Das PDF-Format

Marc-Michael Schoberer am Mai 30, 2013

Viele nutzen es, das Portable Document Format – kurz PDF. Der Nachfolger des von Adobe seit 1990 nicht mehr weiterentwickelten EPS-Formates wurde vor allem dafür entwickelt, um Dokumente Programm unabhängig in gleicher Qualität verwenden und bearbeiten zu können. Neben der Nutzung in den Bereichen der Textverarbeitung, wo man unter anderem individuelle Formulare und auch einfache bis umfangreiche Textdokumente erstellen kann, kommt das PDF auch im grafischen Bereich zum Einsatz. Wie eingangs erwähnt, ist das PDF der Nachfolger des EPS, das EPS besitzt eine im Vergleich zum PDF größere Datenmenge, das macht das PDF so attraktiv für eine Vielzahl von Einsatzbereichen. So werden heutzutage viele digitale Magazine, Broschüren, aber auch ganze Bücher (E-Books) im PDF-Format abgelegt.

Das PDF-Format und die E-Books

Neben dem epub, MOBI, KF8 und dem AZW – Format werden E-Books vorrangig auch als PDF vertrieben, die geringe Speichermenge, macht den Einsatz auf vielen Endgeräten geradezu einfach und ideal. Ob auf dem E-Reader, dem Smartphone oder dem Tablet PC – überall ist das Format problemlos speicher- und abrufbar. → diesen Artikel weiterlesen!


Druckgeschichte: Von Druckerballen und Lederwalzen

Wolfgang Walenski am Dezember 9, 2012

Eine kurze Betrachtung zum historischen Einfärben der Druckform

Drucken heißt: „Vervielfältigen durch Übertragung von Druckfarbe oder von färbenden Substanzen auf einen Bedruckstoff mit Hilfe einer Druckform oder eines Druckbildspeichers auch ohne Druckform.“

Um aber die Druckfarbe auf einen Bedruckstoff  übertragen zu können, muss sie erst auf die Druckform gebracht werden. Dieser wichtige Vorgang wird bei den traditionellen analogen Druckverfahren  als Einfärben oder als Einwalzen bezeichnet. Dabei muss eine weiche,  pastöse  Druckfarbe für jeden zu druckenden Bogen sehr gleichmäßig auf die Oberfläche der Druckform aufgetragen werden, bevor sie von dort direkt oder indirekt durch Druckkraft auf das Papier übertragen wird.

Jahrhunderte lang diente zunächst der typische pilzförmige Druckerballen zum Einfärben einer Hochdruckform. Ballen- oder Pressmeister wurde früher der Drucker genannt, der  an der Handpresse die Aufgabe hatte, vor dem Abdruck mit einem Ballen die Hochdruckform einzufärben, oder zu Tamponieren. Mechanische Farbwerke mit Farbwalzen gab es noch lange nicht. → diesen Artikel weiterlesen!


Noch immer hallen sie nach, die „Extrablatt!“-Rufe der Zeitungsjungen. Ob beim jüngsten Front-Bericht, dem letzten Postkutschenraub oder dem legendären Untergang der Titanic – sie waren stets dabei. Und mit den Rufen das begehrte Druckwerk, voll an wertvollen Informationen und die einzige informelle Verbindung zur Außenwelt. Wer nicht schnell genug war, ging leer aus. Isoliert. Informationslos.

Begehrt waren nicht nur die Extrablätter; auch die Tageszeitungen erfreuten sich reger Beliebtheit und wer es sich leisten konnte, oder zumindest wollte, verbrachte keinen Morgen ohne seine geliebte Zeitung. Jahrelang. Jahrhundertelang.
Auch wenn die Auflagen mittlerweile vielerorts stark reduziert wurden, so ist die Zeitung an sich immer noch omnipräsent. Auf dem Frühstückstisch, im Wartezimmer, in der U-Bahn – quasi überall. Den Jahrhunderten zum Trotz. Ihre Aufgabe ist noch dieselbe wie eh und je, lediglich ihr Stellenwert in der Gesellschaft musste Einbußen erfahren. Die Zeitung ist eben nicht mehr der einzige Informationsquell und –zugegeben– nicht der aktuellste, doch ihre Vorreiterrolle und ihr ewiger Erfolg bleiben unbestritten.

