Schrift im 21. Jahrhundert“ wird im Rahmen der 19. Leipziger Typotage am 27. April 2013 in Vorträgen aufgegriffen. Acht Referenten, darunter Tim Ahrens (Berlin), Friedrich Forssmann (Kassel) und Henning Skibbe (Hamburg), diskutieren im Museum für Druckkunst Leipzig über Gegenwart und Zukunft von Schrift und Typografie.

Weitere Infos: www.typotage.de 

Öffnungszeiten des Museums:

Mo-Fr 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr, samstags geschlossen.

Geöffnet am Ostermontag (01.04.) 11-17 Uhr. Schließtage: 29.03., 31.03., 01.05.

 


Fedrigoni Top Award

Marc-Michael Schoberer am Februar 15, 2013

Fedrigoni Top Award wird zum 8. Mal verliehen

Kreative können sich noch bis zum 14.April.2013 anmelden!

Italiens größter Feinpapierhersteller Fedrigoni lobt zum 8. Mal den Fedrigoni Top Award aus.

Das Familienunternehmen, das auf eine besonders traditionsreiche Geschichte zurückblicken darf, verleiht in diesem Jahr einen besonderen Preis – der internationale Fedrigoni Top Award. Die Geschichte der Papierherstellung der Familie Fedrigoni reicht bereits bis ins Jahr 1717 zurück. Mit Hauptsitz in Verona beschäftigt das Unternehmen heute weltweit mehr als 2000 Mitarbeiter. → diesen Artikel weiterlesen!


Infografiken – moderne Datenvisualisierung

Marc-Michael Schoberer am Februar 8, 2013

Infografiken ermöglichen es uns selbst komplexe Themen, Sachverhalte und Fakten grafisch so aufzubereiten, dass wir sie in kurzer Zeit umfassend verstehen können.

Dabei ist es fast nebensächlich, aus welchem Bereich die Themen stammen, denn mithilfe grafischer Mittel werden innerhalb von Infografiken visuelle Ebenen und Verbindungen geschaffen, durch die das Thema greifbarer wird.

Bilder bzw. bildliche Darstellungen können von unserem Gehirn schneller verarbeitet werden, als wenn wir zunächst einen Text lesen, den Inhalt verstehen, einordnen und dann für uns auswerten müssen. Bei einer Infografik befinden sich alle wesentlichen Bestandteile einer Thematik bereits zusammenhängend grafisch vor uns.

Besonderer Fokus wird hierbei vor allem auf die Vermittlung von Fakten, Klarheit, Anschaulichkeit und Genauigkeit gelegt. Was sie hingegen nicht tun, ist Meinungen, Bewertungen und Gefühle wiederspiegeln.

Woher kommt der Trend?

Als Gründungsjahr für die Informationsgrafik wird häufig das Jahr 1786 genannt. In diesem Jahr hat William Playfair seinen „Commercial and Political Atlas“ veröffentlicht in welchem viel Wert auf die Aufbereitung von Daten in Form von Diagrammen gelegt wurde. Seither hat sich viel getan. → diesen Artikel weiterlesen!


HAMBURGS KREATIVE 2013: Neue Ausgabe.

Marc-Michael Schoberer am Dezember 1, 2012

Wie in jedem Jahr berichten wir über HAMBURGS KREATIVE. Warum? Weil´s einfach geil ist! In einer 4-Farbvarianten-Sonderedition und mit einem stolzen Umfang von knapp 400 Seiten kommt die neue Ausgabe von “HAMBURGS KREATIVE – Das Verzeichnis 2013″ daher.

Der Wegweiser durch die Hamburger Kreativlandschaft präsentiert (inzwischen bereits seit 2004) wieder eine illustre Auswahl an Agenturen (aus Werbung, Design, Internet etc.), freien Kreativen, Illustratoren, Fotografen und ergänzenden Dienstleistern.

Auch in der druckfrischen Ausgabe für 2013 glänzt das Teilnehmerfeld erneut mit einer erfrischenden Mischung aus großen Namen und vielversprechenden Newcomern und liefert damit einen aktuellen Überblick über die Szene der Kreativhochburg. Zu den Teilnehmern zählen z.B. Namen wie Kolle Rebbe, Robinizer, Rose Pistola, Oliver Voss, Grabarz & Partner, Nils Oskamp, Lothar Böhm, Ole Utikal, Elbfeuer, Manu Agah, Scholz & Friends, Mutabor, Peter Schmidt, JUNO, brand X, Amelung, RBTQ, GerlachHartog, um nur einen kleinen Einblick zu geben.

