Die Druckvorstufe im Digitaldruck

Die Druckvorstufe im Digitaldruck

 

Vorweg: Voraussetzung für einen hochwertigen Papierabzug ist einehochwertige Vorlage! Minderwertige Fotos lassen sich auch durch hohentechnischen und zeitlichen Aufwand in der Druckvorstufe kaum korrigieren.

Wer allerdings in der Druckvorstufe kein konsistentes Colormanagement etabliert, wird auf andere Probleme stoßen: blau- oder rotstichige Bilder trotz einer Testsieger Digitalkamera oder einen verwaschenen Ausdruck beispielsweise. Unabdingbar ist deshalb die Profilierung der Ein- und Ausgabegeräte mit geeigneten Tools. Für die Digitalkamera bietet sich das Werkzeug SilverFast an – von einem abfotografierten Digitalkamera-Target werden Farbwerte gemessen und mit Referenzwerten verglichen. Am Ende sollte für jedes Gerät ein ICC-Standard-Farbprofil vorliegen. Das Standard CIE LAB-Farbmodell, das sich an der menschlichen Farbwahrnehmung orientiert und Farbe unverwechselbar und mathematisch exakt beschreibt, ist der geräteunabhängige Farbreferenzraum, der die Geräteprofile miteinander vergleichbar macht und Farbkorrekturen erst möglicht. Mit einem „kohärenten“ Farbmanagement kann man sich der Bildbearbeitung widmen. Programme wie Photoshop oder das freie IrfanView bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, von der einfachen Tonwertkorrektur bis hin zu ausgefeilten Bildmanipulationen. In Bildbearbeitungsprogrammen können aber auch Auflösung und Dateiformat definieren werden.

Ausgangsdateiformat sollte das modellabhängige Raw-Format der Digitalkamera sein, wodurch eine höhere Qualität und Flexibilität in der Nachbearbeitung garantiert ist. Für Fotos wird dieses in eine Rastergrafik konvertiert, die durch die große Anzahl darstellbarer Farben feinste Schattierungen und Farbnuancen wiedergeben kann. Das TIF-Format, welches Bilder verlustfrei und unkomprimiert speichert (mit 8 bis 24 Bit Farbtiefe), ist das Standardformat für Bilder hoher Qualität. Sein Nachteil, der große Speicherbedarf, ist der große Vorteil des JPEG-Formats. Dieses komprimiert Bilder verlustbehaftet, woraus kleine Dateigrößen resultieren. Die Verluste bleiben allerdings bei der Dekomprimierung erhalten, zur Speicherung der abschließenden Druckvorlage ist es aber durchaus geeignet. Für Zeichnungen und Bilder mit Text werden hauptsächlich Vektorgrafiken verwendet, da sie frei skalierbar sind.

Im Bildbearbeitungsprogramm wird auch die Druckauflösung (dpi) festgelegt. Damit kein Qualitätsverlust auftritt, sollte diese stets ohne Neuberechnung der Pixelzahl eingestellt werden. Die erforderliche Auflösung für einen Papierabzug hängt ab von der gesuchten Qualität, vom Bildmotiv und von der Größe des Papierabzugs. Ein Schwarzweiß-Motiv mit Schrift wird eine höhere Auflösung benötigen als ein Farbfoto mit feinen Details. Mit einer Auflösung von 300dpi ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite, in Einzelfällen findet man auch mit 200dpi das Auslangen.

Aber zu bedenken bleibt:

dass nur sehr gute Vorlagen einen gelungenen Druck garantieren können. Interessierte finden hier weitere Informationen und Erfahrungsberichte zu Digitalkameras.

5 Gedanken zu „Die Druckvorstufe im Digitaldruck“

  1. Sehr richtig! Die Qualität des Fotos ist der entscheidende Punkt.
    Gerade wenn man seine Fotos für den Druck an einen externen Dienstleister weitergibt sollte man unbedingt „tiff“ als Dateiformat wählen und natürlich auch nicht vergessen, das passende ICC-Profil an die Datei anzuhängen. Nur so kann der Drucker auch wirklich das Optimum aus dem Bild herausholen.

  2. Das ist korrekt. Ein Laie kann sich jedoch nichts unter einem ICC-Profil vorstellen. Man hat oft schon Glück, wenn im Speichern-Dialogfeld der Anwendung beim jpg-Format die Qualität einzustellen ist. Bei Profiprogrammen wie Adobe Photoshop ist das nicht das Thema, dort geht das ohne Probleme. Und wer diese Software nutzt, weiß unter Umständen sogar was ICC-Profile sind. Aber nach meiner Erfahrung ist das eher die Ausnahme. Viele nutzen aber CorelDraw, MS Paint, Irfanview, Picture Publisher oder andere einfache Grafiksoftware, um Druckvorlagen herzustellen.

  3. Stimmt natürlich, mit ICC-Profilen können auch oft „Profis“ nicht umgehen. Und Programme wie Paint & Co machen die Sache halt auch nicht besser 🙂
    Ich finde es oft nur schade, wenn sich jemand teure Fotoausrüstung kauft, und dann absolut keinen Wert darauf legt, sich zumindest grundlegend mit Farbmanagement zu befassen. Wenn man fast 4-stellige Beträge für die DSLR-Cam ausgibt, kann man doch auch mal einen Nachmittag mit der entsprechenden Fachlitaratur verbringen (gibt ja genug).
    Ich hoffe mal, dass Artiel wie dieser zumindest das Problembewusstsein unter den Anwendern verbessern

  4. Wir haben immer wieder das Problem, dass Kunden es nicht mal fertig bringen ein JPG zu kopieren. Stattdessen fügen Sie es in eine WORD Datei ein, weil Sie mal gelernt haben wie man eine WORD-Datei auf den USB Stick kopiert. Kein Scherz.
    Solange diese Grundlegenden Kentnisse bei Kunden fehlen wird man auch nie vernünftiges Material für gute Drucke von Endkunden bekommen.
    Bei Firmen ab einer gewissen größe wird es langsamm besser. Da bekommt man dann auch mal Farbwerte für das Logo.
    Zusammenfassend bleibt zu sagen:“Es gibt viele Möglichkeiten ein perfektes Bild beim kopieren und/oder drucken zu zerstören“

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