Drucken morgen: Die Zeichen des Strukturwandels

Wird die DRUPA durch die digi:media abgelöst?


1. Auf den Hunkeler innovationsdays vom  14. – 17.Februar 2011 in Luzern drehte sich alles um den Digitaldruck. Zu sehen gab es u.a. den schnellen Inkjet-Rollendruck, viele Endlos- und Einzelblattsysteme, eine Reihe von digitalen Finishlösungen, neueste Hardware- und Softwareentwicklungen zur Optimierung des Workflows und nicht zuletzt gab es auch viele neue Papiere speziell für den Digitaldruck.

2. Jetzt folgt speziell für den Digitaldruck in Düsseldorf vom 7. – 9. April die digi:media 2011 mit einem breit gefächerten Programm. Unabhängig ob Druckdienstleiter, Werbe- oder Kreativagentur, Adressenvermarkter, Drucker oder Medienproduktioner, es gibt  für alle Besucherzielgruppen die unterschiedlichsten Angeboten.
Under anderem findet auch eine eintägige Konferenz (7. April) zum Thema „Digitale Produktionsinnovationen in Verlagen“ statt.

130 Aussteller werden vertreten sein, darunter die Global Player der gesamten Publishingindustrie (z.B. HP, manroland AG, Kolbus GmbH, Rico, Xeikon), wie auch viele kleine, innovative Unternehmen. Es wird die gesamte digitale Prozesskette vom Entwurf bis zum fertigen Druckprodukt gezeigt.

3. Vielleicht ist es auch angebracht die CeBIT vom 01-05. März in Hannover zu besuchen. Schließlich ist es weltweit die größte Messe zur Darstellung der digitalen Informations- und Telekommunikationstechnologie.

4. Am 23. und 24. Mai 2011 ist dann in München als eine Art Zusammenfassung der drei Messeveranstaltungen das große FOGRA-Symposium “Digitaldruck trifft Offset“. Auch hier versammelt sich dann wieder die gesamte Fachkompetenz der Druckindustrie um in über 20 Fachvorträgen die ganze Bandbreite der Digitaltechnik zu erörtern.

Die erste Hälfte des Jahres 2011 steht also für die traditionelle Druckindustrie ganz im Zeichen dem sich mehr und mehr abzeichnenden digitalen Produktionsdruck, wobei selbstverständlich auch der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielen. Öko-Druck liegt eben voll im Trend. Der uralte Buchdruck (Hochdruck) Gutenbergs (* um 1400 – 1468 ) wurde durch den Steindruck (Flachdruck) Senefelders (1771 – 1834) und schließlich, aus kleinsten Anfängen beginnend, der Offsetdruck (Caspar Hermann, erste deutsche Offsetmaschine 1906) verdrängt.

Jetzt zeichnet sich für jeden Druckfachmann deutlich ab, dass der Offsetdruck eines nicht so fernen Jahrzehnts durch den Digitaldruck in allen Variationen und auf allen Ebenen mehr oder weniger schnell abgelöst wird. Die erwähnten vielen Ausstellungen, Messen, Vorträge und Workshops im ersten Halbjahr 2011 bestätigen diese Prognose, aber sie bieten jetzt besonders gute  Gelegenheiten und Chancen, sich ein umfassendes Bild über den schnellen, extremen Strukturwandel der Druckindustrie zu machen, um sich dann mit den notwendigen Konsequenzen zu beschäftigen.

Übrigens: Die digi:media ist als jährliche Veranstaltung konzipiert. 2012 wird sie integraler Bestandteil der traditionellen DRUPA sein und ab 2013 wird die digi:media dann als eigenständige Veranstaltung (11. Bis 13. April) ihren jährlichen (!) Rhythmus aufnehmen. Man fragt sich, ob  damit etwa langsam aber sicher die seit 1951 nur  alle 3-5 Jahre in Düsseldorf veranstaltete, gute alte (analoge) DRUPA abgelöst wird?!

2 Gedanken zu „Drucken morgen: Die Zeichen des Strukturwandels“

  1. Ich sehe das ähnlich. Wenn man die Entwicklung von Unternehmen wie Xerox und Co. im Bereich Digitaldruck beobachtet, dann sieht man im nächsten Jahrzehnt den Offsetdruck stark unter Druck. Denn für den Preis einer Offsetdruck Maschine kann man bereits jetzt in vielen Fällen im Output vergleichbare, aber um ein vielfaches preiswertere Digitaldrucker mit zahlreichen Finishing-Optionen kaufen. Und gerade im Bereich Investitionsgüter müssen Investitionen zukunftsfähig sein… und auch hier ist der Digitaldruck möglicherweise eher im Vorteil.
    Zur Zeit sehe ich einen Verdrängungswettbewerb in zahlreichen klassischen Disziplinen – von der Farbkopie über den Proof zum Druck und zur Weiterverarbeitung, der viele Unternehmen – und eventuell auch Messen – Kopf und Kragen kosten wird. Und auch die Fogra tut sich sehr schwer mit der Beurteilung der Trends. Bis der Digitaldruck für eine Fogra-Normierung taugen würden, ist der Käse schon wieder gegessen, die Technologie vorbei und die Bögen gedruckt und die nächste Digitaldruckmaschine geleast oder gekauft … und eine Normierungschance lange vorüber. Ich hatte neulich nach der Zukunft von Kontrakt Proof und Validation Print – also Digitaldruck – gefragt … und so richtig wollte mir niemand was dazu sagen… denn auch die Fogra scheint in Sachen Zukunft zur Zeit sehr unsicher zu sein…

  2. Strukturwandel in der Druckindustrie?
    Mit „altem Wein in neuen Schleuchen“ (neuer Technik)wandelt sich nichts. Wir reden immer nur davon wie „morgen“ gedruckt wird. Dabei sollten wir uns Gedanken darüber machen was der Kunde heute zum Überleben braucht. Bestimmt keine neueste „Technik“ von seinem Drucker. Die/der ist ihm wurscht. Das Produkt bringt´s nicht mehr. Drucker verkaufen nur Technik, Auslastung statt Lösungen für ihre Kunden.

    Der Markt sagt wo es lang geht.
    Nicht der Verkäufer der xy-Maschine.

    Hier ist kein Strukturwandel erforderlich (der kommt zwangsweise) sondern ein Wandel im Kopf der Drucker. Veränderung, Anpassung an den Markt.

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