Oliver Gutknecht - www.webworld-lahr.de

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Basics: Die Farbbegriffe nach DIN/ISO

Wolfgang Walenski am April 7, 2011

Farben sind physikalisch betrachtet elektromagnetische Stahlungen unterschiedlicher Wellenlänge (380 nm – 780 nm) die von den menschlichen Augen (Stäbchen + Zäpfchen) aufgenommen und physiologisch betrachtet von den Sinnesorganen als unterschiedliche Farbwahrnehmungen umgewandelt werden.

Im 4-Farbdruck (es gibt auch Skalen mit mehr als vier Farben) haben wir es mit den bunten Körperfarben (Druckfarben) Gelb, Blau und Rot und zusätzlich mit Schwarz (4-Farb-Skala) zu tun. Sie wurden 1954 erstmals als Farbskala mit Gelb, Cyan und Magenta in der Norm 16 509 für den Offsetdruck und 16 508 für den Buchdruck veröffentlicht. 1967 folgte die „Europäische Farbskala“ (Europaskala). Sie wurde zwischenzeitlich aber mehrmals überarbeitet und heute in der Norm ISO 2846-1 in farbmetrische Sollwerte festgelegt. In der fachlichen Umgangssprache der Drucker werden aber unterschiedliche Farbbegriffe angewendet und man findet auch in der einschlägigen Fachliteratur verschiedene Bezeichnungen.

Aus diesem Grunde haben wir nachfolgend die Terminologie der Farbbegriffe zum allgemeinen Verständnis übersichtlich tabellarisch geordnet und zusammengefasst.

Tabelle Farbbegriffe downloaden…


Für alle, die langwierige Druckabnahmen kennen

Marc-Michael Schoberer am Januar 27, 2011

Geometrische Schriften brauchbar machen

Drewers Steven am Mai 27, 2010

Für Grafikdesigner sind geometrische oder modulare Schriften ein guter Anhaltspunkt um mit dem Design von Schriften zu beginnen. Adobe Illustrator und andere Programme bieten eine simple Sammlung von Elementen wie Kreisen, Quadraten und Dreiecken, welche kombiniert werden können um ein passables Alphabet auf die Beine zu stellen. Man versucht hierbei die verschiedenen Symbole zu drehen und verzerren um sie an ein paar wenige simple Regeln anzupassen, die es zu beachten gilt.

Die Intention ein komplettes Alphabet mithilfe von wenigen Formen zu erstellen ist eine gestalterische Herausforderung. Für diejenigen unter Ihnen mit minimalistischen Tendenzen, besteht die Versuchung darin all die ausschmückenden Elemente wie Serifen zu eliminieren und eine einfachere Form zu schaffen. Dank Software wie FontStruct und Font Constructor ist das Zusammenstellen eines Font Sets aus geometrischen Elementen heutzutage einfacher als je zuvor., die beginnen mit Schriftdesign zu experimentieren. → diesen Artikel weiterlesen!


Die Druckvorstufe im Digitaldruck

Marc-Michael Schoberer am Mai 6, 2010

Vorweg: Voraussetzung für einen hochwertigen Papierabzug ist einehochwertige Vorlage! Minderwertige Fotos lassen sich auch durch hohentechnischen und zeitlichen Aufwand in der Druckvorstufe kaum korrigieren.

Wer allerdings in der Druckvorstufe kein konsistentes Colormanagement etabliert, wird auf andere Probleme stoßen: blau- oder rotstichige Bilder trotz einer Testsieger Digitalkamera oder einen verwaschenen Ausdruck beispielsweise. Unabdingbar ist deshalb die Profilierung der Ein- und Ausgabegeräte mit geeigneten Tools. Für die Digitalkamera bietet sich das Werkzeug SilverFast an – von einem abfotografierten Digitalkamera-Target werden Farbwerte gemessen und mit Referenzwerten verglichen. Am Ende sollte für jedes Gerät ein ICC-Standard-Farbprofil vorliegen. Das Standard CIE LAB-Farbmodell, das sich an der menschlichen Farbwahrnehmung orientiert und Farbe unverwechselbar und mathematisch exakt beschreibt, ist der geräteunabhängige Farbreferenzraum, der die Geräteprofile miteinander vergleichbar macht und Farbkorrekturen erst möglicht. Mit einem „kohärenten“ Farbmanagement kann man sich der Bildbearbeitung widmen. Programme wie Photoshop oder das freie IrfanView bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, von der einfachen Tonwertkorrektur bis hin zu ausgefeilten Bildmanipulationen. In Bildbearbeitungsprogrammen können aber auch Auflösung und Dateiformat definieren werden. → diesen Artikel weiterlesen!