Wie gewohnt haben sich der Herausgeber Norman Beckmann und sein Team auch für den neuen Band gestalterisch und in der Produktion wieder sehr viel Mühe gegeben. In enger Zusammenarbeit mit palisander entstand diesmal ein Kompass-Motiv, welches als zentrales Element durch die einzelnen Rubriken lotst. Die vier Hauptrubriken begründen auch die Farbvarianten-Sonderedition und so kann zwischen blau, flieder, grün oder altgold gewählt werden. Der Kompass ziert zudem das Cover und wurde mit einem Relieflack zweifach aufgetragen.

– Für Marketingentscheider eine optimale Entscheidungshilfe bei der Wahl des zukünftigen Kreativpartners.

– Für Kreative sowohl Inspirationsquelle als auch optimales Tool zum Networking oder bei der Jobsuche.

– Für Studenten das geeignete Medium zur Orientierung.

Erhältlich ist „HAMBURGS KREATIVE – Das Verzeichnis 2013“ (ISBN 978-3-939028-34-5) ab sofort für 24,90 Euro direkt über den Verlag unter www.nbvd-shop.de, über den Onlinebuchhandel sowie den stationären Buchhandel. Weitere Informationen zum Projekt, knapp 150 Onlineprofile von Kreativen und Newsmeldungen finden sich auf www.hamburgskreative.de.

100% Hamburg. Uns gefällt´s!


Mit gezielten Maßnahmen die Kunstdrucke richtig pflegen

Marc-Michael Schoberer am November 14, 2012

Kunstdrucke sind sehr beliebte Kunstobjekte zum Aufhängen auf der Wand. Durch das hochwertige Druckverfahren werden die Farben dem Original möglichst detailgetreu und nah wiedergegeben. Die Kunstdrucke werden meisten auf Leinwänden oder speziellen Kunstdruckpapieren gefertigt. Man hat auch die Möglichkeit, die Kunstdrucke kostengünstig erwerben, die auf einfachem Papier als Poster gefertigt wurden. Außer den Werken bedeutender Künstler ist es inzwischen auch möglich, eigene Bilder, Zeichnungen oder andere Vorlagen als Kunstdrucke fertigen zu lassen. Fertige Kunstdrucke kann man in verschiedenen Formaten und Größen bekommen und schließlich mit oder ohne Rahmen in der Wohnung oder Büro präsentieren. Bei www.printart24.de kann man unter unzähligen Motiven einen Kunstdruck erwerben oder mit eigenen Vorlagen individuelle Bildobjekte anfertigen lassen. Damit die Freude an gekauften Kunstdrucken möglichst lange erhalten bleibt, sollte man einige Pflegetipps beherrschen:

© Marco Schaack – Fotolia.com

Sonnenlicht: Das gilt eigentlich für alle Bilder, Zeichnungen oder auch Kunstdrucke – sie sollten niemals dem direkten Sonnenlicht ausgestellt werden, weil dadurch mit der Zeit die Farben verblassen und Leinwände porös werden. Will man das aufgehängte Bild besser akzentuieren, sollte dieses mit künstlichem Licht beleuchtet werden.

Feuchtigkeit: Die Kunstdrücke müssen grundsätzlich vor Feuchtigkeit geschützt werden, weil sie andernfalls beschädigt werden können. Der Platz über den Heizkörpern ist für die Kunstdrucke auch nicht der optimalste – die permanente Wärmeeinwirkung wirkt sich negativ auf die Bilder aus.

Luftzirkulation: Werden die Kunstdrucke eingerahmt und durch eine Glasscheibe geschützt, muss dafür gesorgt werden, dass hier eine ausreichende Luftzirkulation gegeben wird. Sollte jemals die Feuchtigkeit zwischen die Scheibe und das Bild eindringen und kann nicht mehr entweichen, führt es dazu, dass sich das Bild wellt. Eine Abhilfe verschaffen dünne, kleine Streifen aus Karton oder Kork, die in den Ecken befestigt werden.

Reinigung: Sind die Drucke unversiegelt, werden sie nur mit einem trockenen Tuch oder Staubwedel gereinigt, das feuchte Abwischen ist hier Tabu. Wenn die Bilder starke Verschmutzungen aufweisen, sollten sie mithilfe des Inneren eines Weißbrotes gereinigt werden.

