Als die Schwarze Kunst farbig wurde: Sonderausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig ab dem 3. Februar

Die gute, alte Ansichtskarte war auch einmal ein boomendes Massenmedium. Vor mehr als 100 Jahren. Mit Design und Farbgestaltung wurde bereits damals gepunktet. So zu sehen im Museum für Druckkunst Leipzig. Vom 3. Februar bis 13. Mai 2012 zeigt es die Sonderausstellung „Von der Lithografie zum Offsetdruck. Die Leipziger Kunstanstalt Carl Garte und die Sammlung Hans Garte.“

Einen rasanten Wandel erlebten der Flachdruck und die Lithografen mit der Industrialisierung und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals kam Farbe ins Spiel, für die ehemals „Schwarze Kunst“ eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten. Frühe Ansichtskarten wie Exemplare zur Leipziger Messe aus dem Jahr 1910 zeigen den Besuchern der neuen Leipziger Ausstellung, dass die Ergebnisse des frühen Mehrfarbdrucks bereits erstaunlich vielfältig und farbenprächtig waren. Welche technischen Voraussetzungen dazu notwendig waren, zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig in der Sonderausstellung „Von der Lithografie zum Offsetdruck. Die Leipziger Kunstanstalt Carl Garte und die Sammlung Hans Garte“ vom 3. Februar bis 13. Mai 2012.

Ansichtskarte Leipziger Messe, um 1910 © Sammlung G. Stumpp, Stuttgart.

Die zweiteilige Ausstellung beleuchtet zunächst die Ansichtskartenproduktion der Leipziger Kunstanstalt Carl Garte um 1900. Das damals sehr populäre Massenmedium Ansichtskarte veranschaulicht, wie wichtig Design und Farbgestaltung waren, um auf diesem hart umkämpften Markt zu bestehen. Dargestellt wird zudem die technische Experimentierfreude zu Beginn des Mehrfarbdrucks für Massenauflagen. Ausgewählte Exponate illustrieren die damals vorherrschende Drucktechnik der Chromo-Lithografie, die bald auch mit anderen Techniken kombiniert wurde.

 

 

 

Zeitschriftencover 1934 © Int. Senefelder-Stiftung Offenbach.

 

 

 

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich dem Offsetdruck, in den die Kunstanstalt Garte ab 1912 als einer der ersten Betriebe in Deutschland investierte. In der Frühphase wurde diese Drucktechnik noch nicht im Buch- und Zeitungsdruck genutzt, sondern vor allem für Ansichtskarten, Plakate, Reklame und Verpackungen. Diese Anwendungsbereiche des frühen Offsetdrucks werden in der Ausstellung durch farbenfrohe Originale aus der Sammlung Hans Garte dokumentiert. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Deutschen Zeitungsmuseum Wadgassen, der Internationalen Senefelder-Stiftung Offenbach und dem Sammler Gerhard Stumpp, Stuttgart.

 

 

Werbung Schnellpresse © Int. Senefelder-Stiftung Offenbach.

 

 

In seiner Dauerausstellung zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig historische Drucktechniken mit dem Schwerpunkt Buchdruck. In der Sonderausstellung wird der Fokus nun auf den farbigen Illustrationsdruck gelegt. Wie der Buchdruck hat dieser in Leipzig eine lange Tradition; so wurde beispielsweise die erste deutsche Offsetdruckmaschine 1907 in Leipzig in Betrieb genommen.

Öffnungszeiten:

Mo-Fr 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr, samstags geschlossen.

Sonderöffnungszeiten während der Buchmesse: Samstag, 17.3. von 11-17 Uhr geöffnet. Schließtage während der Laufzeit: 6., 7.,8. April und 1. Mai. Ostermontag (9.4.) geöffnet.

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