Fernab der Prototypensemantik: Papiere von Cordenons

Wenn man auf die Idee einer Umfrage käme und Menschen, sagen wir mal auf einer hochfrequentierten Einkaufspassage in einer durchschnittlichen Stadt irgendwo auf diesem Planeten, danach befragen würde, wie Papier aussieht und wie es sich anfühlt, die Antworten wären insbesondere hinsichtlich der Haptik wenig überraschend. Papier fühlt sich eben an wie Papier, oder? Denkste, wird sich der Hersteller Cordenons gedacht haben und hat nun mit „So…Jeans“, „So…Wool“ und „So…Silk“ drei Papiere auf den Markt gebracht, die in Bezug auf Haptik und Färbung eher ihrem Namen als dem Material, aus dem sie bestehen, gerecht werden.

Boutique nennt sich die Papierreihe, die zugleich das neue Image-Sortiment der Paper Union darstellt. Hervorzuheben ist von den drei Papieren insbesondere „So…Jeans“. Hier ist es dem Hersteller gelungen, ein Papier zu kreieren, dessen Oberfläche das typische Aussehen von Denim abbildet, sprich mit dunkleren Schattierungen in den Tiefen und helleren in den Erhebungen. „So…Jeans“ gibt es in unterschiedlichen Farben. Neben dem klassischen Jeansblau sind Farben wie beispielsweise ein cremiges Weiß oder eine dem Trend gerecht werdende hellblaue „stone-washed“-Variante erhältlich. Und wie eine richtige Jeans ist Baumwolle auch bei „So…Jeans“ ein wichtiger Bestandteil. „Fernab der Prototypensemantik: Papiere von Cordenons“ weiterlesen

Das Luxuspapier

Das aus dem heutigen Sprachgebrauch verschwundene Wort „Luxuspapier“ entstand um 1860 und hatte Bestand bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts. Es handelte sich dabei aber nicht um eine besondere farbige oder hochglänzende Papierqualität, sondern vielmehr um spezielle Produkte die aus Papier, Pappe oder Karton durch Stanzen, Kleben, Prägen, Kleben oder Ausschneiden entstanden.

Sie wurden oft von ganzen Familien in Handarbeit in meist unterbezahlter Heimarbeit hergestellt Gedruckt wurden sie auch in kleinen Betrieben im damals stark verbreiteten Steindruck (Chromolithographie), aber auch mit der Hand bemalt oder mit Gold- oder Glimmerpuder bestäubt. Es waren Lampenschirme, Sammelbilder,Topfmanschetten, Oblaten (Esspapier), Bild- und Glückwunschpostkarten, Knallbonbons vielerlei Karnevallsartikel, sogar Papiergardinen und Querbehänge für Türen und Fenster. Zu den Luxuspapieren gehörten ferner Apfelsinenpapier, Papierfächer, Lesezeichen, Kranzschleifen, Ausschneidebogen, Spitzenbordüren, Lampions, Luftschlangen, Laternen, Girlanden, Genrekarten, Zigarrenringe und Lebkuchenbilder.

Das Luxuspapier in Vordergrund

Im Vordergrund standen dabei einseitig gestrichene Papiere die als Chromopapier bezeichnet wurden. Aber es gab auch schon sogenannte, meist einseitige, Buntpapiere die aufgrund der immer weiter steigenden Nachfrage schließlich zur Entstehung einer regelrechten Buntpapierindustrie führten die vielerlei Farben und die verschiedensten Prägungen einführten. Verarbeitet wurde auch Eispapier, dünnes Serviettenpapier, Krepppapier, Metallpapier, Mikadopapier, Schneeimatationen, Staniolpapier und sogenanntes Metapapier für die Herstellung von Abziehbilder. Es entstanden Maschinenfabriken für die Herstellung von Vergolde- und Prägepressen sowie Rill-,Ritz- und Nutmaschinen.
In Berlin zum Beispiel bestanden 1898 nicht weniger als 150 Luxuspapier- und Kartonagenfabriken, von denen 20 sogar mit 100 bis 500 Beschäftigten arbeiteten.