Versiegelte Bilder: In dem Fall ist es viel leichter, solche Kunstdrucke zu reinigen. Zudem neigen sie wenig dazu, zu verschmutzen oder auszubleichen. Solche Bilder darf man dann mit einem leicht angefeuchteten Lappen abwischen. Allerdings darf dafür nur klares Wasser, ohne jegliche Reinigungsmittel, verwendet werden.

Bei extremen Verschmutzungen oder Beschädigungen: In solchen Fällen sollte ein Fachmann um Rat gebeten werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Kunstdrucke bei dem Versuch, gereinigt zu werden, nicht dauerhaft beschädigt werden.


txtr und der 10 Euro-eInk-Reader

Marc-Michael Schoberer am November 9, 2012

Heute möchte ich euch seit längerer Zeit wieder einmal etwas aus dem Bereich eBooks und Reader vorstellen.

Auf der Buchmesse in Frankfurt stellt das Berliner Unternehmen txtr einen neuen eInk-Reader vor: den txtr Beagle. Aufsehen erregt er vor allem durch den Preis, gerade Mal zehn Euro soll das Gerät mit seinem 5-Zoll-Bildschirm kosten.

Foto: TXTR

Die Idee: Der Beagle funktioniert nur in Zusammenspiel mit einer Handy-App (vorerst nur für Android, iOS soll später folgen), die Daten unkt das Smartphone über Bluetooth an das kabel- und WLAN-lose Gerät. Entsprechend sollen den Verkauf die Netzwerkanbieter subventionieren, die gleichzeitig am Verkauf von eBooks partizipieren sollen. → diesen Artikel weiterlesen!


Das Drucker-Lexikon

Thomas Backs am Oktober 29, 2012

A wie Abspecken, S wie Schweizerdegen,  Z wie Zwiebelfisch: Aus der Sprache der Drucker und Setzer

Die sprichwörtliche Bleiwüste kennen viele, beim Hurenkind und seinem kleinen Bruder, dem Schusterjungen, wird es schon schwieriger. Und was in Sachen Print-Medien mit einer Hochzeit oder einer Jungfrau gemeint ist, das wissen nur noch Spezialisten. Wir haben eine kleine, aber feine Liste an Fachbegriffen der Drucker und Setzer zusammengestellt. Eine spannende Sache.

„Da ist noch ein Schusterjunge, das können wir so nicht lassen.“ – Sätze wie diesen konnte wohl jeder Journalist hören, der wie der Autor dieser Zeilen noch in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre oder eben früher den Beruf des Redakteurs erlernt hat. Mit Filzstift, Layout-Bögen aus Papier und Schneidegeräten für die Fotos.  Unter den älteren Berufskollegen gehörten Wortschöpfungen wie besagter „Schusterjunge“ oder das „Hurenkind“ ganz einfach zum aktiven Wortschatz. Die Sprache der Drucker und Setzer, verkürzt oft auch „Druckersprache“ genannt, sie galt auch für die Text- und Bild-Redakteure. Manchmal, aber nur manchmal, da hören wir sie heute noch. Einige wenige, wie zum Beispiel die heute eher sprichwörtliche „Bleiwüste“ haben es sogar in die Berufswelt der Mediengestalter geschafft, egal ob diese Print, Online oder die crossmediale Variante bevorzugen.

Eine kleiner Hinweis darf an dieser Stelle nicht fehlen: Der Begriff „Druckersprache“ leitet eigentlich in die Irre, denn der Berufsstand der Setzer ist hier zunächst ausgeklammert. Nicht wenige Fachbegriffe der Branche stammen jedoch aus dem Bleisatz. Von daher sollten wir hier von der „Sprache der Drucker und Setzer“ schreiben. Oder vielleicht der „Sprache der Schweizerdegen“. Jene Multitalente also, die immer seltener anzutreffen sind.

Hier eine kleine Liste, von A wie Abspecken bis Z wie Zwiebelfisch:

Abspecken 

Der Speck, um den es hier geht, kommt natürlich nicht aus der Metzgerei. Gemeint ist das Abschälen von Papierrollen, die auf dem Transportweg in die Druckerei  beschädigt worden sind. Beim Abspecken wird eben das Papier von einer Rolle Druckpapier abgerollt, bis das nicht mehr brauchbare Papier entfernt ist. Mit dem Rest der Papierrolle kann dann gedruckt werden.

