Von iPad bis XML – das Forum Media Publishing

Tom Schoener am März 23, 2010

Der Verkaufsstart des viel besungenen iPad in Deutschland rückt zusehends näher, doch was genau kann dieses Wundergerät denn eigentlich? Viele Details und Funktionen sind noch immer nicht hinlänglich bekannt. Und die Frage, die man sich als Publisher stellen muss: Was bringt mir dieses neue Apple-Tablet? – bleibt vorerst unbeantwortet.

Vorerst! Denn am 24. März wird es in Frankfurt am Main das Forum Media Publishing geben, welches die Trends und Techniken für das Publizieren von Morgen zum Thema haben wird. Der Apple-Experte Christian Hieber, Buchautor im O’Reilly-Verlag zu Apples Lifestyle-Produkten sowie Autor der Websites ifun.de und iPhone-Ticker.de, wird an diesem Tag die Chancen und Anwendungsmöglichkeiten des Apple iPad vorstellen. Das Forum soll der Rahmen für eine Diskussion sein, in der die Techniken und Verlagskonzepte des iPad zur Sprache kommen sollen. Darüber will das vom Bundesverband Druck und Medien organisierte Forum Einblicke in die Bereiche des Multi-Channel-Publishing und des automatisierten Publizieren geben sowie Plattform zum Austausch über die neuen Märkte und Medien wie Digital Content Distribution, Mobil-Publishing und Mobil-Marketing sein.

Das große Thema des Forum Media Publishing ist aber das sich immer mehr zum Universalformat entwickelte XML und die sich in diesem Kontext für die Publisher ergebenden Fragen. So wird man auf dem Forum erörtern, ob XML der Weg für das Publizieren der Zukunft sei und wie die Qualitätssicherung von XML-Dokumenten erfolgreich realisiert werden könne? Auch Ausführungen zum Thema Crossmedia-Publishing werden nicht fehlen.

Das Forum richtet sich dabei an alle Akteure der Druckbranche, die sich mit dem Thema Zukunft des Publishings auseinandersetzen wollen – von Druck- und Mediendienstleistern, über Werbeagenturen bis hin zu Hersteller- und Medienentscheidern aus Verlagen und Industrie. Namhafte Referenten und Praktiker werden sich einen Tag lang komplett dem Thema XML widmen und die neuesten Verlagsanwendungen und Projekte vorstellen.

Wer sich online anmelden möchte oder auf der Suche nach weiteren Informationen zu Programm oder den Referenten ist, findet dies unter www.forum-mediapublishing.de.


Newsmap.jp – das visualisierte Nachrichtenportal

Tom Schoener am September 7, 2009

Wenn man heutzutage über die wichtigsten Themen der Weltpolitik, Kultur, Wirtschaft, Sport oder Gesellschaft auf dem Laufenden bleiben will und einen umfassenden Einblick gewinnen möchte, empfiehlt sich die Lektüre mehrerer Tageszeitungen, Magazine und der Besuch auf diversen einschlägigen Internetportalen.

Ein gänzlich unmögliches Unterfangen, denn um dieses Pensum bewältigen zu können, mangelt es einfach an Zeit. Tagtäglich werden so viele Informationen über den Mediennutzer ausgeschüttet, dass dieser am liebsten einen riesigen Schirm aufspannen möchte, um von dieser Flut nicht ertränkt zu werden. Das Problem ist, dass, wenn man auch nur im Ansatz die Potenziale des Internets zur aktiven Informationsgewinnung nutzen möchte, zunächst erst einmal zwischen verschiedenen Quellen switchen und dazu noch erkennen muss, was tatsächlich relevant ist. Ein enormer Aufwand, den viele aufgrund zu geringer Zeitressourcen letztlich scheuen.

Aus Japan kommt jetzt eine interessante Alternative zu den klassischen Newsportalen – Newsmap.jp. Basierend auf den Nachrichten von Google News werden die Informationen wie ein Mosaik zusammengestellt. Die Meldungen werden farblich nach Ressorts gekennzeichnet, so dass man erst einmal mit einer bunten Tafel konfrontiert wird. Nachrichten aus aller Welt werden in roten, Wirtschaft in grünen oder Sport in blauen Feldern wiedergegeben. Auch Relevanz und Aktualität werden visuell dargestellt. So wird durch die Größe des Nachrichtenfeldes verdeutlicht, ob es viele oder eben nicht so viele Beiträge bei Google News zu diesem Thema gibt. Durch die Helligkeit der Farbe wird die Aktualität zum Ausdruck gebracht. Um die Suche zu spezifizieren kann der User noch nach Ländern filtern oder ein Ressort wählen.
Da auf einer Seite doch recht viele Nachrichten angezeigt werden, wirkt Newsmap etwas unübersichtlich. Bei kleineren News ist die Schrift häufig so klein, dass sich erst dann, wenn man mit dem Courser darüber scrollt, deren Inhalt offenbart. Für jeden, der in kürzester Zeit einen guten Überblick über das Weltgeschehen erlangen will, ist Newsmap auf jeden Fall eine interessante und nützliche Alternative zu traditionellen Newsportalen.

Und wer wissen will, wo die Nachrichten-Brennpunkte in Deutschland und der Welt sind, der kann sich ja einmal die Nachrichtenkarten von Welt.de anschauen. Angelehnt an die Technologie von Google Maps kann man sich an einen bestimmten Ort heranzoomen und erhält per Mausklick die hiesigen Nachrichten.

Ich fürchte, von nun an gibt es keine Ausreden mehr, nicht auf dem Laufenden zu sein.


Wirtschaftskrise gleich Medienkrise?

Tom Schoener am März 25, 2009

Man hatte schon immer das Gefühl, nun ist es amtlich: das Internet hat im letzten Jahr die Printmedien als Hauptquelle für Nachrichtenangebote verdrängt. Dies geht zumindest aus dem US-Medien-Jahresbericht 2009 des Pew Research Centers hervor. Der zunehmende Verlust an Relevanz von Zeitungen und Magazinen ist dabei keineswegs ein amerikanisches Phänomen. Auch in Deutschland zeichnet sich ein Zeitungssterben ab. Betrachtet man die momentane Situation in der hiesigen Medienlandschaft, sind optimistischere Prognosen kaum zu erwarten. Denn auch hier werden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und dem damit einhergehenden einstürzenden Werbemarkt unübersehbar. So könnte sich das Jahr 2009 für die Verlage “zum schlimmsten Jahr überhaupt” entwickeln.

Die Tendenz geht klar in Richtung webbasierte Nachrichtenquelle. Denn trotz des weiterhin bestehenden Bedürfnisses der Menschen nach Information, schwindet die Bereitschaft der Verbraucher, für diese Nachrichten auch zu zahlen. Damit wird die Wirtschaftskrise gewissermaßen zum Beschleuniger eines sich ohnehin abzeichnenden Medienwandels. Die Online-Angebote sind die großen Gewinner der aktuellen Entwicklung. In puncto Aktualität und Schnelligkeit gibt es ohnehin kein besseres Medium. Welche Auswirkungen dies für den Qualitätsjournalismus letztendlich hat, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt.

(Quelle: pressetext deutschland vom 19.03.2009)


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