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Umweltschonend und klimaneutral: Flyerpilot Öko-Druck

Marc-Michael Schoberer am April 2, 2010

Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen immer mehr Menschen am Herzen. Moderne Online-Druckereien wie Flyerpilot kommen ihrer Verantwortung mit Öko-Druck nach. Broschüren, Flyer, Visitenkarten oder Briefpapier können hier klimaneutral gedruckt werden. Selbstverständlich: Farben und Lacke, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Und natürlich Öko-Papier.

Fossile Brennstoffe und Wasser werden auf unserem Planet immer knapper. Bereits jetzt zeichnet sich die Ressourcenknappheit als das große zukünftige Problem der Menschheit ab. Nur Unternehmen, die dieses verinnerlichen und demnach nachhaltig wirtschaften, werden ihre Kunden langfristig binden können. Für eine Druckerei sollte es daher ein zentrales Ziel geben: Immer mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Printprodukte umweltschonend und damit klimaneutral fertigen zu lassen. Die Online-Druckerei Flyerpilot im bayerischen Sennfeld hat sich den Herausforderungen gestellt und bietet über ihren Kunden bereits seit einiger Zeit die Option Öko-Druck an. Für den Druck werden ausschließlich Farben verwendet, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren. Alle gängigen Drucksachen von Falzflyern bis zu Broschüren gibt es bei Flyerpilot in der Ökovariante auf Öko-Papier. Dieses erkennen Kunden an der gekennzeichneten FSC-Zertifizierung.

Eine Besonderheit zeichnet Flyerpilot aus: Das bayerische Unternehmen beschränkt sich in seiner klimaneutralen Produktion keineswegs nur auf die Prozesse, die im eigenen Haus stattfinden. Alle Zulieferer werden zum Beispiel nach ökologischen, ökonomischen und sozial verträglichen Kriterien ausgewählt. Besonders bei der Abfallwirtschaft arbeitet Flyerpilot zudem ausschließlich mit zertifizierten regionalen Partnern zusammen.
Das Unternehmen aus Sennfeld hat sich als Öko-Druckerei profiliert und räumt dabei mit einem immer noch weit verbreiteten Vorurteil auf: Öko-Druck muss nicht teurer sein als herkömmliche Produktionsweisen. Daher können Kunden bei Flyerpilot alle Printprodukte klimaneutral ohne Aufpreis bestellen. Alle gängigen Drucksachen gehören dazu. Geschäftskunden erklärt das Unternehmen, warum sich das klimaneutrale Drucken ganz besonders lohnt: Natürlich profitiert neben der Umwelt auch das Image der eigenen Firma. Denn:  Ein Unternehmen, das etwa individuelles Öko-Briefpapier einsetzt, setzt natürlich auch ein Zeichen in puncto Umweltschutz.

Die Online-Druckerei Flyerpilot bemüht sich, durch neueste Druckmaschinentechnik, umweltschonende Prozesse und Farben immer „grüner“ zu werden. Maximale Energieersparnis ist das Ziel, für das Öko-Briefpapier wird natürlich FSC-zertifiziertes Umweltpapier verwendet. Hochwertigen Papiere, die selbstverständlich für alle gängigen Laser-und Tintenstrahler geeignet sind. Das Image als umweltfreundliches Unternehmen lässt sich auch durch günstige Öko-Falzflyer  stärken, für die Bilderdruckpapier genutzt wird, das ebenfalls FSC-zertifiziert ist. Hochwertige Produkte, für die Flyerpilot auch in dieser Öko-Variante strahlende Farben und überzeugende Werbewirkung garantiert. Das Gleiche gilt für die Visitenkarten. Hier werden im Öko-Druck ausschließlich mineralölfreie Ökofarben verwendet. Diese Printprodukte sind also der beste Beweis dafür, wie sich Qualitätsbewusstsein und Umweltschutz verbinden lassen.