Viele der hier nur kurz erwähnten alten Luxuspapier-Produkte werden heute nach wie vor industriell an verschiedenen Stellen hergestellt, dann aber natürlich im Stil und Design unserer Zeit. Das reizvolle Luxuspapier damaliger Zeit findet man dagegen heute noch versteckt in kleinen und großen Pappkartons auf Antik- oder Flohmärkten. Allerdings haben sich die alten (meist kitschigen) Produkte zu einem interessanten und ernsthaften Sammelgebiet entwickelt und sind damit in den meisten Fällen keine billigen „Pfennigartikel“ mehr.

Wer sich intensiver und umfangreicher mit Luxuspapier beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Buch (380 Seiten): „Das ABC des Luxuspapier“ von Christa Pieske. (Antiquarisch) Es ist 1983 erschienen in Verbindung einer damaligen großen Ausstellung über Luxuspapiere im staatlichen Museum für Deutsche Volkskunde Berlin.

Umweltschutz als Unternehmensphilosophie – Papyrus neues Mitglied des WWF

Das Thema Umweltschutz hat in den letzten Jahren im Bewusstsein der Menschen eine deutlich relevantere Bedeutung eingenommen. Für Unternehmen aller Branchen wird somit die Frage nach den ökologischen Faktoren zunehmend auch eine ökonomische. Produkte, die Aspekte des Umweltschutzes ignorieren, können schnell auf der „schwarzen Liste“ der Kunden landen. Natürlich betrifft dies auch die Druck- und Papierbranche.

So wundert es kam, dass beispielsweise die Papyrus Deutschland GmbH Co. KG die Umweltverträglichkeit als eines der wichtigsten Produktmerkmale deklariert – gerade für die Papierherstellung. Und so gibt es mittlerweile zahlreiche Zertifizierungen und verschiedene Labels, die ein Papier als ökologisch und dessen Herstellung als sozial nachhaltig auszeichnen. Anders als die in anderen Branchen gern gebrauchten Floskeln wie „Bio“ oder „Öko“ sind die Zertifizierungen der Papierindustrie weitaus verlässlicher – so erklärt es zumindest Papyrus auf seiner Homepage. „Umweltschutz als Unternehmensphilosophie – Papyrus neues Mitglied des WWF“ weiterlesen

Endlich: Die Weiss-Verordnung ist da !!

Haben Sie auch ständig Probleme mit den verschiedenen Weisstönen bei unterschiedlichen Papieren? Mal ist es ein Naturweiß oder ein Neutralweiss, manchmal wird auch ein blütenweißes oder schneeweißes Papier angeboten.

Die Papierfarbe Weiß

Man ärgert mich auch über weiße Papiere die als grün,- rot- oder gelbstichig bezeichnet werden.
Jetzt ist endlich die Weiss-Verordnung da. Das neue Regelwerk wird dem Weisschaos in Europa ein definitives Ende bereiten. Sie tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. Die angegebenen Richtwerte müssen eingehalten werden. So wird verhindert, dass in ein und demselben Druckerzeugnis verschiedene Papierqualitäten zum Einsatz kommen, deren Weisstöne nicht perfekt zusammenpassen. Die Weissverordnung legt den Grundstein für eine europweite Weissharmonie:

§ 1: Werden in einem Druckobjekt verschiedene Papierqualitäten eingesetzt, ist darauf zu achten, dass die Weisstöne farblich miteinander harmonieren. Mit seinen fünf unterschiedlichen Papieren garantiert ZANDERS medley immer eine perfekte Weissharmonie.

§ 2: Werden in einem Druckerzeugnis Papiere mit unterschiedlichen Oberflächen verwendet, muss ihre Bedruckbarkeit dennoch gleichermaßen optimal sein. Das Papiersortiment von ZANDERS medley sorgt stets für ein homogenes Druckergebnis.

