Umweltschutz als Unternehmensphilosophie – Papyrus neues Mitglied des WWF

Das Thema Umweltschutz hat in den letzten Jahren im Bewusstsein der Menschen eine deutlich relevantere Bedeutung eingenommen. Für Unternehmen aller Branchen wird somit die Frage nach den ökologischen Faktoren zunehmend auch eine ökonomische. Produkte, die Aspekte des Umweltschutzes ignorieren, können schnell auf der „schwarzen Liste“ der Kunden landen. Natürlich betrifft dies auch die Druck- und Papierbranche.

So wundert es kam, dass beispielsweise die Papyrus Deutschland GmbH Co. KG die Umweltverträglichkeit als eines der wichtigsten Produktmerkmale deklariert – gerade für die Papierherstellung. Und so gibt es mittlerweile zahlreiche Zertifizierungen und verschiedene Labels, die ein Papier als ökologisch und dessen Herstellung als sozial nachhaltig auszeichnen. Anders als die in anderen Branchen gern gebrauchten Floskeln wie „Bio“ oder „Öko“ sind die Zertifizierungen der Papierindustrie weitaus verlässlicher – so erklärt es zumindest Papyrus auf seiner Homepage.

Nun passt die neueste Nachricht des zweitgrößten deutschen Papiergroßhändlers ganz gut in diese den Umweltschutz großschreibende Unternehmensphilosophie. Papyrus Deutschland ist jetzt Mitglied der „Wood Group“ dem deutschen Ableger des „Global Forest and Trade Network“ (GFTN) und damit Partner-Unternehmen des WWF.
Im Rahmen dessen hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, in den kommenden drei Jahren den Anteil an FSC-zertifizierten Papieren zu erhöhen. „ Mit der Mitgliedschaft im GNTF des WWF verpflichten wir uns dazu, unser Angebot von Papierprodukten aus glaubwürdig zertifizierter Waldwirtschaft im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten weiter auszubauen“, heißt es auf der Seite des WWF, auf der die Partner-Unternehmen ihre Produkte und Motivation zur Mitgliedschaft der Öffentlichkeit kundtun. Dass das auch den WWF freut, liegt auf der Hand. Und so erklärt deren Papierexperte Johannes Zahnen: „Mit Papyrus bekennt sich ein echter Branchenriese zu seiner Verantwortung für den Schutz der globalen Wälder, das hat Signalwirkung für die gesamte Papierbranche.“ Damit, so der Experte weiter, wird „das Angebot an umweltfreundlichen Papieren auf dem deutschen Markt insgesamt verbessert.“

Ein weiterer Grund zur Freude für den WWF hinsichtlich dieser neuen Mitgliedschaft ist zudem, dass Papyrus aufgrund dieser Kooperation nun seine Beschaffungsrichtlinien verschärft. Auf diese Weise soll das Risiko verringert werden, Papiere von Herstellern zu beziehen, die in irgendeiner Form mit dem Raubbau von Wäldern in Zusammenhang stehen.

Diese Kooperation soll nun Signalwirkung innerhalb der Branche haben. Konkreter Hintergrund: derzeit drängt der indonesische Papiergigant Asia Pulp & Paper (APP) sehr aggressiv auf den europäischen Markt. Nun ist APP seit mehr als zwei Jahrzehnten für seine radikale Waldvernichtung speziell in Indonesien bekannt, um nicht zu sagen: berüchtigt, so das der WWF vor kurzem erst vor Geschäften mit APP gewarnt hat.

In diesem Lichte betrachtet, gewinnt die Mitgliedschaft von Unternehmen wie der Papyrus GmbH eine zusätzliche Qualität. Auch wenn natürlich immer ökonomische Motive eine nicht zu verachtende Rolle spielen, so ist ein solches Engagement durchaus zu begrüßen. In diesem Sinne gewähren wir nun Boris Borensztein, Geschäftsführer Papyrus Deutschland, das letzte Wort und damit die Möglichkeit, uns ein wenig zu rühren: „Wir möchten als Papiergroßhändler einen Beitrag zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung leisten und riskante oder uns nicht näher bekannte Einkaufsquellen ausschließen.“

2 Gedanken zu „Umweltschutz als Unternehmensphilosophie – Papyrus neues Mitglied des WWF“

  1. Ich hoffe, dass sich die europäische, wenn nicht sogar internationale Konkurrenz ein Beispiel daran nimmt. Finde es persönlich sehr gut, aber glaube, dass gerade bei einem Produkt wie Papier noch immer der Preis entscheiden wird, welchen Hersteller man wählt :-/

  2. Ich als umweltbewusste Druckerin (Recyclingpapier, doppelseitiges Bedrucken, Entwurfsmodus) finde es auch super, dass Papyrus mit so gutem Beispiel vorangeht. Doch leider muss ich Drucktechnik-Jünger zustimmen. Da die meisten Öko-Produkte einfach viel teurer sind als ALternativprodukte, glaube ich nicht, dass sich das Biopapier durchsetzen kann 🙁

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