Berlin Haushoch: Mein Block, mein Viertel, mein Magazin

Berlin ist geradezu ein Puzzle aus Bezirken. Marzahn, Wedding, Kreuzberg oder Mitte, jeder Einzelne lebt seine Tempo und atmet scheinbar seine eigene Luft. Um dieses Leben genau einzufangen, gründeten drei Designerinnen ein sehr spannendes Magazinprojekt namens „Berlin Haushoch“.


Stadtmagazine gibt es in Berlin gefühlte 1000 Stück. Doch wirklich die Menschen und ihre Lebensräume einzufangen, schaffen die meisten nicht. Dafür sind sie zu sehr Veranstaltungsblättchen, Gastroführer oder vermeintliches Szenemagazin. Um der Vielfalt der Hauptstadt gerecht zu werden, haben Alexandra Bald, Ana Lessing und Esra Rotthoff deshalb ihr eigenes Magazin gegründet. Veranstaltungen oder neue Läden findet man im „Berlin Haushoch Magazin“ nicht. Es sind die Menschen, die es den drei Frauen angetan haben. So sind es unaufgeregte und sehr persönliche Porträts, die fernab von irgendwelchen Klischees hier gezeichnet werden.

Leben und Arbeiten im Kiez

Um die Atmosphäre und persönlichen Geschichten der Viertel einzufangen, ziehen die drei jungen Blattmacherinnen immer für ein Jahr in die jeweiligen Bezirke. Über Monate lernen sie so die Bewohner kennen und tauchen hautnah in ihre Lebenswelt ein. Daraus entstehen dann Fotostrecken und Geschichten, die das Ganze zu einer eigenen Kunstform werden lassen. Das Low-Budget-Magazin wird übrigens ausschließlich über Spenden finanziert und enthält keine Anzeigen. Die Büros wurden bisher von Wohnungsbaugesellschaften oder Privatleuten mietfrei gesponsert und  Helfer verzichteten auf ihr Honorar. Mit ihrer Idee eroberten die drei so bereits Marzahn, Wedding und Charlottenburg, an der aktuellen Ausgabe Mitte wird noch gearbeitet. Auch die restlichen der 23 Bezirke Berlins sollen noch folgen.

Für Ruhm und Ehre

Geldverdienen wollen und können die drei Blattmacherinnen mit ihrem Magazin nicht. Ihnen geht es auch eher um ihre künstlerische Freiheit im eigenen Projekt. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie darum als freie Designerinnen für Magazine und Agenturen. Referenzen genug haben sie sich durch „Haushoch Berlin“ geschaffen, immerhin gab es für diese Idee schon einige Auszeichnungen, darunter renommierte wie der Reddot 2006, 2008 und 2009 oder dem IF Gold Award im Bereich Print Media 2009.

Eigentlich ist die Idee auch außerhalb von Berlin wirklich interessant. Mal angenommen, Magazinmacher würden ein Jahr lang in einem kleinen bayerischen Dorf in der Provinz leben. Wie dieses Magazin wohl aussehen würde?

2 Gedanken zu „Berlin Haushoch: Mein Block, mein Viertel, mein Magazin“

  1. Nicht jeder Einzelnen atmet in Berlin seine eigene Luft wie Herr Gueling schreibt, sondern alle Bewohner atmen die herrliche
    Berliner Luft Luft Luft denn „janz Berlin is eene Wolke“.
    Übrigens: Berlin hatte die vor dem 2.Weltkrieg die meisten und größten Druckereibetriebe
    in Deutschland.Vielleicht finden die flotten „Macherinnen“ des neuen Magazins noch Fragmente von der einstmals großen Geschichte des Druckens in Berlin.

  2. Ich meinte eigentlich nicht jeden Berliner, sondern jeder Berliner Bezirk. Wenn ich in Berlin bin, habe ich immer das Gefühle jeder Bezirk ist eine kleine Stadt für sich 😀

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