§ 3: Kommen Papiere mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen zum Einsatz, müssen eine gleichmäßig perfekte Bildwiedergabe und Farbbrillanz gewährleistet sein.

§ 4: Beim Einsatz von unterschiedlichen Papieren ist darauf zu achten, dass das haptische Erlebnis bei allen Oberflächen gleich bleibend hochwertig ist.

§ 5: Sollten Feinpapiere in einem Mailing zum Einsatz kommen, müssen sie über ein größtmögliches Volumen verfügen. Mit seinem 1,2- oder 1,7-fachen Volumen ist ZANDERS medley pure volume angenehm griffig und spart Porto- und Papierkosten.

 

Sustainability – Nachhaltigkeit steht hoch im Kurs.

Schlagworte wie Rohstoffknappheit, erneuerbare Energien, klimatische Veränderungen aufgrund menschlicher Ausbeutung des Produktes Natur, begegnen uns im Alltag fast an jeder Ecke. Jahrelang profitierte der Mensch vom Wunder Natur, nun ist ein spätes aber notwendiges Umdenken in Sicht.

Umso wichtiger und drängender sind daher Konzepte, welche auf die Erhaltung der Natur und deren Gesundung zielen. Gerade im Zuge der Papierherstellung und damit verbundener Rodung ganzer Waldstücke und daraus entstehender Waldvernichtung scheint dieser Gedanke mehr als überfällig. Denn Bäume und Wälder sind für ein funktionierendes Klima ein nicht unwesentlicher Bestandteil.

Allerdings ist das Konzept der nachhaltigen Forstwirtschaft

Bereits im 18. Jahrhundert gärte dieses Gedankengut in den Köpfen der Menschen. Zu dieser Zeit entstand die Forstwirtschaft und man musste sich mit massiver Abholzung der Wälder auseinandersetzen. Zeit, um über neue Wege nachzudenken, wie man mit dem Rohstoff der Natur umgehen sollte. Hans Carl von Carlowitz prägte daher im Jahre 1713 den Begriff der Nachhaltigkeit. Es sollte immer nur so viel Wald genutzt werden, wie auch nachwachsen konnte. Sein Anliegen war es, eine vollkommene Rodung eines Waldes zu verhindern.

Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder war und ist also, diese so zu nutzen, dass sowohl Flora als auch Fauna nicht mit negativen Folgen zu rechnen haben, die Produktivität und auch Vitalität des Waldes erhalten bleiben und die Fähigkeit des Waldes, immer wieder neue und junge Sprösslinge wachsen zu lassen, bestehen bleibt. Auch darf durch die wirtschaftliche Nutzung von Waldflächen anderen Ökosystemen kein Schaden dadurch erwachsen. Ein Konzept, welches notwendig ist und eingehalten werden sollte, bedenkt man die lange Regenerationszeit, die ein Wald benötigt um wieder gesund und artenreich erblühen zu können.

In Deutschland erhalten Forstbetriebe, bei deren Wäldern auf Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit geachtet wird, sogenannte Forstzertifikate. Durch dieses Zertifizierungssystem werden einerseits die Einhaltung bestehender Richtlinien und Konzepte gesichert und andererseits auch Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Denn wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Das Gautschen

 

Gautschen

1. Der alte Ausdruck „Gautschen“ stammt aus der Handschöpferei bei der Herstellung von Büttenpapier. Dabei wird der feuchte Bogen nach dem manuellen Schöpfvorgang in der Bütte und dem Ablaufen des Wassers vom Sieb des Schöpfrahmens auf ein Trockenfilz durch ganz leichten Druck abgelegt d.h. gegautscht. Ein Stoß Papier und Filze wurde „Pauscht“ genannt und bestand aus 181 Bogen zwischen 182 Filzen. Zur weiteren Entwässerung wurde dieser Stapel dann in einer Gautschpresse entwässert. Danach erst wurden die einzelnen Bogen aufgehängt und an der Luft getrocknet.