Die Herstellung von Mailings

Wolfgang Walenski am März 29, 2010

Unter dem Begriff “Inline-Finishing” verbirgt sich im Rollenoffsetdruck eine sehr umfangreiche, manchmal aufwendige, aber vor allen Dingen sehr differenzierte Technologie der Weiterverarbeitung der bedruckten Papierbahn zu Fertigprodukten wie z.B. Mailings (Massen-Postsendungen). In der Fachsprache wird manchmal auch von “Endlosveredelung” oder “Web Finishing” gesprochen.

Dazu gehören Produkte, die einerseits eine Falzung aufweisen die über die übliche Standardfalzung eines Falzapparates hinausgehen, aber zusätzlich eine Veredelung oder Bearbeitung erfahren wie sie heute z.B. für die Produktion von Mailings verlangt werden. Diese Arbeiten können aber nur durch zusätzliche Ausbaustufen im Überbau des Falzwerkes einer Rollenoffsetmaschine produziert werden, oder mit Hilfe von speziellen Zusatzaggregaten, die online mit der Rollenoffsetmaschine verbunden sind. “Mailings” (eng. to mail = per Post versenden) sind z.B. typische Produkte, die im Rollenoffsetdruck inline oder online mit zusätzlichen Aggregaten in fast unendlichen Varianten produziert werden. Es sind höherwertige, multifunktionale Produkte wie z.B. personalisierte postversandfähige Kuverts mit einem speziellen Inhalt. Hier wird lackiert, perforiert, gestanzt, aufgeklebt, verleimt, gummiert, angeleimt und Beigaben als Warenproben integriert. Auch Prägungen, Streifleimungen, Duftlackierungen und Aufreissperforationen sind möglich.

Die Herstellung solcher und ähnlicher Produkte verlangt nach einem speziellen Know-how und einem großen kreativen Ideenreichtum, um durch immer neue Produktvarianten der Werbung “junge” und auffällige Ideen anzubieten. Solche Druckerzeugnisse müssen beim Empfänger durch ihre besondere Inline-Konfektionierung eine besondere Aufmerksamkeit unter der Flut der übrigen Prospekte, Kataloge und Handzettel erwecken. Die Personalisierung, Adressierung und Codifizierung spielt dabei heute eine sehr wichtige Rolle, wobei sehr vorteilhaft die digital gesteuerte Inkjet-Technologie oder Laserdrucker eingesetzt werden. Die Herstellung von Mailings ist eine besondere Spezialität weniger Hersteller, für die sich ein stetig wachsender Markt, nicht nur mit großen, sondern auch mit kleinen und mittleren Auflagen entwickelt hat.

Hinweis: Empfehlenswert sind die  „malingtagtage“ in Nürnberg vom 16.06.2010 – 17.06.2010.
Das ist die Fachmesse für Direkt-und Dialogmarketing. Rund 400 Aussteller präsentieren auf der mailingtage Messe Nürnberg ihre Produkte und Dienstleistungen von A wie Adressen, über E wie E-Mail-Marketing, M wie Mobile Marketing bis zu T wie Telefonmarketing oder Z wie Zustellung. Ein umfassendes Vortrgas- und Weiterbildungsangebot, Foren, zahlreiche Praxisworkshops und der Fachkongress ergänzen das Ausstellungsangebot der mailingtage Nürnberg.


Das muss jeder Reproide, Hersteller, Produktioner oder Hersteller und vor allen Dingen auch jeder Kunde, der einen Proof bekommt und abzeichnet, wissen. Auch die Hersteller eines der auf dem Markt befindlichen ca. 27 verschiedenen Anlog- und Digital-Proofverfahrens und nicht zuletzt auch die fleißigen Standardisierungs-Spezialisten sollten mit ihren Werbeaussagen und Versprechungen vorsichtiger sein. Allein schon das Wissen um den Problemkreis Proof/Auflagendruck, der sich in erster Linie um Tonwertverschiebungen bzw. Rasterpunktveränderungen dreht, vermeidet bei ehrlichen technischen Werbeaussagen und Angaben viel Ärger, Enttäuschungen und Auseinandersetzung. Ich will versuchen das alles nachfolgend als erfahrener Offsetdrucker begründen.

