Internationaler Wettbewerb für östliche Typographie: GRANSHAN 2010

Wenn an dieser Stelle von Schriftwettbewerben die Rede war, dann waren diese immer stark westlich geprägt und auf die lateinische Schrift fokussiert. GRANSHAN 2010 ist ein Beleg dafür, dass das Feld der Typografie weit aus größer ist und auch in östliche Gefilden manch imposante Frucht zu finden ist, um in der einmal begonnenen Metaphorik zu verbleiben. GRANSHAN 2010 ist ein Wettbewerb für östliche Typografie, speziell für die armenischen, kyrillischen und griechischen Schriftwelten ausgelobt.

2010 wird der Wettbewerb erstmalig gemeinsam vom armenischen Kultusministerium und der Typografischen Gesellschaft München (tgm) organisiert. Zu den Gründen für diese Kooperation spricht Boris Kochan, Erster Vorsitzender der Typographischen Gesellschaft München: „In enger Zusammenarbeit wollen wir das „andere“, die Vielfalt der Sprache zelebrieren, indem bisher in der Typographie weniger beachtete Sprachen in den Mittelpunkt eines internationalen Wettbewerbs gerückt werden.“

Zu der Zusammenarbeit zwischen dem armenischen Kultusministerium und der Typographischen Gesellschaft München kam es infolge einer Studienreise der tgm im November 2009 in Armenien, auf der sich Boris Kochan und Edik Ghabuzyan (Head of the Department of Creating and Keeping Armenian Fonts of the National Book Chamber in Yerevan) kennenlernten. Nachdem die Kultusministerin Armeniens, Hasmik Poghosyan, die Gruppe um Boris Kochan zu einem Gedankenaustausch empfing, entstand die Idee einer Kooperation, mit dem Ziel, den Schriftwettbewerb international bekannter zu machen.

Die teilnehmenden Arbeiten des GRANSHAN 2010 werden in vier Kategorien unterteilt. So wird zwischen kyrillischer, armenischer und griechischer Textschrift sowie den Displayschriften unterschieden. Eine Jury, in der sich unter anderem auch Boris Kochan und Edik Ghabuzyan befinden, wird über die Gewinner befinden. Bis zu drei Diplome werden pro Kategorie vergeben. Der Hauptpreis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Jury werden dann im September 2010 vom Armenischen Kultusministerium in Yerewan verkündet. Die Siegerarbeiten sowie ausgewählte Teilnehmerarbeiten werden im Anschluss zunächst in Yerewan und danach im Oktober / November in München ausgestellt.

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