Neue Rolle, kein Abspecken nötig: Papieringenieur mit Produkt. Foto: VDP

Bleiwüste

Ursprünglich kam die Bleiwüste aus der Sprache der Setzer. Gemeint waren Fehler durch die Verwendung unpassender, zu enger Zeilenabstände oder die fehlende Strukturierung eines Textes durch nicht vorhandene Absätze. Irgendwann wurde die Bleiwüste dann mehr und mehr sprichwörtlich verwendet, als Bezeichnung für eine oftmals schwer lesbare Zeitungsseite, die ausschließlich aus Textbeiträgen ohne Bilder oder grafische Element bestand. So ließ sich im Grunde bis vor gar nicht allzu langer Zeit fast jede Ausgabe der Tageszeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) als „Bleiwüste“ bezeichnen.

Hochzeit

Schon wieder die Setzer. Gemeint war und ist ein Satzfehler, bei dem zwei gleiche Worte hintereinander erscheinen. Im Eifer des Gefechts konnte das auch schnell mit kompletten Absätzen bzw. ganzen Textpassagen passieren, die dann doppelt gedruckt erschienen. In der Gegenwart lässt sich gerade an gehäuften „Hochzeiten“ oder anderen Tippfehlern feststellen, welche der klassischen Medien ihre Hochzeit wohl hinter sich haben. Auf Korrektoren, Redakteure und damit das bewährte Vier-Augen-Prinzip wird zum Zwecke der Gewinnoptimierung immer häufiger verzichtet.

Hurenkind und Schusterjunge

Das Hurenkind und sein kleiner Bruder, der Schusterjunge, sind in der Sprache der Setzer bereits seit der Erfindung des Buchdrucks fester Bestandteil des Wortschatzes. „Hurenkind“ wird die letzte Zeile eines Absatzes genannt, wenn sie gleichzeitig die erste einer neuen Spalte oder Seite ist. (siehe Abbildung). Sie gelten als besonders schwere handwerkliche Fehler, da sie die Ästhetik des Satz- bzw. Seitenspiegels stark beeinträchtigen. Von einem „Schusterjungen“ wird gesprochen, wenn eine Seite oder Spalte nach der ersten Zeile eines neuen Absatzes umbrochen wird, so dass diese allein am Ende der vorherigen Seite oder Spalte steht.

Unten links ein Schusterjunge, oben rechts ein Hurenkind. Abbildung: Rainer Zenz, Wikimedia Commons

Jungfrau

So bezeichneten die Setzer ursprünglich eine fehlerlos gesetzte Seite, eine fertig gesetzte Seite wird also mit diesem Attribut als fehlerfrei gekennzeichnet, was sie im Normalfall eigentlich nicht sein kann. Daher beschäftigten viele Verlage und Druckereien Korrektoren, die die Seiten auf Rechtschreibung, Grammatik und Typografie lasen.  Eine Seite, die komplett ohne Korrekturzeichen blieb, wurde von den Setzern auch als „jungfräulich“ bezeichnet, was in der Realität aber so gut wie nie stattfand. Früher konnten Leser von Print-Produkten also auf dem Papier sehen, wie gut die Korrektoren gearbeitet hatten. In der Gegenwart müssen sie sich gerade Zeitungsleser vielfach wundern, ob die Texte überhaupt noch Korrektur gelesen werden.

Lorem ipsum

„Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur adipisici elit …“ . Das klingt nach Latein, und soll auch nach Latein klingen. Eine Bedeutung hat dieser Text jedoch nicht. Es handelt sich um einen Blindtext, den Grafiker und Designer bereits in ihren Anfangstagen kennen lernen. Dieser Klassiker wird als Platzhalter im Layout der Seiten verwendet, um bereits vor dem „Einfließen“ der Textdokumente einen Eindruck vom fertigen Dokument zu haben. Unverständlich ist der Fantasie-Text vor allem, damit der Betrachter des Layouts nicht durch den Inhalt des Textes abgelenkt werden kann. In Geschichtsbüchern ist zu lesen, dass Lorem-ipsum-Füller bei den Druckern und Setzern bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt sind. Heute wird sie oftmals auch verwendet, um Wirkung und Gestalt verschiedener Schrifttypen testen zu können.