Im Offsetdruck heißt die Devise für die drucktechnische Übertragung von Druckfarbe von der Druckform über das Gummituch auf die Oberfläche von Papier: So viel Druck wie notwendig, aber so wenig wie möglich. „Küssend“ drucken, sagte mein alter Lehrmeister, was heute übersetzt „Kiss-Print-Einstellung“ heißt. Aber was heißt das eigentlich konkret und wie hoch ist eigentlich die genaue Druckkraft in der Praxis an der Bogen- oder Rollenoffset- Druckmaschine, die in der allgemeinen fachlichen Umgangssprache auch „Druckspannung“, „Beistellung“ oder „Pressung“ bezeichnet wird? Ist sie in allen Druckwerken einer Mehrfarben-Maschine gleich hoch? Drucke ich auf einer kleinformatigen Maschine mit kleinem Zylinderumfang in der Druckzone mit weniger Druckkraft als auf einer Maschine mit großen Zylinderdurchmesser oder umgekehrt? Welche Unterschiede bestehen diesbezüglich zwischen den Bogen- und Rollenmaschinen, denn auch der Rollenoffsetdruck braucht eine Antwort auf die Frage nach den mechanischen Kräfte im Druck und deren Einfluss auf Tonwertverschiebungen oder Punktverbreiterung. Auch ergeben sich Fragen nach der Verhaltensweise der elastischen Gummitücher die sich in der Druckzone durch die auftretenden physikalischen Druckkräfte unterschiedlich eindrücken oder zusammendrücken oder vielleicht auch eine Wulst bilden. Braucht das Papier A aufgrund seiner Oberflächenstruktur, seiner Rauhigkeit oder Glätte, seines Volumens, seiner Kompressibilität oder seines Farbannahmevermögens mehr Druckkraft als das Papier B? Wie hoch werden die Druckkräfte und in welchen Dimensionen verändern sie sich, wenn ich gezwungen bin, durch Touch Screen oder Knopfdruck, oder vielleicht auch an alten Maschinen noch mit einem Steck- oder Schraubenschlüssel sowie durch Veränderung des Aufzugs mehr Druck zu geben wenn es nicht ausdruckt, oder die Farbe vielleicht nicht richtig „anlegt“? Kann ich mit einem konventionellen harten Gummituch vom Lieferanten A mit weniger Druckkraft arbeiten als mit einem luftgepolsterten weichen Tuch vom Lieferanten B? Welchen Einfluss nehmen auf die notwendige Druckkraft im Druckspalt die verschiedenen Oberflächenstrukturen von Gummitüchern, wie Gummi-Deckplattenhärte, Schliffbild und Prägestrukturen? Sehr viel fachliche Information und viele Lehrmeinungen werden vermittelt über die richtige Zylinderabwicklung an Offsetmaschinen, über die notwendigen Maßnahmen und richtigen Korrekturen zur Erzielung der richtigen Drucklbildlänge bei unterschiedlicher Materialstärke und über die Unterschiede zwischen den sogenannten Schmitzringläufern und den Nichtschmitzringläufern. Viele fachliche Informationen werden auch vermittelt über das Messen der Aufzugdicke mit Lineal oder Fühllehre, mit einer Mikrometerschraube oder mit einer Zylinder-Meßuhr. Im Zusammenhang mit der ewigen Diskussion über die Punktverbreiterung und Tonwertverschiebungen und den völlig ungelösten Problemen mit den immer größer werdenden Unterschieden zwischen Proof/Andruck und Auflagendruck braucht der Offsetdrucker objektive Angaben und Messmethoden über die mechanischen Druckkräfte mit denen die feinsten Rasterpunkte von der Druckform über den mit einem Gummituch bespannten Gummidrucktuch auf die Oberfläche des Papiers gelangen. In der vollklimatisierten Druckvorstufe läßt sich am Schreibtisch auf dem Bildschirm ohne jegliche Kraftanstrengung mit Hilfe der Maus das Bild bearbeiten, vielleicht