Sneaker als Kunstobjekt

Wir lieben Sneaker! Wir tragen sie in allen Lebenslagen, wir erinnern uns an unseren ersten Sneaker lieber als an unseren ersten Lederschuh. Manche von uns campen sogar vor Schuhläden, um an ein besonderes Modell zu kommen und manche geben über 1000 Euro bei eBay für getragene Turnschuhe aus. Sneaker sind eben mehr als nur Schuhe, sie sind Kunstobjekte.

 

 

Jemand, der ähnlich über Schuhe denkt, ist der Fotograf Gerrit Starczewski. In seinem Projekt „Dancing Shoes“ fotografiert er die Schuhe von Musikern bei Konzerten. Warum er damit anfing, lässt sich wohl am besten mit dem Leitzitat seines Bildbandes „Dancing Shoes“ erklären: „Das Wichtigste bei einem Mann sind die Schuhe, Gerrit, Sie müssen glänzen und frisch gewichst sein. Dann noch Zuckerwasser in die Haare und du hast automatisch Erfolg bei den Damen, da ist es nebensächlich, wie du tanzt.“ Dieses Zitat stammt von seinem Großvater und hat sein Schaffen sehr einbeeinflusst. Während andere Fotografen im Fotograben vor der Bühne fleißig auf die Gesichter halten, interessiert sich Starczewski für die Schuhe der Musiker. „Gesichter langweilen mich, Schuhe zeigen den Musiker nicht direkt, aber offenbaren trotzdem vieles über den Menschen dahinter.“ So finden sich in dem Bildband die Sneaker von Oasis, N.E.R.D und The Roots oder die zugegeben wenig appetitlichen Füße von Beth Dito.

Das Buch „Dancing Shoes“ ist 2009 im edel Verlag erschienen und kostet 19,95 Euro.

 

Den Sneaker als Kunstform widmet sich auch das Buch „Art & Sole“, ein Werk übrigens das nicht nur den Sneakerhead erfreuen wird. Denn im ersten Teil des Kunstbuches werden die Sneakerentwürfe von Künstler vorgestellt. Wer vorher dachte Schuhe seien nur zum Tragen, wird ungläubig den Kopf schütteln, immerhin haben bekannte Künstler wie Sean D‘Anconia, John Wisdub oder Jon Maeda bereits eigene Turnschuhkollektionen mitgestaltet. Noch skurriler wird es im hinteren Teil des Buches: Hier gibt es echte Kunstwerke zu sehen, aufwendige Skulpturen, Sneaker aus Papierschnitten oder Ölgemälde. Ohne Frage Kunstfans sollte hier mal einen Blick drauf werfen.

Art and Sole: Contemporary Sneaker Art & Design gibt es für 19,95 bei Amazon.

Natürlich hat nicht nur die Kunstszene den Sneaker als Kunstobjekt für sich entdeckt, sondern auch die Turnschuhindustrie. Seit Jahren werden immer wieder bekannte Künstler gebeten ihre Ideen auf Sneaker zu bannen. Immer ganz vorne dabei ist Converse, so gibt es gestrickte Chucks: „Sneakersnstuff x Converse Lovikka All Star“ in Zusammenarbeit mit der schwedischen Kultmarke Aittamaa. Zuletzt entwarf auch der Stardesigner Missoni eigene Chucks. Wer selbst unter die Sneakerdesigner gehen will, kann das bei Nike-ID tun. Nur der Grundschuh wird online vorgegeben, Beschriftung, Muster und Colorways können völlig selbst gemacht werden. Auf seine persönlichen Schuhe muss man allerdings sechs Wochen warten und er ist mit 120 Euro auch nicht ganz billig.

Wer tiefer in die Welt der exotischen Sneaker eintauchen will, sollte einmal das New Yorker Portal Sneakerpedia.com besuchen, hier entsteht das größte virtuelle Turnschuh-Archiv der Welt. Jeder Sneakerhead kann dort die Fotos seines Lieblingsssneakers hochladen und das Verzeichnis füllen… Es gibt bereits mehr als 1500 Einträge, fein säuberlich sortiert nach Farben, Typ und Material.

3 Gedanken zu „Sneaker als Kunstobjekt“

  1. Pingback: Sneaker-Kunst – Individualität in Schuh-Form | Gutenberg-Blog - alles rund um Drucken und Medien

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