Plastikkarten Druck

Für die Bedruckung von Plastikkarten gibt es verschiedene Druckverfahren. Die Wahl des richtigen Verfahrens entscheidet maßgeblich über das tatsächliche Druckergebnis.

Plastikkarten: Druck im Offsetverfahren

Für größere Produktionen mit höchsten Qualitätsansprüchen zu wirtschaftlichen Kosten empfiehlt sich das Offsetverfahren. Durch industrielle Offsetmaschinen werden die Plastikkarten in großen Druckbögen gedruckt, d.h. es wird eine größere Anzahl Karten gleichzeitig bedruckt und anschließend auf das entsprechende ISO Format ausgestanzt. Bereits ab einer vergleichsweise geringen Auflage von 200 – 500 Karten, lohnt es sich, Karten im Offsetverfahren produzieren zu lassen. Bei kleineren Stückzahlen, unter 250 Karten, sind die Einrichtungskosten der Druckmaschinen zu hoch, als dass sich eine Produktion im Offsetverfahren rentieren würde.

In der Regel besteht eine im Offsetverfahren produzierte Plastikkarte aus vier Schichten. Eine PVC-Schicht mit dem Druckbild der Vorderseite, eine PVC-Schicht mit dem Druck der Rückseite und jeweils eine Schicht Laminat auf jeder Seite. Durch diese Anordnung in vier Schichten und den Schutz durch das Laminat bleibt das Druckergebnis besonders lange brillant und ist vor Ausbleichen und Beschädigung gut geschützt.

Der Druck von Plastikkarten im Offsetverfahren beansprucht einige Tage, da gewisse Trocknungszeiten eingehalten werden müssen. Die Trocknungszeit ist zum einen abhängig vom verwendeten Druckverfahren und zum anderen von der Menge des Farbauftrages.

Neben dem Druck von Pantone-Farben ist es im Offsetverfahren ebenso möglich weitere Besonderheiten wie Siebdruck, Unterschriftenfelder oder Mattlaminierung auszuwählen. Das Siebdruckverfahren wird zum Beispiel dann eingesetzt, wenn Karten mit speziellen Metallicfarben (Gold oder Silber) bedruckt werden sollen. Da für jede Druckfarbe ein Sieb hergestellt wird, ist dieses Druckverfahren etwas kostspieliger als das Offsetverfahren.

Druck im Retransferverfahren

Dieses Druckverfahren eignet sich besonders für sämtliche Technologiekarten, wie RFID oder Chipkarten, da im Retransferverfahren Karten mit unebenen Kartenoberflächen problemlos gedruckt werden können. Beim Retransferdruck wird nicht direkt auf die Karte gedruckt, sondern zunächst spiegelverkehrt auf den Transferfilm. Dieser wird dann mittels Hitze und einer weichen Gummiwalze auf die Plastikkarte appliziert. Mit diesem Druckverfahren ist das Druckergebnis von hoher Farbbrillanz und –haltbarkeit und kleine Unebenheiten im Kartenkörper werden ausgeglichen. Ebenso ist im Retransferverfahren der randlose Plastikkartendruck möglich.

Die Möglichkeit einer Bedruckung von Pantone-Farben ist in diesem Verfahren nicht gegeben, da sich die Farben aus dem YMCK-Farbsatz zusammensetzten.

Druck im Thermosublimationsverfahren

Der Kartendruck im Thermosublimationsverfahren (Aufdampfen durch Erhitzen) ist besonders bei der kurzfristigen Bedruckung und Foto-Personalisierung kleinerer Plastikkarten-Mengen verbreitet. Dabei werden mehrzonige Farbbänder nach dem YMCK-Farbsatz verwendet. Die zu bedruckende Plastikkarte wird mehrmals zeitgleich mit der entsprechenden Farbzone am Druckkopf vorbeigeführt. Dabei werden die Farben nacheinander in Abstufungen direkt auf die Karte aufgedampft (sublimiert). Für gewöhnlich wird abschließend ein schützendes durchsichtiges Overlay eingesetzt, das den Kartendruck dauerhaft haltbar macht. Auch im Thermosublimationsverfahren ist es nicht möglich Pantone-Farben zu drucken.

Neben dem Thermosublimationsverfahren gibt es noch das monochrome Thermotransferverfahren, welches meist zur einfarbigen Personalisierung vorbedruckter Plastikkarten zum Einsatz kommt. Dabei wird die Farbe durch Hitze direkt auf die Karte „transferiert“, wodurch dieses Druckverfahren einen besonders schnellen Kartendruck ermöglicht.