Lorem ipsum: Da hat sich tatsächlich ein „Sweety“ eingeschlichen. Foto: Thomas Backs

Schimmelbogen

So wird in der Drucktechnik ein Druckbogen bezeichnet, der auf beiden Seiten bedruckt werden soll, im Prozess jedoch ungewollt auf einer Seite keinen Druck erhalten hat. Versehentlich nur einseitig bedruckte Druckbögen entstehen oft dadurch, dass der Bogenanleger nicht nur einen, sondern zwei aufeinander liegende Bogen Papier in die Druckmaschine einzieht. Wenn der untere Bogen so unbemerkt unbedruckt bleibt, können auch schon mal leere Seiten im Buch landen.

Spieß

Die Setzer arbeiteten im Bleisatz auch mit Blindmaterial, also kleinen schmalen Bleistücken, mit denen zum Beispiel die Zwischenräume zwischen den Zeilen hergestellt wurden, diese hießen dann Regletten. Dieses Blindmaterial konnte im Druckprozess aber auch so weit nach oben rutschen, dass es mitgedruckt wurde. Das Resultat war im Schriftbild des Blattes zu sehen: Ein sogenannter Spieß.

Schweizerdegen

Multitalente, die sich ganz offiziell als „Schweizerdegen“ bezeichnen dürfen, die gibt es in der heutigen Zeit des medialen Wandels immer seltener. Schweizerdegen ist nämlich die Bezeichnung für einen gelernter Drucker, der zusätzlich eine Ausbildung zum Schriftsetzer absolviert hat. Das ist heute schwierig, gehörte doch der Beruf des Setzers zu den ersten, die den weiter andauernden Veränderungsprozessen der Branche zum Opfer fielen. Auch der althergebrachten Buchdruck im Hochdruck von bleiernen Lettern ist heute nur noch in Nische zu finden. Die Schweizerdegen der Gegenwart sind ohne Zweifel Künstler, wie zum Beispiel Martin Z. Schröder, der in Berlin arbeitet.

Zwiebelfisch

Der Zwiebelfisch erreichte viele Menschen der Gegenwart auf sprichwörtlichen Umwegen. Der Grund: Bestseller-Autor Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) schreibt seit dem Jahr 2003 Kolumnen für das Portal „Spiegel Online“, hierfür hat Sick eben jenen Zwiebelfisch als Titel erkoren. In Online-Medien sind Zwiebelfische deutlich seltener zu finden als in gedruckten Werken. Unter einem Zwiebelfisch verstehen Drucker und Setzer einen einzelnen Buchstaben, der in einer andern Schriftart und/ oder einem anderen Schriftgrad als der restliche Text gesetzt wurde. Der Begriff stammt wie so viele aus der Arbeitswelt des Bleisatzes. Also aus einer Zeit, in der die Texte noch per Hand gesetzt wurden.

Vollständig ist diese kleine Liste natürlich längst nicht, wir haben die spaßigsten Begriffe ausgewählt. Wem fallen noch andere ein?

 


Nicht jammern, Service verbessern!

Marc-Michael Schoberer am Oktober 26, 2012

Man liest es beinahe täglich:
Kleinere Hausdruckereien klagen lautstark über die chronische Übersättigung des Druckmarktes.

Nicht jammern - Service veressern. Und zwar schleunigst!Schuld seien natürlich wie immer die anderen, die Großen, die Online-Druckereien, die das Internet zum aktiven Verkauf nutzen.
Als sei Print 2.0 ein Buch mit 7 Siegeln?!

Man beschwert sich über die zunehmende Zerstörung der Preisstrukturen und über den Kundenfang der Online Marktführer. Man jammert und jammert und jammert.

Der Service der Online-Druckereien sei schlecht, man selbst würde doch alles viel besser, effizienter und qualitativ hochwertiger machen.

Diese Ungerechtigkeit publiziert man über die Medien. Doch Ungerechtigkeit muss erforscht sein. Deshalb gehen wir der Sache auf den Grund. Ist dieses Problem etwa hausgemacht?

Wir haben den Praxistest gemacht und uns vom Servicegedanken der „kleinen Hausdruckereien“ überzeugt.

Der Kerngedanke:

Eine Druckerei die klagt, muss doch an potentiellen Neukunden interessiert sein, muss dem „Neuen“ Honig um´s Maul schmieren und buhlen was das Zeug hält. Denn Neukunden sind Aufträge. Aufträge nach denen man ja laut Presse händeringend sucht.

