Das Handwerkszeug eins Schiftsetzers für den Handsatz

Wolfgang Walenski am November 2, 2014

Im alten, historischen Buchdruck war der Handsetzer (Typograph, Schriftsetzer) derjenige, der aus bleiernen Einzelbuchstaben den Text nach einem vorgegebenen Manuskript oder auch nach einem eigenen Entwurf , aus einzelnen Buchstaben Zeile für Zeile mit Hilfe eines Winkelhakens zusammensetzte. Ein geübter Schriftsetzer setzte bei gutem Manuskript mit glattem Satz (sogenannter Werksatz) eine Leistung von 1.400-1.500 Buchstaben. Erschwerungen waren u.a. Tabellen, Ziffern, Abkürzungen und auch ein schlecht geschriebenes Manuskript. Die einzelnen Bleibuchstaben (Schrift) befanden sich nach einer bestimmten Ordnung in unterschiedlichen Schriftgraden und Schriftarten in einem Setzkasten. Die gesetzten Zeilen wurden dann zu einer Spalte oder Kolumne (Satzspiegel) beliebiger Zeilenzahl zusammengesetzt. Dabei erfolgte meistens das Zusammenhalten einer Kolumne mit Hilfe einer Kolumnenschnur. Der Text wurde bei bestimmten Arbeiten oft auch ergänzt durch Numerierwerke, Messing- oder Perforierlinien. → diesen Artikel weiterlesen!


Lithografie – die Geschichte des Steindrucks

Marc-Michael Schoberer am September 18, 2014

Einführung zur Lithografie

Als in Frankreich um das Jahr 1803 zunehmend die Drucktechnik eingesetzt und weiterentwickelt wurde, suchte der Jurastudent Alois Senefelder (1771 – 1834) nach Wegen, seine eigenen Theaterstücke qualitativ hochwertig und gleichzeitig preiswert zu vervielfältigen. Zu dieser Zeit waren Druckkosten immens hoch, also suchte er nach einer günstigen Alternative. Er nutzte den Effekt, dass sich Fette und Wasser abstoßen. Das Druckbild brachte er spiegelverkehrt auf eine völlig flache Steinplatte auf und bestrich diese mit fetthaltiger Tusche oder Kreide. Danach wurde der Stein mit Wasser und fetthaltiger Farbe behandelt. Die Farbe haftete nur auf den fettigen Partien von den wässrigen wurde sie abgestoßen. Im Laufe der Zeit kristallisierte sich der Begriff Lithografie hieraus, welcher aus dem Griechischen so viel wie „Stein“ bedeutet. Lithografie ist somit ein Steindruckverfahren auch als Flachdruckverfahren bekannt. Vor allem im 19. Jahrhundert fand dieses Druckverfahren seine Anwendung im Druck farbiger Druck-Erzeugnisse.

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Kaltfolienveredelung als Alternative zur Heißfolienprägung

Marc-Michael Schoberer am Juni 10, 2014

Entweder „Manche mögen’s heiß“ oder „Die Folie, die aus der Kälte kam“?

Drucksachen transportieren Informationen, formen Images und sollen, damit sie wahrgenommen werden, Aufmerksamkeit wecken. Auf der visuellen Ebene ist das Mittel, dies zu erreichen, ein besonderes Design. Oft trägt die drucktechnische Veredelung aber fast genauso dazu bei, dass man ein Magazin oder ein Mailing im ersten Impuls in die Hand nimmt und ansieht. Und unter den zahlreichen Veredelungstechniken ragen jene noch etwas hervor, die mit Glanz oder Leuchteffekten arbeiten, weil sie im Erstkontakt der deutlichste Hingucker sind. Die Kaltfolienveredelung hat gerade im Verhältnis zur traditionsreichen Heißfolienprägung in den letzten Jahren deutlich aufgeholt und führt verschiedene innovative Technologien zusammen. Warum fasziniert sie und wo liegt ihr Vorteil, obwohl Folienveredelung doch schon seit Langem ein Standard ist?

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Buchbinderei – wie Bücher zu kleinen Kunstwerken werden

Marc-Michael Schoberer am Dezember 2, 2013

Für jeden, der Bücher liebt, ist es etwas besonders Schönes – ein stilvoll eingeschlagenes Buch aufwendig gestaltet und liebevoll zu einem Ganzen zusammengefügt. Was heute in der Buchbinderei stattfindet war einst Aufgabe von Mönchen. Sie banden eigene Werke in klostereigenen Buchbinderein und gestalteten so ihre eigens hergestellten Schriften. Bereits im 6. Jahrhundert band der  irische Mönch Dagaeus erste Bücher und ist als erster namentlich bekannter Buchbinder anzusehen. → diesen Artikel weiterlesen!