2. Auch bei der industriellen Papierherstellung auf einer Papiermaschine erfolgt am Ende der Siebpartie ein Gautschen, eine erste mechanische Entwässerung der Papierbahn vor Überführung in die Pressenpartie der Maschine. Ein Abriss der feuchten Bahn wird Gautschbruch genannt wobei sie zur Wiederverwendung in die sogenannte Gautschbruchbütte geleitet wird.

3. Unter „Gautschen“ wird auch die Vereinigung mehrerer noch nasser, meist stofflich verschiedener Papierbahnen zu einer einzigen, mehrlagigen bei der Herstellung von Karton. Es wird dann von gegautschtem Karton gesprochen.

4. Das Gautschen ist aber auch ein uralter Buchdruckerbrauch der sich bis in un- sere Zeit erhalten hat. Dabei werden am Ende der Ausbildungszeit heute kaum noch Buchdrucker, aber Offsetdrucker, Tiefdrucker, Buchbinder, Reproduktionsfachleute und Mediengestalter nach erfolgreicher Beendigung der Ausbildungszeit durch einen traditionellen Gautschprozess (Sitzen auf einem Stuhl mit nassen Schwämmen und Eintauchen in eine Bütte/Bottich) mit Waser zum Gesellen (Schwarzkünstler) gekürt. Für dieses feierliche, aber auch feucht-fröhliche Ereignis wird ein „Gautschmeister“ aus der Druckerei ernannt, der von einem „Schwammhalter“ und vom ersten und zweiten „Packer“ unterstützt wird. Symbolisch bedeutet dieser Brauch auch, dass der neue Geselle von allen schlechten Gewohnheiten seiner Ausbildungszeit gereinigt wurde. Dokumentiert wird diese nasse „Lossprechung“ durch feierliche Überreichung eines künstlerisch gestalteten und kalligraphisch auf Pergament geschriebenen Gautschbriefes als Erinnerung.

Der Text auf einem Gautschbrief lautet z.B. :

Packt an! Lasst seinen Corpus posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm, bis triefen beide Ballen. Der durst’gen Seele ein Sturzbad gebet obendrauf- Das ist dem Sohne Gutenbergs die allerbeste Taufe“.
Von Gottes Gnaden, wir Jünger Gutenbergs, des heiligen römischen Reiches tun an mit jedermännlich Kund und zu wissen, dass der Jünger der wohl edlen Buchdruckerkunst nach altem Brauch und Herkommen heute mit Zuziehung des Herrn Gesellen…… die Wassertaufe ad posteriora erhalten hat und damit in sämtliche uns von Kaiser FriedrichIII. Verliehenen Rechten und Previlegien eingesetzt ist. Kraft dieses Briefes gebieten wir allen unseren Kunstgenossen, obengenanten Jünger Gutenbergs als echten Schwarzkünstler anzuerkennen und aufzunehmen.
Unterschriften des Gautschmeister, des Schwammhalters, erster Packer, zweiter Packer und Zeugen.

Nach altem Brauch und Sitte wird die traditionelle Gautschzeremonie begleitet mit Essen, Trinken (Freibier) und fröhlichen Liedern.

Was sind eigentlich gestrichene Papiere?

Gestrichene Papiere sind meistens glänzend

 

auch matt oder halbmatt bei denen auf einer Streichmaschine eine Streichmasse in unterschiedlichen Mengen auf die Oberfläche eines Trägerpapiers aufgetragen wird. Die erste industrielle Herstellung von gestrichenen Papieren auf Bürstenstreichmaschinen geht auf das Jahr 1892 zurück. Sie wurden Kunstdruckpapiere genannt.

