Das Kunstmuseum 2.0

In Zusammenarbeit mit 17 bedeutenden Kunstmuseen hat Google das „Art Project“ ins Leben gerufen. Es ermöglicht den virtuellen Rundgang durch berühmte Kunstsammlungen, wie die des Amsterdamer Van Gogh Museums oder des New Yorker Metropolitan Museum of Art.

Entstanden soll dieses revolutionäre Projekt nur durch das Engagement von Kunstliebhabern in dem weltgrößten Suchmaschinen-Unternehmen. Denn jeder Googlemitarbeiter hat 20 Prozent der Arbeitszeit die Freiheit sich eigenen Projekten zu widmen. Anfang Februar konnte nun Teamleiter Armit Sood mehr als 1000 Gemälde aus großen Kunsthallen wie der Londoner National Gallery oder der Kollektion des Palastes von Versailles in digitaler Form präsentieren. Aus Deutschland sind die Alte Nationalgalerie und die Gemäldegalerie aus Berlin dabei.  Im Prinzip ist die Idee nicht neu: Eine große Zahl von Museen und Galerien haben bereits ihre Sammlung digitalisiert, allein das Brooklyn Museum zeigt inzwischen 94.000 Werke in digitaler Form. Außerdem gibt es noch eine von der EU-unterstützte Webbibliothek Europeana, in der ebenfalls zahlreiche digitalisierte Kunstwerke zu finden sind.

Mit sieben Millionen Pixel sieht man die Bindehaut

Neu ist vielmehr die ausgereifte und nutzerfreundliche Umsetzung seitens Google. So wurden die Ausstellungsräume mit der Streetview-Technologie in 360 Grad-Perspektive abfotografiert und vermitteln so auch im Netz einen wichtigen Gesamteindruck der Ausstellungen. Mit der Suchfunktion kann zum Beispiel nach Künstlern in verschiedenen Sammlungen gesucht und damit verschiedene Präsentationsarten verglichen werden. Wie viel möglich ist, zeigen aber erst die 17 besonders hochaufgelöst fotografierten Gemälde. Bei der Auflösung von knapp sieben Millionen Pixel erkennt man jedes noch so kleines Detail, so kann man im Zoom sogar eine Bindehautentzündung bei dem Porträt von Jules Guillement entdecken. Die Gefahr, dass das „Art Project“ jeden Museumsbesuch hinfällig macht, besteht aus Sicht von Experten nicht. Einen Van Gogh live zu sehen, ist und bleibt immer noch ein besonderes Erlebnis. Vielmehr bietet es die Möglichkeit ganz neue Teile der Öffentlichkeit zu erreichen und außerdem zahlen die Museen nichts für das Projekt. Erklärtes Ziel von Google ist es, das nicht kommerzielle Kunstmuseen 2.0 weiter auszubauen und auch Skeptiker wie das Louvre von sich zu überzeugen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.