Wie gut ist Onlinedruck? Genauso gut wie der der Hausdruckerei, mit der man lange zusammenarbeitet? Bietet er sogar mehr? Und was hat man als Kunde einer Onlinedruckerei für den günstigen Preis zu erwarten? Die großen Onlinedruckereien wirken wie Wunderkinder: Sie liefern Standarddrucksachen zum märchenhaften Preis, dafür muss man als Kunde die Daten genau vorbereiten und sich mit einem umfangreichen Shopsystem und seinen festgelegten Abläufen vertraut machen.

Wunderkind und Schreckgespenst: Die Onlinedruckerei

Für den inhabergeführten kleinen Druckereibetrieb kommt der Onlinedruck daher wie ein Schreckgespenst. Zudem diversifizieren große Online-Druckereien ihre Produktpalette immer weiter. Zeit für eine Bestandsaufnahme, was die unterschiedlichen Geschäftsmodelle von Hausdruckerei und Onlinedruckerei leisten und wo die Unterschiede, die Vorteile und die Nachteile liegen. Es gibt einige neuralgische Punkte, die die Ansätze voneinander trennen und die Einschätzung der Leistungsfähigkeit der beiden Modelle erleichtern.

Die typische Seite einer Online-Druckerei, hier am Beispiel von Flyerpilot: Es gibt eine Vielzahl an Druck-Standards wie Flyer, Plakate und Geschäftspapiere, dann aber auch Diversifizierungen. Hier zum Beispiel bedruckte Faltzelte, gastronomische Artikel, Aufsteller und Messeprodukte.

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Investieren in immer neue Druck-Maschinen oder Spezialisierung und Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen?

Marketing ist die Kunst der Unternehmensführung. Dazu gehört zu entscheiden, wo und wann eine Investition sinnvoll ist. Vor allem in Zeiten, in denen täglich eine neue Innovation winkt, die etwas am Arbeitsprozess verbessert. Investitionen müssen sich rechnen. Wie viel Zeit bleibt aber, damit sich eine Investition amortisieren kann?

1.500 Jahre von den Anfängen zu Johannes Gutenberg

Die Geschichte der modernen Druckverfahren wie Buchdruck, Tiefdruck, Flexodruck, Offsetdruck oder Digitaldruck ist viel länger, als man denken mag. Sie reicht zu ihren Anfängen in Form von Stempeln zwei Jahrtausende zurück. Schon 200 v. Chr. gab es dann die Vorläufer unseres heutigen Papieres, die erste deutsche Papiermühle nahm ihren Betrieb aber erst 1390 auf. Ab 1460 schließlich entwickelt Johannes Gutenberg die ersten beweglichen Lettern, die die drucktechnische Neuzeit einleiten sollten.

Heidelberg-Flaggschiff Speedmaster XL 106 für das 70×100-Format auf der letzten Drupa. Gefragt waren Varianten mit UV-Technologie für den Verpackungsdruck, den das Internet nie überflüssig machen wird. Zu den Kunden zählen auch Web-to-Print-Unternehmen, bei denen es auf äußerste Schnelligkeit ankommt. Copyright: obs/Heidelberger Druckmaschinen AG

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Wann ist Öko-Druck wirklich Öko?

Marc-Michael Schoberer am Juni 28, 2013

Die Nachfrage nach Produkten, die im ökologischen Druckverfahren hergestellt werden steigt und das Umweltbewusstsein vieler Endverbraucher auch. Ab wann ist Öko-Druck eigentlich wirklich ökologisch? Geht es dabei lediglich um die Verwendung von Öko-Papier? Um die Verwendung von Biofarben? Viele Druckereien werben damit ökologisch zu drucken, doch wie weit sollte man gehen, um behaupten zu können – wir drucken ökologisch und nachhaltig?

Für einige ist ökologisches Drucken die Verwendung von zertifiziertem Papier und die Nutzung von Biofarben. Doch, was ist mit den Maschinen, dem Strom, dem Versand, den umweltbelastenden Chemikalien beim Druck und der Verpackung? → diesen Artikel weiterlesen!

Gedruckte Elektronik ist bereits in vielerlei Bereichen fester Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden, ob in Form von RFID – Codes oder als Hightech-Produkte im medizinischen und solartechnischen Bereich.

Die ganz oder teilweise gedruckten elektronischen Bauteile und Anwendungen können aber auch unseren ganz normalen Alltag bereichern. So findet man Beispiele zu Büchern mit integrierten Techniken, wie Lichtschaltern und gedruckten Lautsprechern, die das Leseerlebnis der Kinder, aber auch von Erwachsenen bereichern. Auch die mobile Ladestation fürs Handy in der Handtasche ist längst keine Fiktion mehr. → diesen Artikel weiterlesen!