Wir haben daher 10 kleinere Druckereien (Offset) kontaktiert und ein klassisches Standardprodukt angefragt.

10.000 Visitenkarten, 4/4- farbig, 350 gr. Papier, Bilderdruck matt, vollständige, druckkonforme Daten werden als PDF geliefert.
Zugegeben, das angefragte Produkt passt mehr in die Sparte „Online-Druck“, aber Interesse, gerade wegen eventueller Folgeaufträge, müsste ja da sein. Oder?

Denkste! Um das Ergebnis vorweg zu nehmen, weder uns und schon gar nicht unserem Auftrag wurde die nötige Aufmerksamkeit geschenkt.
Ja, zum Großteil haben wir noch nicht einmal ein professionelles Angebot erhalten.
Sollte es den Hausdruckereien also doch nicht so schlecht gehen?
Jammert man nur, weil alle jammern und es bequemer ist, die Schuld beim anderen zu suchen?

Bei 10 Offsetdruckereien aus dem gesamten Bundesgebiet sieht der Kundenservice und Customer Relation Management (CRM) wie folgt aus:

- 40 % der Druckereien rieten uns direkt und ohne Umschweife, uns an die bekannten Online-Druckereien zu wenden. Zwar erhielten wir keine konkrete Empfehlung, aber alleine die ablehnende Haltung verblüffte uns.
- 6 Druckereien wollten uns ein unverbindliches Angebot zukommen lassen. Trotz mehrfacher Betonung, dass wir den Auftrag so zügig wie möglich erledigt haben müssten, haben wir zum Teil bis heute kein Angebot vorliegen. Tatsächlich erhalten haben wir nach 7 Tagen 3 Angebote. Die anderen Offerten folgten sporadisch.
- Sage und schreibe 7 von 10 Druckereien vermittelten uns das Gefühl, mit unserer Anfrage hier nicht willkommen zu sein. Man war tendenziell unfreundlich und nur wenig serviceorientiert.
- 40 % der Druckereien konnten uns keine fundierte Auskunft geben, wie die Druckdaten am sinnvollsten geliefert werden sollten. „Schauen Sie mal auf unsere Website, oder schicken Sie ein JPG“. Von PDF war nicht wirklich die Rede. Auch hier wurde deutlich: Der Kunde war vielleicht mal vor 20 Jahren König.
- 3 von 4 Druckereien wiesen uns jedoch umgehend darauf hin, dass Datenchecks extra kosten und definitiv nicht im Service inbegriffen seien.

Der Preis:

Es war natürlich von Beginn an klar, dass eine kleine Druckerei nicht mit den Preisen der Internetkonkurrenz mithalten kann.
Die Preise der Druckereien, die uns auch tatsächlich ein Angebot geschickt haben, lag teilweise über dem 8-fachen Preis aus dem WWW.
Definitiv zu hoch.

Mit einem derart schlechten Ergebnis für die Hausdruckereien haben wir nicht gerechnet. Theoretisch wäre es natürlich möglich, dass wir genau die Schwarzen Schafe bei der Auswahl der Druckereien angefragt haben, die faktisch kein Interesse zeigen.
Die Zahlen sagen jedoch mehr als Worte und geben diesem Gedanken nur wenig Nahrung.
Auch wenn unser Auftrag sicherlich nur sehr geringe Gewinnspannen zulässt, es wäre doch ein Einstieg. Eine Möglichkeit auf interessante Neuaufträge.
Auf positive Mundpropaganda, auf die Hausdruckereien ja sehr viel Wert legen (sollten).

Ich persönlich würde auch sehr gerne mal regional drucken lassen.
Die lokale Wirtschaft unterstützen.

Bei diesem mäßigen Service drucke ich jedoch lieber weiterhin online und nehme in Kauf, dass der persönliche Kontakt verloren gehen könnte.

Natürlich – auf den ersten Blick kann man die Frustration der kleinen Druckereien verstehen, aber dieser Unmut sollte tunlichst nicht an den Kunden weitergegeben werden.
Stattdessen sollte man optimieren, ranklotzen und nicht nur jammern und mit dem Finger auf die anderen zeigen.

Hausdruckereien bei denen der Service noch groß geschrieben wird, können sich gerne bei uns melden und uns von Ihrem Service überzeugen. Wir würden uns freuen.


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