Die dafür notwendige Streichfarbe besteht aus in Wasser dispergierten Weiss-Pigmenten und einem Bindemittel (Polymerdispersionen) sowie verschiedenen Zusatz- oder Hilfsstoffen wie Farbmitteln, Weichmachern, Fließmittel,Entschäumern, optischen Aufhellern und Leimungsstoffen (Leimen) und vielen anderen Zusätzen die sowohl zur besseren Verarbeitung der Streichfarbe während der Produktion dienen als auch zur Beeinflussung der drucktechnischen Eigenschaft. Die Bindemittel haben die Aufgabe, die Pigmente in der Streichmaschine auf die Oberfläche des Trägerpapiers zu transportieren, sie untereinander zu verbinden und sie dann auch auf der Oberfläche so fest zu verankern, dass ein Ablösen oder Rupfen (Strichrupfen) beim Druckprozess durch die mehr oder weniger zügige Druckfarbe nicht auftreten kann. Die Weißpigmente (z.B. Gips, Talkum,Calciumcarbonat, Titandioxid oder Satinweiss) bestimmen weitgehenst den Weißgrad (Farbort), die Helligkeit und die Deckfähigkeit (Opazität) des Papiers.

Dem eigentlichen Streichen schließt sich dann in einem separaten Arbeitsgang die Satinage in einem Kalander (Superkalander, Softkalander) an. Dabei wird durch mehr oder weniger hohen Druck und Friktion im Walzenspalt von mehreren vertikal angeordneten Walzensystemen der eigentliche Glanz des gestrichenen Papiers oder auch der Mattcharakter des Papiers bestimmt. Das ist verbunden mit einer mehr oder weniger starken Komprimierung oder Verdichtung des Papiers und dabei geht etwas Volumen, Steifigkeit, Festigkeit, Opaziät und auch Weißgrad verloren. Auch das Saugvermögen bzw. die Wegschlagzeit wird durch diesen Arbeitsgang mehr oder weniger stark beeinflusst.

Die Herstellung beidseitig gestrichenen Papiere erfolgt also praktisch in drei Arbeitsgängen:

1. Herstellung des für das Streichen geeigneten Rohpapiers bzw. Trägerpapiers in der Papiermaschine in sehr unterschiedlichen Stoffzusammensetzungen wie z.B holzfrei, holzhaltig, mit Sekundärfasern oder Mischungen aus diesen Komponenten
2. Das Streichen (Aufbringen,Egalisieren und Dosieren des Strichs) in der Streichmaschine nach verschiedenen Streichtechniken und sehr unterschiedlichen Strichmengen
3. Das Satinieren (Erzeugung der Glätte bzw. des Glanzes) in einem Kalander

Die Qualitätsunterschiede zwischen den vielen auf dem Markt befindlichen Sorten ist sehr groß. Deshalb gilt nach wie vor der alte Grundsatz zur Beurteilung von Papier: Papier immer anfassen (in die Hand nehmen), und dann ansehen und auch durchsehen !!

Eine Renaissance gedruckter Wasserzeichen

Wasserzeichen werden definiert als durchscheinende Zeichen im Papier

die durch Zurückhalten, Verdrängen oder Zusammendrücken des Papierstoffes an den Zeichnungsstellen erzielt werden. Wasserzeichen entstehen also entweder durch Faserverdünnungen, Faserverdickungen bei der Blattbildung, durch Eindrücken von Muster (Faserverdichtungen und -verdrängung) und auch, im Gegensatz zu einem Auflöten oder Aufnähen von einfachen linearen Gebilden und Formen durch eine künstlerische Modellierung des Siebes mit Vertiefungen und Erhöhungen.