Wohin fahren, wenn der Frühling kommt und neue Wege erkundet werden wollen? Leipzig mit seinem Museum für Druckkunst lockt ab dem 10. März mit einer Ausstellung, die ganz vorzüglich klingt. „Schrift im 21. Jahrhundert“ lautet der Titel, Einblicke in die zeitgenössische Schriftgestaltung werden versprochen. Dann mal fix die Bahn-Tickets sichern.

Jonathan Barnbrook_Hopeless Diamond (c) Künstler

Eine kaum überschaubare Menge an neuen Schriften ist seit den Anfangstagen der digitalen Medienwelt entstanden, auch in der Typografie verläuft der Wandel mit einem unheimlichen Tempo. In Leipzig wird mit „Schrift im 21. Jahrhundert“ eine zweiteilige Ausstellung präsentiert, die Schriftdesigns aus vielen Ländern vereint.

Part 1:  Die von Will Hill (Anglia-Ruskin-Universität, Cambridge, UK) kuratierte Ausstellung „Types for the New Century – An Exhibition of Contemporary Type Design“. Nach Stationen in London, Bristol, Birmingham und Newcastle präsentiert die Ausstellung 90 Schriftdesigns von renommierten Gestaltern wie Matthew Carter, Gerard Unger, Jonathan Barnbrook und Martin Majoor, dazu auch Font-Beispiele bisher weniger bekannter Gestalter. Die Ausstellung blickt auf die erste Dekade unseres Jahrtausends und stellt aktuelle Tendenzen in der internationalen Typografieszenevor.

Part 2:  Im Blickpunkt steht das Schriftschaffen in Mitteldeutschland mit Arbeiten von Studenten und Absolventen der Kunsthochschulen Burg Giebichenstein Halle/Saale (Sachsen-Anhalt), Bauhaus-Universität Weimar (Thüringen) sowie Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (Sachsen). Fonts von 15 Schriftgestaltern werden vorgestellt und durch Anwendungsbeispiele aus der Praxis von Schrift ergänzt.

Friedrich Althausen_Vollkorn (c) Künstler

Parallel läuft im Museum für Druckkunst vom 10. März bis 30. Juni 2013 die Ausstellung „Mario Derra. Holzschnittzyklus ‘Peter Schöffer und die Entfaltung der beweglichen Letter’“. Der Gernsheimer Künstler und Drucker Mario Derra hat von 2003 bis 2010 einen umfassenden Holzschnittzyklus geschaffen, der sich der Geschichte der Drucktechnik widmet. Einen besonderen Fokus legt Derra dabei auf das Leben und Wirken Peter Schöffers, der wie er aus Gernsheim (Hessen) stammte und Drucker war.

Das Thema der Ausstellung „Schrift im 21. Jahrhundert“ wird im Rahmen der 19. Leipziger Typotage am 27. April 2013 in Vorträgen aufgegriffen. Acht Referenten, darunter Tim Ahrens (Berlin), Friedrich Forssmann (Kassel) und Henning Skibbe (Hamburg), diskutieren im Museum für Druckkunst Leipzig über Gegenwart und Zukunft von Schrift und Typografie.

Weitere Infos: www.typotage.de 

Öffnungszeiten des Museums:

Mo-Fr 10-17 Uhr, So 11-17 Uhr, samstags geschlossen.

Geöffnet am Ostermontag (01.04.) 11-17 Uhr. Schließtage: 29.03., 31.03., 01.05.

 


Druckgeschichte: Von Druckerballen und Lederwalzen

Wolfgang Walenski am Dezember 9, 2012

Eine kurze Betrachtung zum historischen Einfärben der Druckform

Drucken heißt: „Vervielfältigen durch Übertragung von Druckfarbe oder von färbenden Substanzen auf einen Bedruckstoff mit Hilfe einer Druckform oder eines Druckbildspeichers auch ohne Druckform.“

Um aber die Druckfarbe auf einen Bedruckstoff  übertragen zu können, muss sie erst auf die Druckform gebracht werden. Dieser wichtige Vorgang wird bei den traditionellen analogen Druckverfahren  als Einfärben oder als Einwalzen bezeichnet. Dabei muss eine weiche,  pastöse  Druckfarbe für jeden zu druckenden Bogen sehr gleichmäßig auf die Oberfläche der Druckform aufgetragen werden, bevor sie von dort direkt oder indirekt durch Druckkraft auf das Papier übertragen wird.

Jahrhunderte lang diente zunächst der typische pilzförmige Druckerballen zum Einfärben einer Hochdruckform. Ballen- oder Pressmeister wurde früher der Drucker genannt, der  an der Handpresse die Aufgabe hatte, vor dem Abdruck mit einem Ballen die Hochdruckform einzufärben, oder zu Tamponieren. Mechanische Farbwerke mit Farbwalzen gab es noch lange nicht. → diesen Artikel weiterlesen!


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