Druckkunst deluxe: Das Deutsche Plakat Museum ist einzigartig

Für Liebhaber von Design und Druckkunst ist Essen im Ruhrgebiet ein gutes Ziel: Das Deutsche Plakat Museum hat mehr als 340.000 Plakate aus Politik, Wirtschaft und Kultur in seinem Bestand und ist damit in Deutschland einmalig. „Flächen, die die Welt bedeuten“ lautet der Titel einer neuen Ausstellung, in der dort bis zum 26. Juni 2011 Theaterplakate von Frieder Grindler und Volker Pfüller gezeigt werden.

Im Neubau des renommierten Museum Folkwang ist das früher eigenständige Plakat Museum seit Januar 2010 beheimatet. Das vom englischen Architekten David Chipperfield entworfene Bauwerk war mit seinen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst einer der Publikumsmagneten im Kulturhauptstadtjahr 2010. 800.000 Gäste wurden in den ersten zwölf Monaten gezählt. Bis Ende Juni laufen hier drei neue Ausstellungen: „Dabeisein“ zeigt Fotografien von Jürgen Heinemann und Tobias Zielony, Druckgrafische Folgen sind  unter dem Titel „Formexperimente“ zu sehen. Mit den Theaterplakaten von Volker Pfüller und Frieder Grindler zeigt das Deutsche Plakat Museum parallel die Werke zwei der profiliertesten Plakatgestalter der letzten vierzig Jahre.

Der in Leipzig geborene Volker Pfüller arbeitete zunächst in der DDR, später in ganz Deutschland. Er steht mit seinen Arbeiten für das Theater in der Tradition historischer Starplakate und produziert klassische Lithografien. Das Deutsche Plakat Museum zeigt Werke Pfüllers aus der Zeit seit den 1970er-Jahren, die unter anderem in Berlin, München, Stuttgart und Hamburg entstanden sind. Die Hauptfigur des Theaterstücks steht auf diesen gedruckten Kunstwerken im Mittelpunkt. Frieder Grindler dagegen reizt mit seinen Fotomontagen Grenzen aus. Er spielte lange vor Einführung der heutigen Grafikprogramme mit den Möglichkeiten der Montagetechniken. Seine Plakate weisen auf das Theaterstück selbst hin, zumeist haben sie zudem eine verborgene Ebene mit inhaltlichen Anspielungen.

 

Mit seiner riesigen Spezialsammlung dokumentiert das Deutsche Plakat Museum in Essen die deutsche Plakatgeschichte im europäischen Kontext. Die Werke bekannter Künstler wie Pfüller und Grindler sind hier ebenso zu sehen wie Dokumente der Alltagsgeschichte. Zu den Schwerpunkten gehören frühe deutsche Plakate (1880 – 1914), Plakate der Weimarer Republik (1919 – 1933), DDR , BRD, Deutschland heute, aber auch Sondersammlungen französicher, polnischer und schweizer Plakate. Appetit auf mehr macht die kleine Online-Ausstellung mit einigen Highlights der Plakatsammlung im Museum.

 

Auf den Weg gebracht wurde das Deutsche Plakat Museum mit seiner wechselhaften Geschichte und verschiedenen Standorten bereits 1969, als ein Förderverein entstand.. Heute bemüht sich das Deutsche Plakat Forum e.V. als gemeinnützige Fördergesellschaft um Fortbestand und Erweiterung dieser einzigartigen Sammlung.