Dabei fällt die Blattdicke an den entsprechenden Stellen teils geringer oder höher aus was in der Durchsicht zu nur sehr schwer nachzuahmenden Hell-Dunkel-Schattierungen führt, wie sie zur aufwendigen Darstellung von Kopfbildern von Persönlichkeiten bei Wertpapieren und Banknoten zu finden sind, um Fälschungen zu vermeiden.
Das Wasserzeichen, engl.“watermark“, frz. „filigran“ ist bisher das Güte- und Herkunftszeichen eines Papiers gewesen. Echte Wasserzeichen machen das Papier wertvoller, sie dienen auch zum Schutz vor Nachahmungen und Fälschungen, und sie geben heute den Wasserzeichenforschern auch Hinweise über die Geschichte der Papiermacherei. Früher hießen die Wasserzeichen übrigens auch „Papierzeichen“. Sie sind eine europäische Erfindung. Das älteste Wasserzeichen befindet sich in einer Urkunde des Jahres 1282 aus Bologna. Der Forscher C.M. Briquet identifizierte 1.600 verschiedene Wasserzeichen allein bis zum Jahre 1600. Unter Berücksichtigung der dann zwischen 1600 und 1800 weiter entstandenen Wasserzeichen, kam der deutsche Forscher Alfred Schulte bereits vor Jahren auf die erstaunliche Zahl von 175.00 Stück. Eine historische Wasserzeichensammlung und 547 Schöpfsiebe befinden sich auch bei der Stiftung Zanders in Bergisch Gladbach. Hinzuweisen ist auch auf die erste Datenbank für Wasserzeichen von der Papiermaschine ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit bisher ca. 3700 Zeichen von Fabriken, Großhändlern und Endverwendern und anderen Ländern.

Es bestand also zu allen Zeiten ein sehr großes Interesse, Papier mit einem individuellen Wasserzeichen zu verwenden. Da das aber immer mit nicht unerheblichen Kosten verbunden war , gab es bereits in der Vergangenheit Techniken, Wasserzeichen kostengünstig herzustellen. So gab es viele Verfahren und Patente um in das Papier unechte Wasserzeichen nicht nur nachträglich unter hohem Druck durch eine partielle Faserverdichtung anzubringen sondern auch zu drucken.  „Eine Renaissance gedruckter Wasserzeichen“ weiterlesen

Etiketten: Hohe Qualitätsstandards gehören zur „Etikette“

Hier ein paar Wissensbasics zum Thema „Etiketten“.

An Etiketten werden hohe Qualitätsanforderungen gestellt:

Nassfestigkeit, Rollneigung, Reißfestigkeit, Bruchwiderstand, Laugendurchlässigkeit und Stanzfestigkeit.
Außerdem müssen diese Papiere nassopak, dimensionsstabil und abriebfest sein.

So zahlreich die Einsatzgebiete und so unterschiedlich wie die Anforderungsprofile, so groß ist heute auch das Sortiment spezieller Etikettenpapiere.

Etikettenpapiere sind meist einseitig gestrichene Papiere, die im Offset- und teils auch im Tiefdruck mehrfarbig bedruckbar sein müssen. Das Papier ist im Allgemeinen lackierbar, bronzierbar und stanzbar. Um das Ablösen der Etiketten in den Spülmaschinen z.B. der Brauereien sicherzustellen, gibt es nass- und laugenfeste Etikettenpapiere, die ungestrichen oder einseitig gestrichen und jeweils holzfrei sind. Darüber hinaus gibt es holzfreie, direkt metallisierte Etikettenpapiere. Diese sind dann einseitig gestrichen, metallisiert, glänzend, können verschiedene Prägungen haben und sind ebenfalls nassfest. Verwendet werden sie bei Bieretiketten und für Luxusspirtousen.

Je nach Streich-Technik und Rezeptur unterscheidet man zwischen den maschinengestrichenen und Chromopapieren, sowie den hochglänzenden, gussgestrichenen Papieren.
Da effizientes Ressourcenmanagement natürlich auch Etiketten betrifft, ist es heute so, dass von den Papierherstellern bereits mehr als 20 000 Tonnen jährlich recycled werden.

Also immer schön „grün“ denken!

Zur Preisübersicht Etiketten hier