standardisieren, kalibrieren, farbmanagen und anhand von Kurven und Software-Programmen im RGB-Farbenraum „herumtanzen“. Aber trotzdem kommt ein fortdruckgerechter Proof nicht heraus, denn die drucktechnischen Bedingungen, unter den später gedruckt wird sind nicht bekannt und können auch nicht objektiv ermittelt werden. Die technischen Möglichkeiten mit Hilfe von Toner oder Tinten einen Proof mit und ohne Raster herzustellen sind fast nicht mehr zu überblicken und die Ergebnisse entsprechend zahlreich und fern jeder Druckpraxis. Nach neuesten Martkübersichten sind es immerhin stolze 27 analoge und digitale Proof- Systeme die alle vorgeben, fortdruckgerechte Ergebnisse zu präsentieren. Von Standardisierung wird auch nicht mehr gesprochen. Aber was kann der Offsetdrucker an der Maschine machen, wenn 4 Farbschichten aus dem CMYK-Farbenraum naß-in-naß aufeinander kommen und die dafür notwendigen mechanischen Druckkräfte subjektiv nur über den Daumen gepeilt werden können nach der Formel: So viel Druck wie notwendig aber so wenig wie möglich?! Mit exaktem Prüfen und Messen hat das aber nichts tun. In keinem Maschinenprospekt oder Maschinenbuch der verschiedenen Hersteller wird über den ganzen Problemkreis „Druck“ oder „Druckkraft“ ein einziges Wort verloren. Alles dreht sich nur um die Automatisierung, um Programmierung und Voreinstellung der Maschine, um Ökonomie und leichtes und einfaches arbeiten sowie um den schnellen und sicheren Lauf der Bogen vom Anleger bis zur Auslage. Der hier angesprochene und so wichtige Problemkreis „Druckkraft“ fällt schlicht und einfach unter den Tisch. Er ist auch in keiner Fachzeitschrift Gegenstand einer Diskussion oder eines Fachbeitrages. Müsste an unseren Offsetmaschinen nicht endlich auch eine Möglichkeit geschaffen werden, die Druckkraft genau messbar und steuerbar zu machen? Denn die Druckkraft ist für eine exakte Rasterpunktübertragung und zur Lösung der ständig strittigen und ungelösten Probleme mit Tonwertverschiebungen, Punktveränderungen und Druckkennlinien eine sehr wichtige, aber in der Praxis leider nicht definierbare, objektiv messbare und deshalb auch nicht genau steuerbare Größe. Liegen hier nicht auch die eigentlichen Ursache für das Scheitern und Fehlen einer wirklichen und ganz genauen Standardisierung des Fortdrucks? Ein Proof der mit dem Fortdruck wirklich genau übereinstimmt ist eine unerfüllbare Wunschvorstellung. Die diesbezüglichen Unterschiede sind nach wie vor mehr oder weniger groß. Durch die Tatsache, dass es immer mehr neue Methoden gibt, farbige „schöne“ Bilder durch Spritzen und Tonern von färbenden Substanzen auf ein speziell beschichtetes Proof-Material zu übertragen, werden sie immer größer. Die Offsetdrucker sollten sich von der Druckvorstufe und ihren digitalen Möglichkeiten der Bildbearbeitung am Bildschirm nicht widerstandslos etwas vormachen und Sand in die Augen streuen lassen. Es wird heute im Bogen- und Rollenoffsetdruck heute hervorragend gedruckt und es wurde ein sehr hohes Qualitätsniveau erreicht. Aber trotzdem: Die Druckkraft mit der gedruckt wird, ist eine für den Drucker nicht definierbare Größe. Deshalb kann es auch keinen fortdruckgerechten Proof geben.

Auf jeder Zigarrettenpackung steht, dass Rauchen gesundheitgefährdend ist. Auf jedem Proof sollte in gleicher Weise stehen, dass das Ergebnis nicht fortdruckgerecht erstellt werden konnte…


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