Es bleibt festzuhalten, dass das Offsetverfahren brillante Qualität zu erschwinglichen Kosten liefert, die Produktionszeit durch verschiedene Prozesse jedoch bei ca. 2 Wochen liegt und es erst für Auflagen ab 250 Stück wirtschaftlich ist. Wer also schnell und flexibel Karten drucken möchte, ist sicherlich mit einem Desktopkartendrucker unter Berücksichtigung des für seine Anwendung passenden Druckverfahrens besser bedient.

5 Gedanken zu „Plastikkarten Druck“

  1. Die Angabe der Lieferzeit stimmt zwar, zwei bis drei Wochen sollte man aber schon rechnen.

    Allerdings ergibt sich die Lieferzeit nicht etwa aus den Trocknungszeiten für die Farben, da die meisen Hersteller mit UV-Trockung arbeiten.

    Und falls man auch ein paar Extras wie z. B. Chip oder Hologramme oder Heißfolienprägung wünscht, kann schnell noch eine Woche dazukommen.

    Die größte Herausforderung ist die Vielzahl der Arbeitsschritte die erforderlich ist, bis das Endprodukt fertig ist: Drucken, Zusammentragen, Laminieren, Ausstanzen, Personalisieren -> Fertig!

  2. Ich möchte noch kurz ergänzen, dass im Offsetdruck eine Kombination aus vielen Drucken und Möglichkeiten entstehen, die Karte zu gestalten und z.B. auch durchscheinende Karten zu verwenden. So kann der Offsetdruck mit dem Siebdruck kombiniert werden und bietet so ein großes Spektrum für Kreativität. Auch können haptische Effekte mit dem Siebdruck auf eine Karte aufgedruckt werden oder z.B. Farben mit Geruchsmolekülen verwendet werden.
    Was im Offset- und Siebdruck nicht geht, da es die Kosten sprengen würde, ist die Personalisierung.
    Kurz anführen würde ich auch noch gerne die Möglichkeit des Thermo-Rewrite-Druckverfahrens, bei dem ohne Farbband mittels Hitze ein thermoempfindliches Feld auf einer Plastikkarte bedruckt, gelöscht und wiederbeschrieben werden kann.

  3. Ich denke, dass man durchaus die Auflagen erhöhen kann wenn man digital Drucken sollte. Dieses
    Medium ist im kommen. Der digitale Siebdruck bietet sicherlich eine gute Alternative.

  4. Ein sehr guter Artikel, jedoch würde ich dem gerne noch etwas hinzufügen.
    Es gibt unterschiedliche Arten von Plastikkarten. Wir produzieren nicht nur die von Ihnen beschriebene Variante, welche eigentlich 5 und nicht 4 schichtig ist, sondern auch noch eine andere Qualität. Diese Karten werden nur von uns hergestellt und sind 3 schichtig. Hierbei wird eine mögliche Personalisierung unter der Plastikschicht aufgebracht, woraus eine lange Haltbarkeit resultiert.
    Diese so genannten Poly-Laminatkarten sind günstiger als die von Ihnen beschriebene Variante, aufgrund des einfacheren Herstellungsvorgangs.
    Für weitere Infos schauen Sie doch einfach mal auf unsere Website: http://www.abt-plastikkarten.de vorbei, unter dem Menüpunkt Qualitäten finden Sie alles wissenswerte zu diesem Thema.

  5. Folgende Hinweise sind beim Thermosublimationsdruck und Retransferdruck wichtig, um zu optimalen Druckergebnissen zu gelangen. Legen Sie Ihre Druckdaten in RGB an, denn so können Sie auch tolle Farbeffekte erzielen, wenn Sie sonst Pantonetöne haben. Nutzen Sie Programme, wie Coral oder ähnliche hierfür. RGB ist die Computer und Drucksprache bei Kartendruckern.
    Auflagen ab 1000 Stk. sollten im Offsetdruck oder Siebdruck vorbedruckt sein, da die Kosten pro Stück sonst den Rahmen sprengen. Durchnittspreis je Druckseite variert von 20-35 Cent netto im Thermosublimationsdruck oder Retransferduck.
    Offsetdruckauflagen ab 1000 Stk. werden schon in Deutschland „made in Germany“ ab 32,5 Cent netto angeboten bei beidseitiger Bedruckung 4/4 farbig Euroskala.
    http://www.kartenhalter-shop.de/plastikkarten-druckservice/index.html und das in höchster Bankenqualität, wie oben beschrieben.
    Des weiteren gibt es weitere Produktionsmöglichkeiten, wie lackierte Monokarten, welche aber nur als Werbekarte eingesetzt werden sollten, da die Haltbarkeit nicht so lange ist, wie bei den laminierten PVC Plastikkarten.

    Noch wichtiger ist bei allen auch der Umweltschutz geworden, denn immer mehr Kunden wünschen sich die sogenannte BIO-Karte. Klarer Vorteil dieser Karten ist die CO2 freie Produktion und die Materialien sind schneller in der Umwelt abgebaut.

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